Residenzplatz

Aus Salzburgwiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Karte
der Residenzplatz während der EURO 2008
der Residenzplatz mit dem renovierten Residenzbrunnen und im Hintergrund der Salzburger Dom

Der Residenzplatz in der Altstadt von Salzburg ist ein repräsentativer (Haupt-) Platz für die zwei prunkvollen fürsterzbischöflichen Residenzen. Der Residenzplatz ist auch der Standplatz der Salzburger Fiaker.

Beschreibung

Der rechteckige Platz, dessen größte Länge in West-Ost-Richtung etwa 110 Meter und dessen größte Breite in Nord-Süd-Richtung etwa 90 Meter beträgt, umfasst eine Fläche von etwa 9 900 Quadratmetern[1]. Architektonisch ist er als dreiseitig funktionales Bindeglied zwischen den beiden fürstlichen Residenzen und der bischöflichen Domkirche konzipiert.

Geschichte

Der Residenzplatz wurde durch Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau geschaffen. Etwa um 1590 ließ er eine Zeile von Bürgerhäusern am Aschhof, ein kleinerer Platz - der etwa 1 500 m² umfasste - abtragen, sowie den Domfriedhof, der nördlich des Doms gelegen war, aufgelassen. Als Ersatz für den Domfriedhof wurde der Sebastiansfriedhof neben der St.-Sebastians-Kirche anlegt. So entstand der Platz vor der alten und der neuen Residenz, der damals Hauptplatz genannt wurde.

Am Aschhof entlang und gegen die Bürgerhäuser zu, zog sich rund um den Domfriedhof damals eine feste Mauer, die Burgmauer, welche die Grenze zwischen der Fürstenstadt und der Bürgerstadt darstellte. Wolf Dietrich versetzte auch diese Mauer 1593 in Richtung Dom zurück.

Alte Ansichten

Residenzbrunnen

Hauptartikel: Residenzbrunnen

Der Residenzbrunnen ist ein monumentaler Brunnen, der zwischen 1656 und 1661 im Auftrag von Fürsterzbischof Guidobald Graf von Thun und Hohenstein geschaffen und wohl von Tommaso di Garona ausgeführt wurde. Das untere Brunnenbecken auf allseitigen stufenartigen Sockeln ist vierseitig symmetrisch und besitzt eine ausgebogene und geknickte barocke Formgebung. Ein mittiger Felsen darauf ist von vier wasserspeienden Meerrossen umgeben. Der Felsen trägt vier nackte athletische Männer mit einer weiteren flachen Wasserschale, in denen drei Delphine wiederum ein flaches Wasserbecken halten. Dieses oberste Becken trägt einen Triton, der aus einer Tritonschnecke Wasser senkrecht in die Luft stößt.

Bauten um den Platz

Begrenzt wird der Platz:

Chronogramm

Am Haus Residenzplatz Nr. 4 / Ecke Goldgasse Nr.18 befindet sich eine Inschrift samt Chronogramm

Lateinische Inschrift : "IaCobI ErnestI PrInCIpIs IVVaIensIs IVussV renoVata DoMVs" , MD CC VVVVV VV IIIII IIIII
Übersetzung: "Jakob Ernst Fürst(-Erzbischof) von Salzburg gab den Befehl, dass dieses Haus in Stand zu setzen ist", 1745.
Lateinische Inschrift : "Vt qVippe LappsVra IVVaretVr erreXIt IaCob LapIDeM", M D C LL X VVVVVV IIIII
Übersetzung: "Da (das Haus) tatsächlich baufällig war, war es eine Freude, (gleich dem) Jakob einen Stein zu errichten" , 1745.
ein Wortspiel, bezugnehmend auf die Bibel, 1. Buch Mose (Genesis) - Kapitel 31 - Vers 45 [2]

Jahrelanger Pflasterungsstreit

Der ursprüngliche Belag des Platzes bestand aus kleinen, rund geformten Flusssteinen aus der Salzach. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden die Flusssteine mit Sand verdeckt und um den Platz wurden Straßen asphaltiert. 2006 tauchten wieder Überlegungen auf, den Platz in seinen ursprünglichen Zustand zu versetzen, da unter einer Schicht Sand sich dieser alte Belag noch befindet, jedoch restauriert und den modernen Gegebenheiten angepasst gehörte. 2008 wurde der Architektenentwurf von Andreas Knittel und Max Rieder der Öffentlichkeit in Form eines Probebelags präsentiert. Dieses Teilstück der Pflasterung rief eine neuerliche Debatte hervor, die nach der Gemeinderatswahl am 1. März 2009 zur Einstellung der Neupflasterung führte. Daraufhin wurde ein etwa vier Meter breiter Gürtel um den Residenzbrunnen mit der ursprünglichen Flusssteine-Pflasterung versehen. Dafür wurden rund 1,2 Mill. Euro ausgegeben.[3]

2012 gab es einen weiteren Versuch, einen geeigneten Belag für den Platz zu finden. Am 11. Juli 2012 wurden zwei Probeflächen mit je 24 Quadratmetern mit einem neuen Belag zu Testzwecken belegt. Der Quarzsand der Leube-Tochterfirma soll mit einem biologischen Bindemittel (Stabilizer) dafür sorgen, dass es im Sommer weniger staubt. Nach dem Rupertikirtag im Herbst wollten Baustadträtin Claudia Schmidt und Michael Handl, Leiter des Straßen- und Brückenamts, entscheiden, ob sich die Mixtur bewährt hat.

2018 war es dann aber so weit. Bis Mitte Juli sollten im derzeit asphaltierten Randbereich 5 000 Quadratmeter Granit-Pflaster aus dem Böhmerwald verlegt werden. Seit Februar wurden notwendige Vorbereitungsarbeiten durchgeführt: Kanäle für die Oberflächenentwässerung, neun zentrale Elektroversorgungsstationen, Wasserleitungen, ein zweieinhalb Meter tiefer Abwasser-Entsorgungsschacht samt Pumpwerk für diverse Veranstaltungen sowie andere wichtige Vorrichtungen.

Aus demselben Steinbruch wie das Pflaster stammt auch der Schotter, mit dem dann im Frühjahr 2019 der große Platz aufgefrischt wird. Unangetastet bleibt dabei der Ring aus Bachsteinen rund um den Residenzbrunnen, der seit 2017 dem Land gehört. Wie überall in der Altstadt ist auch hier mit Funden aus dem römischen Salzburg und aus dem Mittelalter zu rechnen. Archäologen werden deshalb den Bau begleiten.[4]

Veranstaltungen

Um den Residenzbrunnen, der sich in der Mitte des Residenzplatzes befindet, findet auch jährlich der eindrucksvolle Fackeltanz anlässlich der Eröffnung der Salzburger Festspiele statt. Weiters bildet der Platz auch Kulisse für den Rupertikirtag sowie für Teile Salzburger Christkindlmarkts. In der Nachkriegszeit bis gegen Ende des 20. Jahrhunderts gab es in der Adventzeit einen großen Christbaum-Markt rund um den Residenzbrunnen. Auch einige Open-air Konzerte fanden auf dem Residenzplatz statt. Beim Salzburger Businesslauf liegen Start und Ziel am Residenzplatz.

Ereignisse

Hubschrauber am Residenzplatz, 2006

Bücherverbrennung

Am 30. April 1938, nach dem Anschluss an Nazi - Deutschland, fand auf dem Residenzplatz einer der beiden Bücherverbrennungen auf dem Gebiet des heutigen Österreich statt. Sie wurde vom SS-Mann, Lehrer und Schriftsteller Karl Springenschmid inszeniert.

Seit dem 25. November 2011 erinnert eine Gedenktafel an der Kirche St. Michael, sowie seit dem 2. Mai 2018 das Mahnmal zur Bücherverbrennung 1938 daran.

Kontra.com

Kontra.com war eine künstlerische Veranstaltung in der Stadt Salzburg im Mozart-Gedenkjahr 2006, die für große Aufregung sorgte. Ein Objekt der Aufregung war ein Hubschrauber, der am Residenzplatz auf den Kopf gestellt, gezeigt wurde.

Bildergalerie

Panoramabilder

Gedenktafeln, Schilder

weitere Bilder

 Residenzplatz – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Video

Auf den Wiedergabe-Knopf drücken, um ein kurzes Video über den Residenzbrunnen abzuspielen. <video>http://www.salzburg.com/nwas/interaktiv/videos/salzburgwiki_residenzbrunnen.wmv%7Cdownload</video>

Fußnoten

  1. Quelle www.openstreetmap.org Länge ca. 112 Meter, Breite ca. 88 m
  2. bibel-verse.de
  3. siehe auch Neugestaltung Residenzplatz
  4. Quelle www.salzburg24.at

Quellen