Kapruner Kirchbichl

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Der Kapruner Kirchbichl ragt wie eine Insel aus dem Meer der Kapruner Fremdenverkehrszweckbauten.

Lage

Der Kirchbichl in Kaprun liegt an der orografisch linken Seite des Kapruner Tales – ein Nord-Süd-Tal in den HohenTauern - am Abhang des Schaufelberges. Er befindet sich einerseits am Ortsrand und andererseits doch mitten im Geschehen. Man muss aber einige Schritte nach oben auf sich nehmen, bevor man das Plateau des Bichls erreicht und auf den sehr weltlichen Teil des Ortes hinunter blicken kann.

Dass diese Schritte nicht allzu schwer fallen, dafür wurde in letzter Zeit mit der umfassenden Renovierung des Aufganges gesorgt. Es sei denn, man bevorzugt die Auffahrt auf der Zubringerstraße. Eine weniger empfehlenswerte Variante, da ihr das Flair beschaulicher Annäherung abgeht.

Plateau

Auf dem Plateau angekommen, findet sich der interessierte Besucher vor der frisch renovierten, der hl. Margaretha geweihten Pfarrkirche Kaprun mit dem sog. Kirchfriedhof, der den östlichsten Punkt der Anhöhe bildet. Das ist der älteste Teil des Kapruner Friedhofs, in dem sich heute auch der Urnenhain befindet. Hier erinnert eine Gedenksäule an jene Verunglückten, die in der NS-Zeit zur Zwangsarbeit verurteilt, im Zuge des Kraftwerkbaues ihr Leben verloren und hier begraben wurden. Der darauf befindliche Text erschließt sich nur jenen, die die Mühe auf sich nehmen und die Säule lesend mehrmals umrunden.

Westlich der Kirche liegt der Pfarrhof mit der Wohnung für Priester oder Pfarrleiter und der Pfarrkanzlei. Auch er wurde in letzter Zeit vorbildlich renoviert. Dem Pfarrhof gegenüber befindet sich im Süden der Pfarrhofgarten mit einem kapellenartig gemauerten Einraumgebäude und alten Obstbäumen am Südabhang des Kirchbichls.

Westlich des Pfarrhofes steht ein Privathaus, in dem einst ein Kaufladen untergebracht war. Aus diesem „Friedhofskrämer“ ist längst ein riesiger moderner Supermarkt geworden, der heute unten im Ort betrieben wird und dem man seinen einfachen Ursprung nicht mehr ansieht.

Südlich dieses Hauses befindet sich das Meixnerhaus, früher ein Bauernhaus, heute ein ebenfalls neu hergerichtetes pfarrliches Veranstaltungszentrum mit sehr einladender und heimeliger Atmosphäre.

Westlich des Meixnerhauses liegt das Kaprun Museum (im revitalisierten Steinerbauernhaus) mit einem kleineren Nebengebäude auf der anderen Seite der Zubringerstraße, die den Kirchbichlbewohnern und Besuchern die motorisierte Zufahrt ermöglicht. Sie mündet nördlich des Museums in den alle Gebäude verbindenden zentralen Platz des Kirchbichls, auch Freiluft-Versammlungsraum für Kirchgänger und Veranstaltungsbesucherinnen. Südlich des Museums befindet sich der neue Friedhof, dessen erste Bauphase noch in die Vierzigerjahre des 20. Jahrhunderts fällt, als der Kraftwerksbau eine Friedhofserweiterung notwendig machte. Er wurde seither weiter vergrößert und zuletzt umfassend saniert.

Erwähnenswertes

Der Kapruner Kirchbichl wird an seinem Fuße von einem Tunnel durchquert, der seinerzeit für die Schleppbahn Kaprun, der Zubringerbahn zur Kraftwerksbaustelle, errichtet wurde und heute meist mit Toren verschlossen bleibt, geöffnet aber das fuß- und radwegige Passieren von Nord nach Süd und umgekehrt erlaubt.

Ausblicke

Vom Kirchbichl fällt der Blick im Norden auf das Salzachtal und die Pinzgauer Grasberge (Kitzbüheler Alpen), im Osten auf die Burg Kaprun und das Zeller Becken und im Süden auf den Bürgkogel und die Gipfel der Hohen Tauern, die das Kapruner Tal umgeben. Im Westen befindet sich die Skiabfahrt des Schaufelbergs, ein Ausläufer des Maiskogels.

Quellen