Josef Bachauer

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Josef Bachauer

Josef Bachauer (* 13. März 1928 in Bad Ischl, Oberösterreich) ist Friseur in Hallein.

Vorgestellt

Soll das reguläre Pensionsantrittsalter auf 67 Jahre erhöht werden? Aktuelle Diskussionen wie diese quittiert Josef Bachauer nur mit einem Schmunzeln. Der rüstige und für seinen Humor bekannte Halleiner Friseur ist 83 und startet beruflich nach einem Spitalsaufenthalt wieder durch.

Sein Vater war Arbeiter in einem Steinbruch. Dass Bachauer Friseur wurde, war reiner Zufall: Der Nachbar suchte gerade einen Lehrbuben. Die eigene Lehre begann Bachauer im Jahr 1942 in seiner Heimatstadt Bad Ischl. "Im August hab' ich angefangen, zu Weihnachten durfte ich schon Haare schneiden. Es kamen fast nur Soldaten. Sie mussten an die Front, und es war ihnen wurscht, wenn sie nicht so schön ausgeschaut haben." Heutzutage dürfe ein Lehrling nicht so früh Haare schneiden.

Der Zufall, und zwar der Besuch der Hochzeit einer Kollegin, war es auch, der ihn nach Hallein verschlug. Ehe der Friseurmeister 1957 sein Geschäft am Unteren Markt in der ehemaligen Salinenstadt eröffnen konnte, arbeitete er unselbstständig: fünf Jahre in Hallein sowie ein Jahr in Salzburg. Der Unternehmer bildete 14 Lehrlinge aus. Seit 1955 ist er mit Elfriede verheiratet.

Über die Jahrzehnte hat sich viel verändert in der Branche. An Bachauers Geschäft ist das meiste aber spurlos vorübergegangen. Die Nachfrage nach Dauerwellen und "Schneckerln" ist zurückgegangen. Die Mode sei nicht schöner geworden. Am wenigstens gefallen dem Meister die modernen Glatzköpfe. Er rasiert lieber Gesichter. Sepp Bacher hält ein "mindestens 110 Jahre altes Rasiermesser" in der Hand. Eine Rasur ist heute nicht mehr sehr gefragt. "In den ersten Jahren hatte ich 16, 17 Stammkunden, die jeden Tag zum Rasieren gekommen sind, darunter der ehemalige Bürgermeister Johannes Döttl." Seit einigen Jahren geht es ruhiger zu. Aber Stammkunden halten ihm die Treue. Sein ältester Kunde wurde 103 Jahre alt. "Zum Hunderter habe ich ihn zum Ehrenkunden auf Lebenszeit ernannt. Die Kunden werden weniger, sie sterben oder kommen ins Altersheim." Wahrscheinlich werde er 2012, zum 70-Jahr-Jubiläum, aufhören. Für den Staat sei er "ein guter Bürger". "Ich habe nur fünf Tage Krankengeld bekommen und war keinen Tag arbeitslos." Der Urlaub war knapp bemessen: jeden Sommer eine Woche in Italien am Meer, "nie 14 Tage".

Was hält fit? "Nie mit der Arbeit aufhören, nicht zu viel saufen." Und Sport. Schwimmen gehe er heute noch, auch Schießen mit dem Kleinkaliber in der Schützengilde, früher Skitouren und Radfahren. Besonders stolz ist Bachauer auf eine Widmung: "Für den schönsten Friseur Österreichs", schrieb eine Lieferantin.

Im Herbst 2012 wurde der zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich dienstälteste Friseur Österreichs von der Wirtschaftskammer Salzburg für eine 70-jährige berufliche Vergangenheit, davon 55 Jahre als Selbständiger. Unter den 14 Lehrlingen, die er ausgebildet hatte, ist auch seine Tochter Christa Armano, die bei ihm im Salon gearbeitet hatte und gleichzeitig mit ihm in Pension gegangen war. In seinen 70 Jahren der Arbeit war er nach eigenen Angaben nur fünf Tage im Krankenstand gewesen[1].

Quellen

  1. Salzburger Woche, Ausgabe Tennengauer Nachrichten, 8. November 2012