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Versuchte Flugzeuglandung bei Sturm

Crosswind Landing "Enter Air" in Salzburg bei Sturmböen, 29. Oktober 2017, 1:18 min Video
Crosswind Landing "Eurowings" in Salzburg bei Sturmböen, 29. Oktober 2017, 1:32 min Video

Am Sonntag, den 29. Oktober 2017 gab es mehrere versuchte Flugzeuglandungen bei Sturm am Salzburg Airport W. A. Mozart.

Inhaltsverzeichnis

Sturmwochenende

Für den Sonntag waren Sturmwarnungen von der Nordsee bis nach Österreich ausgegeben worden - Sturmtief “Herwart” fegte über Österreich hinweg. Der Magistrat Salzburg sperrte vorsorglich den Schlosspark Hellbrunn und den Kommunalfriedhof. Am Fichtelberg in Mitteldeutschland wurden Sturmböen bis zu 176 km/h gemessen, in der Stadt Salzburg und im Flachgau gab es Windspitzen bis zu 90 km/h, im Observatorium Sonnblick hingegen betrug die höchste gemessen Windgeschwindigkeit an diesem Tag knapp über 20 km/h[1]

Salzburger Flughafen

Es liege im Ermessen eines jeden Piloten, ob er in Salzburg bei diesen Wetterbedingungen landen möchte oder zu einem Ausweichhafen fliegt, wie der Salzburger Flughafen dem ORF mitteilte.[2]. Zufällig war ORF-Kameramann Michael Hufnagl am Sonntagvormittag beim Flughafen. Er beobachtete den Landeanflug einer Maschine der polnischen Fluglinie Enter Air, deren Pilot offenbar nicht in der Lage war, das Flugzeug sicher in Salzburg zu landen. Nach kurzer Berührung mit der Landebahn startete die Maschine durch.

Die zweite Maschine, die eine Landung probierte, dann aber auch durchstartete, war eine Eurowings. Beide Maschinen sind Internetmeldungen zufolge nach Frankfurt am Main zurückgekehrt.

Insgesamt waren 14 Flüge waren von Sturmböen betroffen. Sechs Maschinen seien umgeleitet und drei Flüge gestrichen worden. Ein Flugzeug hatte am Flug von Frankfurt nach Salzburg bereits umgedreht. Eine Maschine hatte drei Mal versucht zu landen und musste dann doch abdrehen.[3]

Seitenwinde - Scherwinde

Da sich in Bodennähe besonders gefährliche Seitenwinde, sogenannte Scherwinde, schnell, unberechenbar und kurzfristig entwickeln können, erhalten Piloten wenige Sekunden vor der geplanten Landung vom Tower die genauen Wind-Messdaten aus dem direkten Bereich der Landebahn über Funk mitgeteilt.

Am Sonntag, den 29. Oktober 2017 betrugen die reinen Seitenwindkomponenten am Salzburger Flughafen laut Experten zwischen 20 und 30 Knoten (bis zu knapp 55 km/h). Die seitliche Abdrift muss der Pilot dabei im Endanflug durch einen Korrekturwinkel (Luvwinkel oder Vorhaltewinkel, engl. Wind Correction Angle [WCA]) der Flugzeug-Längsachse ausgleichen. Der WCA ist umso größer, je stärker der Seitenwind ist. Die übliche Landegeschwindigkeit einer Boeing 737 liegt bei etwa 140 Knoten (das sind etwa 260 km/h) Strömungsgeschwindigkeit der Luft auf den Tragflächen. Bei 30 Knoten Gegenwind landet die Maschine in Bezug zum Boden also „nur“ noch mit 110 Knoten (ungefähr 200 km/h).

Weiteres Video

In diesem Video hat ein Passagier die letzten Sekunden vor der Landung am Flughafen Salzburg am 29. Oktober 2017 festhalten. Da er aber die Rechte zur Verteilung in Medien ausdrücklich verboten hat hier nur der Link zu Youtube.

Folgen des abgebrochenen Landeanflugs der "Enter Air"

"Enter B738 at Salzburg on Oct 29th 2017, hard touchdown and go around", auf "The Aviation Herold" kann man den genauen Ablauf der letzten Sekunden des Landeanflugs der polnische "Enter Air" fachlich dargestellt nachlesen[4] Diesem ist zu entnehmen, dass die Maschine in den kritischen Sekunden Scherwind-Geschwindigkeiten von 40 bis 50 Knoten hatte und lt. Meinungen in der darunter befindlichen Diskussion diese Windgeschwindigkeiten für diesen Boeing-Typ zu hoch gewesen wäre.

Gerücht

Die genannte Aussage ist möglicherweise nicht korrekt. Wenn Du kannst, trage bitte zur Aufklärung bei.
Siehe auch: Diskussionsseite

Meldungen im Fernsehen nach (30. Oktober 2017) hätte der Pilot der "Enter Air" im Landeanflug dem Fluglotsen gegenüber Bedenken mitgeteilt. Dieser soll jedoch von normalen Windverhältnissen gesprochen haben. In einem deutschen Fernsehsender meinte ein Sprecher des Flughafens Frankfurt am Main, der Salzburger Flughafen hätte bei den herrschenden Wetterverhältnissen keine Startfreigabe für die Maschinen in Frankfurt erteilen dürfen. Auch soll unbestätigten Meldungen nach die österreichische Luftfahrtbehörde gegen den Salzburger Flughafen wegen Fahrlässigkeit ermitteln.

Weblinks

Fußnote (Quelle)

<references>
  1. Quelle www.sonnblick.net, aktuelle Datenabfrage am 29. Oktober 2017 um 19:45 Uhr
  2. Quelle salzburg.orf.at, mit Video, abgefragt am 29. Oktober 2017
  3. Salzburger Nachrichten, 30. Oktober 2017
  4. siehe avherald.com