Nicolas Marchand

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Nicolas Marchand

Nicolas Marchand (* 1980 in Salzburg) ist Autor, Schauspieler und Regisseur.

Leben

Von 1999 bis 2003 absolvierte Marchand seine Schauspielausbildung am Schauspielhaus Salzburg. Seither ist er als freier Schauspieler und Regisseur sowohl im deutsch- als auch im französischsprachigen Raum tätig. Marchand arbeitete unter anderem am Schauspielhaus Salzburg, dem "theater rampe" Stuttgart, dem Theater der Stadt Heidelberg, dem CDDB – Théâtre de Lorient und dem Odéon – Théâtre de l'Europe.

Als Autor wird Nicolas Marchand vom Per H. Lauke Verlag Hamburg vertreten. Sein Stück "Zwischen Riesen" wurde ins Französische und Englische übersetzt. Für seine literarische Arbeit erhielt er das Dramatikerstipendium des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur des Bundes und des Landes. Die Komödie "Calvados 110" ist 2009 im Kleinen Theater zu sehen.

Vorgestellt

Freiheit – um nichts Geringeres geht es Nicolas Marchand in seinem (Künstler-)Leben. Seit vielen Jahren ist der Schauspieler, Regisseur und Dramatiker schon eine feste Größe in der freien Theaterszene Salzburgs. Am 17. Juni 2009 hat das neue Stück "Calvados 110" im Kleinen Theater Premiere, das er gemeinsam mit Kollege Thomas Hupfer in zwei Wochen in einem Wohnwagen in der Normandie geschrieben hat.

Es ist die mittlerweile achte Produktion des Théâtre des Rêves Têtus (TRT) seit seiner Gründung 2002 durch Marchand und Hupfer. Die Protagonisten, zwei Brüder in Geldnöten, leisten sich hier Freiheit, obwohl sie dadurch in materielle Nöte geraten. Der so entstandene Zwang zum kreativen Umgang mit Alltagssituationen wird in dieser Komödie nicht nur für sie zur Bereicherung.

Mit dem Theater ist der gebürtige Salzburger Marchand früh in Berührung gekommen. Seine Eltern nahmen ihn ins Landestheater und die Elisabethbühne mit. Mit neun Jahren sah er zum ersten Mal Molière. "Das habe ich zwar nicht verstanden, aber die ganzen Farben mochte ich gern, die Figuren, die Kostüme, die viele Bewegung."

Von da an verläuft sein Weg zur Bühne gerade: mit 15 ein Theaterworkshop, mit 19 das Vorsprechen beim Schauspielhaus und dann die Ausbildung dort. 2002, noch während der Zeit an der Schauspielschule, erhält er ein Dramatikerstipendium vom Bundeskanzleramt für "Gefangene Nächte", der bereits zweiten Arbeit für das TRT. Weitere Stipendien folgen. Diese finanzielle Unterstützung ermöglicht Marchand ein eigenes Stück Freiheit: zu spielen und zu schreiben, wann und was er will. Angebote, bei Ensemble-Häusern anzuheuern, lehnt er konsequent ab. Zumal ihm als Schauspieler zwei Produktionen im Jahr – seit 2005 überwiegend in Frankreich – ohnehin reichen. Wenn er nicht gerade für das TRT schreibt, inszeniert oder spielt er. Mit Freiheit hat auch seine Vorstellung von Theater zu tun. "Für mich ist Theater immer am spannendsten, wenn es eine Sehnsucht auf die Bühne bringt, eine Frage, wofür man stehen könnte statt wogegen."

Und weil Sehnsüchte bis zu ihrer Materialisierung manchmal einen langen Anlauf brauchen, heißt Hupfers und sein Theater übersetzt "Theater der dickköpfigen Träume". Nach "Calvados 110", dem fünften Text, den er für das TRT (mit-) verfasst hat, legt Nicolas Marchand das Theater allerdings ersteinmal beiseite. Er will demnächst seinen ersten Roman vollenden. Worum es darin geht? Natürlich um das Thema Freiheit.

Quelle

  • Salzburger Nachrichten