Lukas Wolff

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Lukas Wolff

Lukas Wolff (* 28. Dezember 1951 in Salzburg) ist Rechtsanwalt in Salzburg und Vorsitzender des Salzburger Haus- und Grundbesitzerbundes.

Lukas Wolff stammt aus einer alten Salzburger Anwaltsfamilie. Er besuchte das Akademische Gymnasium und studierte in Wien und Salzburg Jus. Wolff ist verheiratet und Vater von neun Kindern. Kinder seien Geschenke, die er und seine Frau Ladislaia gerne angenommen haben, sagt er.

Vorgestellt

Er ist ein Gentleman durch und durch. Der graue Anzug sitzt wie angegossen, die Manschettenknöpfe passen perfekt zum Hemd. Selbst wenn ihn das Thema emotional bewegt, sieht man es ihm nicht an. Mit ruhiger fester Stimme trägt er seine Argumente vor und hofft, dass sie sein Gegenüber zum Um- und Nachdenken anregen.

Aufgeregt hat den Rechtsanwalt Lukas Wolff, der Vorsitzende des Salzburger Haus- und Grundbesitzerbundes ist, in den vergangenen Monaten vor allem eins gehörig: Die Diskussion um den Grünland-Schutz in der Stadt Salzburg. 55 Prozent des Landeshauptstadt würden durch die Grünlanddeklaration unter "strengsten Naturschutz" gestellt, meint Wolff. (Richtig wäre unter "strengsten Raumordnungsschutz"). Der Wohnbau würde so zum Erliegen kommen, die Preise weiter steigen. "Junge innovative Leute haben so kaum mehr Chance, in Salzburg zu leben", sagt der Anwalt. Salzburg würde dadurch massiv an Dynamik und Attraktivität verlieren. Ein Phänomen, das Wolff auch in der eigenen Familie bemerkt haben will. Von seinen neun Kindern sieht keines die Zukunft in Salzburg. "Wer etwas bewegen will, der geht nach Wien", sagt er. Selbst Linz sei eine Boom-Town im Vergleich zu Salzburg.

Wobei Wolff die Entwicklung in Salzburg in einem größeren Zusammenhang verstanden haben will. Sie sei ein Teil der Zukunftsangst, der Kultur der Ängstlichkeit der Zögerlichkeit, die Papst Johannes Paul II. kritisiert hat, sagt Wolff, der sich als gläubiger Katholik bezeichnet. Und die Grünland-Debatte sei auch ein Kampf der Alten gegen die Jungen, nicht ohne Polemik. Die, die alles haben, würden verhindern, dass die anderen sich in Salzburg ein ansprechendes Leben aufbauen können.

Wolff will natürlich nicht ganz Salzburg zubetonieren. Die großen Stadtlandschaften, die Stadtberge, die Salzachufer und vieles mehr müsste geschützt werden, sagt er. Vieles andere könne aber sehr wohl verwertet werden. Wolff verschweigt dabei allerdings, dass die Stadtberge schon aufgrund der Verkehrserschließung großteils gar nicht bebaubar sind, dass die Salzachufer aus vielen Gründen grundsätzlich nicht bebaubar sind, und gerade randliche Lagen der großen Stadtlandschaften sicherlich mit Zustimmung der Grundeigentümer und des Grundeigentümerverbands immer wieder angeknabbert werden.

Dass er selbst ein Grundbesitzer (Wolff besitzt die Villa des bekannten Salzburger Malers Johann Fischbach samt dem von Fischbach gestalteten weitläufigen Garten) ist, der seine Flächen gerne verkaufen würde, daraus mach Wolff keinen Hehl. Er habe sein Grundstück auch angeboten, von der Stadt Salzburg aber nicht einmal eine Antwort bekommen. Eine Vorgangsweise, die ihn wurmt. Zum einen, weil sie unhöflich ist, und zum anderen, weil bei einer Diskussion über Grundstücke und deren Verwertung auch die Eigentümer eingebunden sein sollten. (Das Angebot von Wolff an die Stadt - offensichtlich zum Kauf und sicher nicht zu reinen Grünlandpreisen - war dabei wohl nicht ganz ernst gemeint, nachdem die Verwertung privater Grundstücke nicht Aufgabe der Stadt ist. Die Umwidmung solcher Grundstücke in Bauland wieder steht, wie Wolff weiß, nur bei der generellen Überarbeitung des Flächenwidmungsplanes (also wieder etwa 2009) zur Diskussion, nicht aber in der übrigen Zeit.)

Wolff will jedenfalls nicht so schnell locker lassen. Der Anwalt, der für die ÖVP sechs Jahre lang im Gemeinderat saß und immer noch im Aufsichtsrat der Wohnbaugenossenschaft GSWB tätigt ist, hält die Errichtung von geförderten Mietwohnungen für eine soziale Notwendigkeit. Und er hält es für vertretbar, dass auch im Süden der Stadt Salzburg, in den Prominentenvierteln, mehr Mietwohnungen entstehen.

Seit dem Jahr 2002 tritt Lukas Wolff vor allem auch im Zuge der Diskussionen um die Errichtung eines Handymastes auf seinem Grundstück in Erscheinung. Neben den unterschiedlichen Projektierungen des Betreibers - vom anfänglichen 47-Meter-Gittermast (2002), einer abgespeckten 35-Meter-Variante desselben Typs (2003), über eine 33 Meter hohe Stahl- und Plastiktanne (2008) bis zum schlichten 30-Meter-Rohrmast (Sommer 2010) - bleibt eine Konstante bestehen: Rechtsanwalt Lukas Wolff verfolgt fortgesetzt den Plan, am äußersten Rande seines Grundstückes in unmittelbarer Nähe großer Parscher und Aigner Wohnsiedlungen einen Handymast errichten zu lassen, um daraus Mieteinnahmen zu lukrieren. Von den Anrainern wurden die Pläne aufgrund der Gesundheitsgefährdung heftig kritisiert; mehr als 2.000 Nachbarn von Lukas Wolff haben dagegen mittels Unterschrift protestiert. Die Entscheidung über das zuletzt eingereichte Projekt obliegt dem Magistrat Salzburg sowie der Stadtpolitik und ist bislang (August 2010) noch ausständig.

O-Ton

"Die Stadt Salzburg verliert zunehmend an Bedeutung. Man sollte sich daran erinnern, dass das schon ein Mal so war. Am Ende der Monarchie haben auf dem Residenzplatz die Kühe gegrast."
"Es ist eine menschenverachtende Arroganz, den Bau von geförderten Mietwohnungen, nur weil sie vor der eigenen Haustür entstehen sollen, mit allen Mitteln verhindern zu wollen."
"Die Stadt verwaltet sich ja nur noch selbst."

Quelle

  • Salzburger Nachrichten (Alfred Pfeiffenberger)