Wolfgangiwasser

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Wolfgangiflascherl in blau

Das heilige Wolfgangiwasser hat geholfen und galt gegen vielerlei Gebrechen, besonders aber für die Augen.

Allgemeines

Heilquellen, Heiligenverehrung sind ein Ausdruck der Volksfrömmigkeit seit der Antike. Heilige Orte sind Heilung versprechende Plätze, die Bitt- und Dankprozessionen wie Wunderberichte von Heilungen zum Gnadenort beinhalten. Es gibt eine geheime Sehnsucht die Menschen zu diesen heiligen Stätten hinführt.

Blaue Glasflaschen

Das Wolfgangiwasser war auch für Weiber bei Unfruchtbarkeit ein sehr gerühmtes Mittel. Kunstgeschichtlich hochinteressante blaue Glasflaschen zum Mitnehmen des heiligen Wolfgangiwassers, heute eine große Rarität, wurden im 18. Jahrhundert zur Aufbewahrung des Heiligen Wolfgangiwassers vom Falkenstein (Falkensteinweg) und dem "Wolfgangibrunnen" in St. Wolfgang erzeugt. Diese Fläschchen sind in die Form geblasen und zeigen auf der Vorderseite den Heiligen Wolfgang mit Kirche, Stab und dem Beil über einer Wolke, darunter das Spruchband: "ST.WOLFGANG". Die Rückseite ist der Volkskunst im Salzkammergut zugeordnet. Ein beliebtes Almmotiv, mit einer Almhütte im Mittelpunkt zwischen Bäumen. Davor idyllisch gelagert ein Hirsch vor einem spitzen Felsberg und darauf ein nach rechts blickender Gams, wieder zu beiden Seiten Bäumchen. Dieses Fläschchen war auch im 18. Jahrhundert eine Votivgabe aus dem Wolfgangland im "Aberseeischen Gepyrg".

In Abersee, Eich und St. Gilgen waren schon seit dem 17. Jahrhundert Glashütten und auf dem "Samsenhaus" am Bichl, St. Wolfgang Markt 81 ruhte die Glasgerechtigkeit (1550 bis 1780) zur Anfertigung dieser kleinen Kunstobjekte. Es gab auch weiße "Wolfgangiflaschen" wie gemodelte Beutelflaschen mit Zinnverschluss, der klassische Typus ist aber die blaue Wolfgangiflasche mit Wolfgang und Almmotiven.

Wirkung des Wassers

So war das Bußbrauchtum im Mittelalter eine Art der Übelbekämpfung. Zum Beispiel trug man einen Knaben mit einem Klumpfuß über den Falkenstein, um hier am Wolfgangibrunnen Waschungen vorzunehmen, wobei bald die völlige Genesung eintraf. Auch bei Lähmungen, Gelenkschmerzen, Blasensteinen, bei schweren Geburten und Gichtanfällen wurden kalte "Wolfgangi-Bäder" angepriesen. Gesichtsdampfbäder zur Schönheitspflege waren ein Wink. Man gab vielerlei Kräuter in das kochende Wasser und ließ die Dämpfe auf das Gesicht einwirken um ein "rein Angesicht" zu erhalten. Ein Vorläufer der heute in der Kosmetik hoch gepriesenen Gesichtsdampfbäder.

Bischof Wolfgang als heilkundiger Arzt, Heiler und Helfer, war durch seine Krankheits- und Gesundheitslehre seiner Zeit weit voraus.

Quelle

  • Dieser Artikel wurde von Adele Sungler verfasst und als Word-Dokument an das Salzburgwiki gesandt.