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Schlosspark Hellbrunn

Schloss und Park vom Monatsschlössl aus gesehen
Schlossparkimpression Sommer 2010
Schlosspark Hellbrunn Panorama, Dezember 2015
Blick in den Park
Schlosspark Hellbrunn im Jänner

Der Schlosspark Hellbrunn umgibt das Schloss Hellbrunn in Hellbrunn im Süden der Stadt Salzburg. Er ist allseitig vom erweiterten Schlossgarten, dem Landschaftsgarten Hellbrunn umgeben.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Der Schlosspark Hellbrunn steht seit dem Jahr 2014 wegen seiner geschichtlichen, künstlerischen oder sonstigen kulturellen Bedeutung unter Denkmalschutz.[1]

Er hat in etwa eine Breite von 500 Metern in West-Ost-Richtung und eine Länge von etwa 1 400 Metern in Nord-Süd-Richtung; sein Gebiet umfasst eine Fläche von etwa 580 000 Quadratmetern. Umgeben ist er von einer Schlossmauer, die etwa 3,9 Kilometer lang, etwa drei Meter hoch und im Mittel etwa 50 cm stark ist, aus Naturstein besteht, überwiegend aus Konglomeratgestein.

Die Figuren im Schlosspark, der frei zugänglich ist, stammen vom Bildhauer Hans Waldburger selbst oder sind seiner Werkstätte zuzurechnen.

Bereiche der Parkanlage

Der Schlosspark wurde im Laufe der Zeit verändert und gliedert sich heute in folgende Bereiche:

  • der manieristische Garten im sog. Wasserparterre, zu dem auch die Wasserspiele gehören, mit den Teichen[2] und barocken Ornamenten aus Pflanzen und Blumen;
  • der Landschaftsgarten im englischen Stil;
  • der Naturpark, in dem sich ein Spielplatz für Kinder, eine große Liegewiese und ein Fitness-Parcours befinden; hier können zahlreiche Sportmöglichkeiten (Laufen, Nordic Walking, Yoga, Frisbee, Federball) ausgeübt werden und im Winter beginnt hier eine Langlaufloipe zur kostenlosen Benutzung;
  • dem Hellbrunner Berg, auf dem sich das Steintheater und das Monatsschlössl mit dem Volkskunde Museum befinden;
  • an seiner Westseite, in einen Teil im ehemaligen sakralen Park, liegt der Zoo Salzburg;
  • ausgedehnte Wiesen und eine Eichenreihe an der Ostseite, die bis 1800 ein Teil des fürsterzbischöflichen Jagdgatters (historischer Tiergarten) waren und heute zum Spazieren, Wandern oder Sport allgemein genutzt wird;

Parkteile im Detail

Manieristischer Garten

Der manieristische Garten mit dem Wasserparterre ist die große barock geprägte Gartenanlage vor dem Schloss Hellbrunn, die sich in südöstlicher Richtung erstreckt. Der barocke Ziergarten bildet mit der Allee aus Fichten eine Sicht- und Landschaftsachse in südöstlicher Richtung, die über die Salzach auf das Schloss Goldenstein sowie zur aufgehenden Sonne hin ausgerichtet ist.

Den Mittelpunkt des Ziergartens bildet der geometrisch gestaltete große Weiher mit einer rechteckigen, künstlichen Insel darin, auf der sich im 17. Jahrhundert in der Mitte ursprünglich ein Hügel mit Erdbeeren erhob. Das Manieristische sind die kunstvoll in Kastenform geschnittenen drei Alleen aus Winterlinden, der Schmuck mit verschiedenen Skulpturen, die Einhörner und Obelisken, sowie auch die früher einmal mit Buchs und Blumen bepflanzten ornamentalen Rasenflächen. Flankiert wird das Wasserparterre von zwei weiteren, symmetrisch angeordneten Wasserbecken (Fischweihern), in denen die Salzburger Fürsterzbischöfe einst Äschen, Forellen, Saiblinge und Karpfen hielten. Noch heute werden darin Karpfen gehalten und in einem Becken auch Störe.

Um 1750 wurde die Anlage und ihr damaliges Aussehen von Anton Danreiter in einem kolorierten Kupferstich dargestellt.[3]

Jagdgarten mit dem historisch jüngeren englischen Landschaftsgarten

Im Osten des Hellbrunner Parks breiten sich größere Wiesen aus, die früher als Auwiesen zur Hellbrunner Au gehörten. Der Jagdgarten war einst für die Jagd auf Rotwild und Niederwild bestimmt. Heute wird der Stadt nahe gelegene nördliche Teil als Liegewiese und als Kinderspielplatz genutzt. Der südlichen Teil mit einer geschützten Eichenreihe wird extensiv genutzt.

Beginnend bei der Orangerie nach Osten, im Zwickel von Schlosszufahrt und Manieristischen Garten, wurde im Jasgdgaten um 1800 ein Landschaftsgarten im englischen Stil errichtet. Dort stehen exotische Bäume, wie amerikanischer Riesen-Mammutbaum (Sequoia), Zeder, Akazie, Pinie, Blutbuche. Dort wurden entlang von Wegen nach 1850 zahlreiche Roßkastanien gepflanzt.

Sakraler Garten

Als Gegenpol zum fürstlich-prunkvollen Lustgarten (ganz im Norden des Parks angelegt), errichtete Fürsterzbischof Markus Sittikus im äußersten Süden des Schlossparks im Geiste des Kapuzinerordens des heiligen Franziskus und im Geiste seines Onkels, des heiligen Carlo Borromeo, einen sakralen Wildnis-Garten am Anifer Alterbach in Gestalt eines Kalvarienberges, in dem auch verschiedene Skulpturen von Einsiedlern (welche die Kalvarienbergkapellen andächtig bewunderten) und eine echte Einsiedelei zu finden waren. Die Wildnis als Gegensatz zum feudal-aufwändigen Lustgarten sollte die naturbelassene göttliche Schöpfung symbolisieren. Auch sollte die Andacht nicht durch weltlichen Prunk gestört werden. Von diesen sakralen Denkmälern sind heute nur wenige Fundamente erhalten. Erhalten blieb aber der sehr naturnah belassene Wildnisgarten um den Anifer Alterbach als selbständiger Teil des historischen Schlossparks. Dieses Areal gehört heute zum Tierpark.

Kurioses

 
Plan eines nicht verwirklichten Projektes für ein
Festspielhaus im Schlosspark Hellbrunn

Ungebautes Salzburg: Hans Poelzig (* 1869; † 1936) plante zwischen 1919 bis 1922 ein Festspielhaus für Salzburg mit Standort im Park von Hellbrunn. Es sollte am südöstlichen Ausläufer des Hellbrunner Berges errichtet werden. Das Projekt wurde jedoch infolge der galoppierenden Inflation nicht realisiert, obwohl der Grundstein für das große Bauvorhaben 1922 mit viel Prominenz gelegt worden war.

Der weitläufige den Schlosspark umgebende Landschaftsgarten

Von Schlosspark Hellbrunn greifen drei Achsen weit in die Landschaft hinaus:

  • Einzigartig ist auch der gut erhaltene Landschaftsraum der Hellbrunner Allee, die älteste erhaltene Allee Mitteleuropas (vermutlich sogar die weltweit älteste erhaltene Allee), die Fürsterzbischof Markus Sittikus von Hohenems 1614/1615 im Geiste der Spätrenaissance in der Achse zum Wasserschloss Freisaal hin anliegen ließ, verlängerte den hochfürstlichen Garten weit in die Landschaft hinaus und manifestierte den absoluten Herrschaftsanspruch des jungen Grafen. Wie Perlen liegen dort einzelne Adelssitze: Schloss Emslieb, die Emsburg, die Frohnburg und die Kaiserburg. Die seitlichen Alleen dieser kleinen Schlösser mit kleineren Bäumen (meist Obstbäumen) bestanden, führen oder führten entweder zur Salzach (Emslieb, Emsburg, Frohnburg) oder nach Westen (Freisaal).
  • der Fürstenweg führt als alte Lindenallee zur Salzach. Er wurde 1615 ebenfalls unter Markus Sittikus errichtet und stellt - ebenfalls weit in die Landschaft ausgreifend - die Achse des Schlossgebäudes und des Sternweihers (Weiher Altems) zur Salzach dar.
  • Die große Gartenachse beginnt bei einer Statue der Diana und verläuft als zentrale Achse über den ornamentalen Garten, über den Jagdgarten und dahinter über die Salzachauen bis zum Schloss Goldenstein jenseits der Salzach.

Künftige Gestaltung entlang des Fürstenweges

Derzeit sind ehemalige historische Gartenflächen von Hellbrunn innerhalb der Schlossmauern, d. h. im historischen Schlosspark noch als unschöne asphaltierte Pkw-Abstellplätze genutzt. Der einst repräsentative Zufahrtsbereich von der Hellbrunner Allee zum Ostportal des Schlosses ist derzeit ebenfalls noch asphaltierter Pkw Abstellplatz. Eine Verlegung dieser sehr störenden Parkplätze und die Zusammenführung der verschiedenen PKW und Bus-Parkplätze zu einem geschlossenen Parkplatz bieten sich an. In der Folge ist die Gestaltung der Asphaltflächen gemäß historischen Vorbildern wichtig.

Erreichbarkeit

Der Schlosspark von Hellbrunn ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Buslinie 25) zu erreichen. Es gibt mehrere gebührenpflichtige Parkplätze.

Bildergalerie

  • Panoramabilder
  • Ansichten allgemeiner Art

Bilder

  Schlosspark Hellbrunn – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki
  Schlosspark Hellbrunn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Literatur und Quellen

  • Wilfried Schaber: Hellbrunn – Schloss, Park und Wasserspiele, Salzburg, Schlossverwaltung Hellbrunn, Sbg. 2004. ISBN 3-200-00075-9.
  • Reinhard Medicus: Der Kreuzwegberg in Hellbrunn und der Anifer Alterbach, in: Bastei – Zeitschrift des Stadtvereines Salzburg für die Erhaltung und Pflege von Bauten, Kultur und Gesellschaft. 54 Jg. Salzburg 2005. 2. Folge, S. 31–35.
  • Robert Bigler: Schloss Hellbrunn, Wunderkammer der Gartenarchitektur, Bölau Vlg Wien, 1996
  • Sibylle Kampl, Christof Kühberger (Herausgeber): Schaulust- Die unerwartete Welt des Markus Sittikus, Verlag Schlossverwaltung Hellbrunn, Salzburg 2016

Einzelnachweise