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Simon Sturm

Simon Sturm

Simon Sturm (* 7. März 1963 in Mattsee) ist Biobauer auf einem Flachgauer Erbhof.

Vorgestellt

Nein: Der Biobauer Simon Sturm möchte die Welt nicht zu einem besseren Ort machen. Wie könnte er auch, der Kollerbauer? Das ist der Hausname seines wunderschönen, oberhalb des Obertrumer Sees gelegenen Bauernhofs. Wer das Glück hat, bei ihm in der Stube sitzen zu dürfen und dabei aus dem Fenster schaut, der findet für den Satz "Die Ruhe vor dem Sturm" eine völlig neue Bedeutung: Malerische Hügel sind da zu sehen, nebenan befindet sich der Gasthof Mayrhof. Auch der ist ein Familienbetrieb. "Weil es anders nicht ginge", sagt Sturm.

Hier oben, im Weiler Untermayrhof, hat sich seit 1772 nicht viel getan. So lange gibt es Sturms Erbhof schon. Seit fünf Generationen heißt der Bauer hier Simon. "Ich bin Simon IV.", sagt er mit einem Augenzwinkern. Über die Erbfolge habe er sich nie Gedanken gemacht. Seinen Erstgeborenen taufte er Paul. Erst den Zweitgeborenen taufte er Simon. Sturm weiß, dass man im Leben nichts erzwingen, aber vom Leben allerhand erwarten kann.

Sturm weiß aber auch, dass kein Genuss ohne Verzicht möglich ist. So habe er zwar eine wunderbare Kindheit erlebt. Aber Wörter wie Urlaub, gewerkschaftlich verordnete Ruhepausen und Lifestyle seien an ihm spurlos vorübergegangen. Sturm hat sich nie beklagt. "Du wächst mit dem Kreislauf der Natur auf", sagt er. "Und mit dem Respekt vor den Tieren, die du zum Überleben brauchst." Da wird klar, dass Bauer kein Beruf ist − sondern eine Berufung.

Mitte der 1990er Jahre fühlte sich Sturm zum Biobauer berufen. "Schon mein Vater führte unseren Betrieb weitgehend biologisch", sagt er. Dass er radikal auf Bioprodukte (Eier und Milch) umstieg, habe auch nichts mit einer Ideologie zu tun gehabt. "Das war in einer Phase, als die Milchwirtschaft den Bach runterging", sagt Sturm. Das Umsatteln auf Bioeier habe für ihn wirtschaftlich am meisten Sinn gehabt. So einfach ist das. Heute legen seine 300 Hühner täglich 200 Eier, die er zum Großteil an Gastronomen verkauft − vom Gasthof Mayrhof in Untermayrhof bis zum Schlosshotel Iglhauser in Mattsee.

Dass die Nachfrage nach Eiern zu Ostern sprunghaft steigt und angeblich weitgehend von österreichischen Hühnern gedeckt wird, entlockt ihm ein Schmunzeln. Woher die kommen, das weiß er nicht. Er wisse nur, dass seine Hühner Ostern nicht mehr Eier als sonst legten. Dass ausländische Eier, die in Österreich gefärbt würden, als österreichische Eier verkauft werden dürften, das ärgere ihn schon – ein bisserl zumindest. Trotzdem: "Ich kann nur das richtig machen, was in meiner Hand liegt", sagt er.

O-Ton

  • Wenn für qualitativ hochwertige Lebensmittel in Österreich ein angemessener Preis verlangt wird, dann wird man schnell mal schief angeschaut. In Frankreich und Italien ist das anders. Hier verzichtet man eher auf Nebensächlichkeiten als auf gutes Essen.
  • Man sollte nicht als Gschaftlhuber gelten, wenn man den respektvollen Umgang mit Tieren einfordert. Den Krämerseelen sei gesagt: Tiere, denen es gut geht, sind auch viel leistungsfähiger. Das ist wie beim Menschen.

Quelle