Pfongauer Weihnachtskrippe

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Gesamtaufnahme 2017/18
Detailaufnahme 2013/14
Detailaufnahme 2013/14
Detailaufnahme 2017/18

Die Pfongauer Weihnachtskrippe ist eine prachtvolle Weihnachtskrippe, die man alljährlich in der Filialkirche zum hl. Martin in Pfongau in der Flachgauer Stadt Neumarkt am Wallersee sehen kann.

Beschreibung

In der Kirche, deren Wurzeln bis um das Jahr 700 nach Christus zurückreichen, kann man in der Weihnachtszeit eine Kostbarkeit ersten Ranges erleben: die prachtvolle Pfongauer Weihnachtskrippe, die drei Meter lang, 1,80 Meter hoch ist und über 150 Figuren zeigt. Sie ist eine historische Landschaftskrippe mit orientalischen und salzburgischen Elementen.

Der Krippenberg besteht aus drei Etagen: In der Mitte ist ein Palast zu sehen, darüber ein Tempel. Beides deuten auf den nahöstlichen Originalschauplatz des Geschehens hin. Links und rechts hingegen kann man Landschaften und Häuser aus unserer Heimat sehen. Ganz unten der Stall mit der Heiligen Familie. Durch die Landschaften links und rechts verlaufen insgesamt zehn Meter Wege.

Geschichte

Die Landschaftskrippe zeigt sich noch heute in ihrem Originalzustand und soweit bekannt, stand sie auch immer an demselben Platz, an der rechten Seitenwand beim Altar. Die Figuren stammen aus drei Epochen: Salzburger Wachsfiguren vom Anfang des 18. Jahrhunderts, barocke Schnitzfiguren aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts sowie Nazarener Holzfiguren aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Insgesamt mehr als 150 Figuren in teilweise sehr schöner und detaillierter Kleidung sind zu sehen. Sie tragen größtenteils noch ihre barocke Kleidung, die aufgrund der Stoffe und Verarbeitung aus einem Salzburger Frauenkloster stammen könnte. Besonders die drei Weisen sind prunkvoll gekleidet. Manchen Figuren sieht man allerdings an, dass sie eine andere Funktion hatten und wohl als Spielzeug gedient hatten.

Es gibt rot-schwarz gekleidete Soldaten zu sehen, die mit ihrer eigenartigen Kopfbedeckung an die radikalen Jakobiner während der Französischen Revolution erinnern. Möglicherweise ein Hinweis auf ihre Entstehungszeit zur Zeit der Franzosenkriege 1800-1801 sowie 1805. Auch Neumarkt war nicht von den Folgen der französischen Besatzung verschont geblieben.

Eine Besonderheit der Pfongauer Krippe ist die Darstellung des Wirtschaftslebens. Handwerke, Werkzeuge, sogar einen Webstuhl gibt es, Fuhrwerke, die Bierfässer den Krippenberg hinauf befördern, ein Metzger zerkleinert ein Schwein, ein Jäger und Polizist sowie Tiere sind zu sehen. Die unbekannten Figurenkünstler hatten aber auch eine Portion Humor in die Krippe verpackt. Da steht auf einem Schild "50 Gulden Straf" und die Figur des Uhrmachers kann minutenlang ihren Kopf auf und ab bewegen, als wolle sie ihren Betrachtern freundlich zunicken. Auch der Salzburger Hanswurst hat sich unter das Volk gemischt.

Vor dem Hintergrund einer Salzburger Häuserlandschaft reiten die Heiligen Drei Könige zur Krippe. Alle Figuren tragen prachtvolle Gewänder und sind im Detail sehenswert.

Die Pfongauer Weihnachtskrippe könnte auch als Wechselkrippe verwendet werden. Es steht nämlich auch noch ein Festsaal zur Verfügung, in dem die Hochzeit von Kana in Galiläa dargestellt werden kann. Figuren einer Hochzeitsgesellschaft samt sechs Steinkrügen können darin aufgestellt werden. Aber diese Möglichkeit wird schon lange nicht mehr benutzt.

Brauch

Jahrzehntelang gab es im Anschluss an die Sonntagsmesse in der Weihnachtszeit einen Brauch. Man bezog die Kinder in das biblische Geschehen insofern mit ein, als dass sie am Hochzeitsessen bei der Krippe teilnehmen konnten. Dazu schenkte die Mesnerin Maria Fürböck jedem Kind einen frisch gebackenen kleinen Hochzeitskuchen.

Bedeutung

Die Pfongauer Weihnachtskrippe stellt ein wertvolles Stück Salzburger Kulturgeschichte dar. Den Bewohnern der Ortschaft Pfongau war und ist es immer noch ein großes Anliegen, trotz der Mühen des Aufbaus der Häuser und vielen Figuren, ihre Krippe sorgfältig auf- und wieder abzubauen.

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Quelle