Marienkäfer

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Marienkäfer auf Blutpflaumenblüte
Marienkäfer

Die Marienkäfer (Coccinellidae) sind eine Familie der Insekten und werden zu den Käfern (Coleoptera) gezählt.

Allgemeines

In Mitteleuropa gibt es rund 80 verschiedene Arten. Marienkäfer sind auch im Bundesland Salzburg weit verbreitet und bei der Bevölkerung sehr beliebt.

Asiatischer Marienkäfer

Neben heimischen Arten insbesondere mit sieben Punkten auf dem Rücken (Siebenpunkt-Marienkäfer, Coccinella septempunctata) gibt es nun seit einigen Jahren auch den Asiatischen Marienkäfer in Salzburg. Der Asiatische Marienkäfer (Harmonia axyridis), auch als Vielfarbiger Marienkäfer und Harlekin-Marienkäfer bekannt, stammt aus Japan und China. Er wurde um 1980 zur biologischen Schädlingsbekämpfung zunächst in die USA und dann nach Europa eingeführt. 2001 entdeckte man erstmals in Belgien diese Art auch im Freien. Da sie mit Ausnahme von Baumwanzen keine natürlichen Feinde haben, sich sehr rasch vermehren, kann es zu massenhaftem Auftreten dieser Art kommen. 2006 wurden sie erstmals in Salzburg gesehen.

Die asiatischen Neuankömmlinge ernähren sich von Blattläusen. Finden sie davon zu wenig, fressen sie die Larven der heimischen Marienkäfer auf und könnten so den heimischen Bestand gefährden. Sie haben verschiedene Erscheinungsformen, von Gelb ohne Punkt über Rot mit (meist 19) schwarzen Punkten bis hin zu schwarzer Dominanz (dann erscheint die "Restfarbe Rot" als rote Punkte).

Massenhaftes Auftreten in Flachgauer Gemeinden 2011

In zahlreichen Teilen des Flachgaus und Teilen des Tennengaus konnte man im Herbst 2011 ein massenhaftes Vorkommen des Asiatischen Marienkäfers feststellen.

Am Oberalmberg in Puch bei Hallein war ein massenhaftes Auftreten des asiatischen Marienkäfers zu beobachten. Besonders an südseitigen und sonnigen Stellen am Oberalmberg war ein geradezu schwarmartiger Befall vorhanden, so dass sich deshalb sogar die Benutzung von Ruhebänken am Waldrand als unmöglich erwies. Auf der Kleidung war man im Nu überall von Marienkäfern befallen und sie drangen auch z. B. beim Kragen sofort in das Innere ein. Bewohner in der Umgebung des Oberalmberges klagten auch über das vermehrte Eindringen der Marienkäfer in die Häuser und es mussten deshalb tagsüber die Fenster verschlossen bleiben. Auch die Weidetiere im Freien wurden von den Schwärmen geradezu eingehüllt und waren deshalb sichtlich beeinträchtigt.

Sehr unangenehm ist die Tatsache, dass diese Insekten beim Befall ein sehr übelriechendes Sekret absondern. Dieser Umstand ist besonders bei den Weinbauern gefürchtet, weil es durch die Beimengung von Marienkäfern in der Maische zu schweren Geschmacksstörungen des Weines kommt. Man muss deshalb bereits von einer Marienkäferplage sprechen.

Bildergalerie

Weiterführend

Für Informationen zu Marienkäfer, die über den Bezug zu Salzburg hinausgehen, siehe zum Beispiel den Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum selben Thema

Quellen