Schloss Schönleiten

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Das Missionshaus der Herz-Jesu-Missionare im Schloss Schönleiten

Schloss Schönleiten ist ein ehemaliges Schloss in Salzburg-Liefering, das heute den Kern des Missionshauses der Herz-Jesu-Missionare bildet.

Geschichte

Ursprünglich bestand das Gut aus drei Bauerngütern: dem Surheimergut, dem Esterergut und dem Sintlergütl.

1654 kauften die Brüder Johann Dietrich und Carl Ferdinand Grafen von Muggenthal, zwei Salzburger Domherren, von Johann Andrä Weickh, JUDr., und seiner Frau Maria Wiserin das „Surhamerhaus“ und zehn andere Urbarstücke um 4600 fl..

Auf dem erworbenen Grund ließen sie das Schloss Schönleiten errichten.

Nach Johann Dietrichs Tode (1677) war Karl Ferdinand der alleinige Besitzer, der es aber nicht behielt. 1678 ging es im Wege eines Dreiecksgeschäfts zum Preis von 6000 fl. auf das Domkapitel über, welches im Gegenzug dem Fürsterzbischof Max Gandolf Grafen von Kuenburg das Johannes-Schlössl abtrat. Infolgedessen war die Nutznießung des Schlösschens Schönleiten – der Name findet sich bereits in den Tauschakten – dem jeweiligen Domdechant eingeräumt.

1752 wurde das Schlösschen, das damals vier Ecktürme hatte, als baufällig bezeichnet. In der Folge wurde die Veräußerung angestrebt. 1768 wurde es an den Hofbibliothekar, Geheimen Rat und Hofrat-Prodirektor Franz Thaddäus von Kleimayrn verkauft. 1805 verkauften dessen Erben den Hof an die Salzburger Mühlenbesitzers- und Bäckersfamilie Heilmayr, die es als landwirtschaftliches Gut nutzten.

Die Herz-Jesu-Patres Peter Barral (Franzose) und Johannes Ilge (Rheinländer) konnten (nach erheblichen Schwierigkeiten) 1889 das Gut um 35 000 Gulden erwerben. So hießen die Patres dann bei den Lieferingern noch lange "die Heilmayr-Herren". Sie bauten das Schloss zu einem Kloster um; neben dem alten Schlösschen wurden eine stattliche Kapelle (1895) und ein Instituts- und Klostergebäude errichtet.

Beschreibung (1916)

Zweistöckiges rechteckiges Gebäude mit einfach umrahmten Fenstern, Gurtgesimsen, hohem Blechmansardendach. Im Osten ist ein etwas höherer Turm vorgebaut, der unten von einem Gewölbe durchbrochen ist, an das sich vorne eine Aufgangstreppe aus Konglomerat anschließt. Am Turm oben Marmorwappen (Schrattenbach!) und oblonge, schön skulpierte Rollwerkkartusche mit zwei Cherubsköpfen und der Inschrift: Johann Dieterich Graf von Muggenthall, Herr zu Waal, des Hochlöbl. Ertzstifft Saltzburg Thumbherr und Scholasticus Ihr. Rom. Kayserl. May. Rath Anno 1655.

Quellen

  • Salzburgwiki-Beitrag Liefering
  • Homepage der Herz-Jesu-Missionare
  • Adolf Frank, Der Mönchsberg und seine Baulichkeiten, in: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde 70, 1930, S. 1-44 (36 f.).
  • Österreichische Kunst-Topographie, herausgegeben vom Kunsthistorischen Institute der k. k. Zentral-Kommission für Denkmalpflege, redigiert von Max Dvorak, Band XI (Salzburg-Land II. Band): Die Denkmale des politischen Bezirkes Salzburg. III. Teil: Gerichtsbezirk Salzburg. Von Paul Buberl, archivalischer Teil von Franz Martin. Wien (Kunstverlag Anton Schroll & Co.) 1916. S. 343.