Muggenthal

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Die Muggenthaler waren eine bayrische Adelsfamilie, die in den Jahren 1626 bis 1687 zwei Salzburger Domherren (Erbauer des Schlosses Schönleiten) stellte.

Allgemeines

Das Geschlecht derer von Muggenthal (Muggendal, Muggenthall, Muckhendall) gehörte zum bairisches Uradel. Es war vor allem in der Gegend von Eichstätt ansässig.[1]

Die Muggenthaler waren zeitweilig Herren über die Hofmark Sandersdorf (1425–1646), zu der auch Mendorf gehörte, das die Muggenthaler 1520 erworben hatten, über die Burg Eggersberg (1435–1480), das Schloss Hexenagger (1528–1724) und das Schloss Neuenhinzenhausen (1557–1780). Seit 1471 diente das Kloster Schamhaupten den Muggenthalern als Familiengrabstätte.[1]

Die Familie teilte sich früh in die Linien Muggenthal-Sondersdorff zu Waal und Muggenthal-Hexenagger;[2] Von diesen wurde die Linie Muggenthal-Sondersdorff (Sondersdorf stand bis 1646 im Familienbesitz[3]) durch Kaiser Leopold I. am 24. Oktober 1667[4] in den Reichsgrafenstand erhoben.[2]

Genealogie

Genannt werden ua.[2]

  • Weimarus (um 1279)
      • Heinrich, um 1517 in Sondersdorf, Pfleger zu Abach und Kehlheim, Vater von:
        • Hans-Heinrich, der Hinzenhausen mit Sondersdorf (Sandersdorf) vereinigte,[3], Gründer der Neu-Sintzenhausischen (richtig wohl: Neuhinzenhausischen) Linie (erwähnt um 1507[3])
          • (Sohn)
            • (Enkel)
              • Hans Wolf
                • Franz Ignaz (* um 1701; † 1704), kurbayerischer Kammerherr und Wildmeister in Landshut (Niederbayern), zwei Töchter
        • Wolf Heinrich
          • Heinrich Hannibal, erster Freiherr von Muggenthal auf Prondorff und Praidenh., fürstlich bayerischer Kammerherr, Rat und Vizedom zu Landshut und Pfleger zu Kirchberg
            • Eberhard Adolf, kurkölnischer und kurbayerischer Kammerherr, Rat und Pfleger zu Kirchberg
              • Franz Albrecht († 1683 Schloss Stralfeld), kurbayerischer Pfleger, Kastner, Forstmeister und Landeshauptmann zu Obermurach, bischöflich regensburgischer und freisingischer Rat

Die Grafen von Muggenthal zu Waal

Der zuletzt genannten Linie sind auch die Herren zu Waal – die Herrschaft Waal erwarben die Muggenthaler 1601/1607[5] – zuzuordnen, welche 1667 in den Reichsgrafenstand erhoben wurden.[2]

Die Freiherren Johann Dietrich, Wolf Bernhard, Carl Ferdinand, Konrad Sigmund und Werner Philipp von Muggenthal waren Brüder.[6] Die Grafenstandserhebung, oder doch deren Publikation, erfolgte aber im Jahre 1669 nur für Johann Dietrich, Karl Ferdinand, Wolf Bernhard und Conrad Sigmund (also nicht für Werner Philipp von Muggenthal).[7]

Einer der Brüder war Conrad Sigmund (* 1617; † 1690), Graf v.Muggenthal, Herr zu Waal und Bedernau, welcher am 8. Juni 1662 Maria Anna Margareta Gräfin Fugger zu Kirchberg und Weissenhorn (* 1640; † 1687) heiratete.[8]

Wohl der nächsten, und vielleicht der letzten, Generation gehörte Franz Josef Graf von Muggenthal zu Waal an, welcher Anna Ludowike Freiin Schenk von Stauffenberg (* 4. März 1691 Risstissen; † 1765) heiratete.[9]

Die Linie der Muggenthaler auf Hinzenhausen starb 1725 oder vorher aus.[3]

Die Salzburger Domherren

Johann Dietrich Freiherr (ab 1667: Graf) von Muggenthal hatte seine Aufschwörung am 20. Juli 1626 und starb 1677.[4]

Er nahm im Jahr 1648 an den zum Ende des Dreißigjährigen Krieges führenden Friedensverhandlungen in Münster (Westfalen) teil.[2]

Carl Ferdinand Freiherr (ab 1667: Graf) von Muggenthal hatte seine Aufschwörung am 13. Jänner 1638 und starb 1687.[4]

Er kann gleichgesetzt werden mit jenem Karl Ferdinand von Muggenthal auf Waal, welcher (zumindest) 1651 Propst des Stifts St. Peter zu Augsburg (heute in Bayerisch-Schwaben) war.[10]

Die beiden Brüder erkauften 1654 von Johann Andrä Weickh, JUDr., und seiner Frau Maria Wiserin das „Surhamerhaus“ und zehn andere Urbarstücke um 4600 fl., und ließen darauf das Schloss Schönleiten erbauen.

Nach Johann Dietrichs Tode (1677) war Karl Ferdinand der alleinige Besitzer, der das Gut aber nicht behielt. 1678 ging es im Wege eines Dreiecksgeschäfts zum Preis von 6000 fl. auf das Domkapitel über, welches im Gegenzug dem Erzbischof Max Gandolf Grafen von Kuenburg das Johannesschlösschen abtrat.[11]

Miszellen zur Linie von Hexenagger

Die Linie von Hexenagger nahm ihren Anfang mit Erhard von Muggenthal auf Sandersdorf und Mendorf, Pfleger zu Dietfurt und Altmannstein und Landrichter zu Hirschberg, den Herzog Wilhelm von Bayern im Jahr 1529 mit Hexenagger belehnte.

Dieser Linie gehörte auch Georg Wilhelm von Muggenthal (Schlossherr um 1625-1629) an.

Sie starb im Jahr 1724 mit Max Albrecht von Muggenthal, Herrn von Sandersdorf und Hexenagger – der 1693 in den Reichsherrenstand erhoben worden war (und in der Pfarr- und Wallfahrtskirche Bettbrunn begraben liegt) – aus.[12]

Quellen

  1. 1,0 1,1 Wikipedia-Artikel „Muggenthaler“ (9. März 2011).
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 Jacob Christof Iselin, Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon, Band III S. 582..
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 Wikipedia-Artikel „Schloss_Sandersdorf“ (9. März 2011)..
  4. 4,0 4,1 4,2 Johann Riedl: Salzburg's Domherren. Von 1514-1806, in: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde (MGSLK) 7, 1867, S. 122-278, verzeichnet unter Nr.n 177 und 178 die Freiherren, dann Grafen Johann Dietrich und Carl Ferdinand von Muggenthal mit Aufschwörungsdatum, Grafenstandserhebung und Todesjahr, aber insbesondere ohne Geburtsjahr.
  5. Max Spindler, Andreas Kraus, Geschichte Schwabens bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts, München (Beck) 1971) Band. 3, Teil. 2, S. 412.
  6. Gegen den von Werner Philipp durchgeführten Verkauf der Herrschaft Lautrach protestierten die übrigen vier und besetzten 1643 Schloss Lautrach, vgl. Gerhard Immler: Staatsarchiv Augsburg, Fürststift Kempten. Archiv (1998, Druck 2002: Bayerische Archivinventare Band 51). Repertorium Nr. 48-56, S. 326.
  7. Moriz Maria von Weittenhiller, Der Salzburgische Adel, in Siebmacher's großes Wappenbuch, Bd. 4, 6. Abteilung, Nürnberg 1883. Vorwort.
  8. Heinz Wembers Fugger-Genealogie
  9. GedBas-Datei der Ehefrau.
  10. Propst Karl Ferdinand von Muggenthal auf Waal belehnte am 20. Oktober 1651 zu Augsburg Franz Joachim von Donnersberg mit der Mühle zu Lamentingen samt den zugehörigen Äckern und Wiesen (Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Bestand Q 3/31: Gräflich von Maldeghemsches Archiv Niederstotzingen, 3.3 Archiv der Herrschaft Igling, Urkunde Q 3/31 U 4156.
  11. Österreichische Kunst-Topographie, herausgegeben vom Kunsthistorischen Institute der k. k. Zentral-Kommission für Denkmalpflege, redigiert von Max Dvorak Band XI (Salzburg-Land II. Band) Die Denkmale des politischen Bezirkes Salzburg. III. Teil: Gerichtsbezirk Salzburg. Von Paul Buberl, Archivalischer Teil von Franz Martin. Wien (Kunstverlag Anton Schroll & Co.) 1916. S. 343.
  12. Waffen-, Huf- und Hammerschmiede in Altmannstein / Hexenagger im Naturpark Altmühltal; weiters Die Kunstdenkmäler von Bayern; im Auftrag des Staatsministeriums für Unterricht und Kultus hrsg. vom Landesamt für Denkmalpflege. München (Kommissionsverlag R. Oldenbourg) 1905 -.