Obertrumer See

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Der Obertrumer See
Obertrumer See vom Wartstein 01.JPG
Daten
Koordinaten: 47° 57' 40" N, 13° 4' 50" O
Höhe über dem Meeresspiegel: 502,7 m ü. A.[1]
Fläche: 4,9 km²
Länge: 5 km
Breite: 1,3 km
Einzugsgebiet inkl. See: 57,6 km²
Volumen bei Mittelwasser: 83,8 Mio m³
Maximale Tiefe: 36,3 m
Gemeindegebiet: Mattsee
Karte
Unten der Grabensee, links oben der Mattsee und rechts der Obertrumer See.
Luftbildaufnahme, Blick von Nordosten über die Trumer Seen in den 1930er-Jahren.
Sonnenaufgang über dem Obertrumer See.
Seeham mit Obertrumer See.

Der Obertrumer See ist einer der drei Trumer Seen in der Salzburger Region Trumer Seenland im nördlichen Flachgau.

Geografie

Der Obertrumer See liegt in einer Senke zwischen dem Haunsberg im Westen und dem Buchberg im Osten. Am Ufer des Sees befinden sich die Gemeinden Obertrum am See, Mattsee und Seeham. Der See gehört jedoch zur Gänze zum Gebiet der Marktgemeinde Mattsee.[2]

Er ist der größte der Trumer Seen. Ihm folgt der Mattsee und als kleinster der drei Seen der Grabensee.

Der Seespiegel betrug im Februar 2021 bei Mittelwasser 501,4 m ü. A.[3]

Hydrogeografie

Die natürlichen Zuflüsse des Obertrumer See sind

in Obertrum am See:
in Seeham:
in Mattsee:

Der Mattsee ist über einen Kanal unter der Johannisbrücke mit dem Obertrumer See verbunden. Der natürliche Abfluss des Obertrumer Sees wird örtlich Aag genannt, ist jedoch ein Teil des Mattigbachs, die den Obertrumer See von Süden nach Norden durchfließt und in den Grabensee mündet.

Naturschutz

Der See steht als Teil des Naturschutzgebiets Trumer Seen und des Naturschutzgebiets Obertrumer Seens unter Naturschutz.

Digitales Geländemodell Obertrumer See

Im Rahmen der Gewässergüteüberwachung des Salzburger Seenlands wurde vom Gewässerschutz des Amtes der Salzburger Landesregierung eine Tiefenkarte des Obertrumer Sees mit einer exakt erhobenen Wasseranschlagslinie bezogen auf Mittelwasser in Auftrag gegeben.[4]

Im Zuge der Seenvermessung wurden auch die Bestände der Ufervegetation, die hauptsächlich aus Schilf, Moorwiesen und Birken besteht, vermessen und die vorhandenen Stege aufgenommen. Weiters wurde eine einfache Klassifikation der Uferlinie vorgenommen.

Geologie

Entstehung

Vor ca. 30 Millionen Jahren im Oligozän kam es hier, unter dem heutigen Obertrumer See, zu einer in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Horizontalverschiebung der Gesteine. Die gesamte Gesteinsabfolge des Wartsteins in Mattsee, entstanden im Eozän, wurde gegenüber den gleichartigen Gesteinen des Teufelsgrabens in Seeham um ca. 850 Meter nach Norden und nach Süden verschoben. Die Verschiebung erfolgte durch mehrere starke Erdbeben, die das Gestein entlang der Verschiebungslinie zerrütteten und schwächten.

Vor ca. zwei Millionen Jahren während der Eiszeit stieß der Salzachgletscher mehrfach bis in das Alpenvorland vor und bildete mehrere Zungen aus. Eine Zunge des Salzachgletscher war der Mattseegletscher. Durch die hobelnde Wirkung des Gletschers wurde das zerrüttete und geschwächte Gestein relativ rasch ausgeräumt. Dieser Prozess wiederholte sich in der Eiszeit mehrere Male und dauerte bis etwa 20 000 Jahr vor heute an. Auf diese Weise entstand das Mattseebecken. Nach der Eisschmelze füllte es sich mit dem Urmattsee.

Der Obertrumer See ist ein natürlich entstandene Zungenbeckensee in einer dem Flyschsockel aufgelagerten Moränenlandschaft. Der Wartstein, der im Nordosten in den See ragt, gehört zur Helvetischen Zone. Er ist der größte verbliebene Teil des Urmattsees, dessen Wasserspiegel mit 525 m um etwa 25 m höher als heute lag. Der Durchbruch des Mattigbachs durch die Endmoräne nördlich des Grabensees führte zur Absenkung des Wasserspiegels - mit mehreren Stillstandslagen - bis auf 510 m bis etwa 10 000 v. Chr.

Obertrumer See, Südansicht

Geschichte

Seit dem 18. Jahrhundert beschwerten sich die dort ansässigen Bewohner über die zunehmende Verschlammung und Versumpfung der Abflüsse der Seen. 1869 beauftragte der Landesausschuss ein Projekt um Abhilfe zu schaffen und genehmigte im Jahr 1874 das k.k. Finanzministerium im Einvernehmen mit dem k.k. Agrarministerium ein Projekt zu Regulierung des Mattigbaches und zur Tieferlegung der drei Seen. Am 1. Juli 1874 gingen die drei Seen in das Eigentum des Kronlands Salzburg über. In den Jahren 1879 bis 1885 wurden die Regulierung des Mattigbaches, der Aushub der Kanäle und die Absenkung der Seespiegel schrittweise durchgeführt. Das Hochwasser von 1897 führte zu einer beträchtliche Hebung des Seespiegels, sodass neuerliche Räumungen der Kanäle von Schlamm und Schilf auch in den nachfolgenden Jahrzehnten immer wieder notwendig und zu finanzieren waren.[5]

Freizeit und Schifffahrt

Der Obertrumer See gilt als Badesee mit Trinkwasserqualität und angenehmer Wassertemperatur.[6] Es gibt zwei öffentliche Strandbäder: In Seeham das Strandbad (mit Wasserrutsche und Aquajump) und in Obertrum am See das Strandbad Oitner in Staffl.

Das "Seenland"-Fahrgastschiff am Anlegesteg in Mattsee.

Der See kann mit einem Linienschiff oder auch mit Leihbooten befahren werden. Aufgrund der guten Windbedingungen ist der See auch bei Seglern und Surfern beliebt. Jährlich veranstaltet werden die Topcat Classic Trophy und die Lateiner-Regatta.

Wanderwege um den See

Um den See herum gibt es zahlreiche Naturwanderwege. Für ausdauernde Wanderer wird der Pilgerweg Via Nova empfohlen, der im niederbayrischen Metten beginnt und in St. Wolfgang im Salzkammergut endet. Er führt auch durch Seeham am Obertrumer See.

Obertrumersee-Radrundweg

Sehenswertes

Am Nordufer des See befindet sich Zellhof, das zur Gemeinde Mattsee gehört. Hier ist die kleine Zellhofkapelle St. Georg und Unserer Lieben Frau sehenswert. International ist Zellhof auch für sein Pfadfinderdorf bekannt.

Am Südufer liegt zwischen dem Ort Obertrum und dem See der Überrest eines früher größeren Moorgebietes. Entlang der Mattig führt ein Fußweg zur Mündung, wo man einen schönen Ausblick über den See genießen kann.

Bilder

 Obertrumer See – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki
 Obertrumer See – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Quellen

  • www.salzburger-seenland.at
  • www.salzburg.gv.at
  • Informationstafel in Mattsee, am Steinspitz
  • Land Salzburg/Gewässerschutz/Trumerseen/Hydromorphologische Seenaufnahme mit Uferzonierung, Schilf und Makrophyten 2000/2009 (Quelle bei Kontrolle am 10. Juli 2019 nicht mehr verfügbar)
  • Die großen Seen Salzburgs: Wallersee, Mattsee, Obertrumer See und Grabensee, Land Salzburg • Reihe Gewässerschutz • Band 17 • 2015 (Quelle bei Kontrolle am 10. Juli 2019 nicht mehr verfügbar)

Einzelnachweise