Erich Schuhputzer

Aus Salzburgwiki
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Erich, Schuhputzer ist ein Kurzfilm der beiden Salzburger Anton Thiel und Robert Wintersteiger aus dem Jahr 1997.

Vorgestellt

"Erlebbar wird eine Stadt nur durch ihre Bewohner." Wie Architektur und Menschen zusammenspielen, zeigt der Videofilm Erich, Schuhputzer. Eine architektonische Studie, Salzburg 1997. Die Hauptrolle "spielt" Erich Mittermayr. Anton Thiel und Robert Wintersteiger haben den stadtbekannten "Schuhputzer" drei Monate lang durch Salzburg begleitet und seinen Alltag aufgenommen. Sie filmten Erich, wie er seinen Wagen von Maxglan in die Altstadt karrt, beim Schuhputzen, im Gespräch mit Freunden.

Der Betrachter geht quasi mit dem Schuhputzer durch die Stadt, sieht sie mit seinen Augen, hält sich an Orten auf, die er sonst nicht begeht. Dazwischen gibt es immer wieder Blicke auf die Stadtarchitektur. Ursprünglich konzipiert wurde der Film für das Weltkulturerbefest. Anton Thiel wollte die von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärte Salzburger Altstadt aus einem anderen Blickwinkel zeigen. Diese Idee sei aber nicht auf Gegenliebe gestoßen, erzählt Thiel. Ein Film über einen "Außenseiter" hätten sich die meisten nicht vorstellen können - weil er nicht ins "touristische Bild" passe. Den Film machen wollte Anton Thiel, bildender Künstler und Lehrer für bildnerische Erziehung, dennoch. 100.000 öS standen zur Verfügung. Auch Schüler halfen. Regieanweisungen für Erich Mittermayr gab es keine. Was er tat, wo er sich aufhielt, wurde gefilmt. 50 Stunden Filmmaterial kamen zusammen. Sie wurden auf eine gute Stunde zusammengekürzt.

"In dem Video geht es darum, Menschen ins Bild zu rücken, die sonst ausgeschlossen werden. Man braucht Menschen, die aus der Rolle fallen", betont Thiel, genau solche Menschen machten eine Stadt lebendig.

Der Film bestätigt, dass eine Stadt nicht nur über kunsthistorische "Versatzstücke" definiert und gezeigt werden kann, sondern auch über ihre Bewohner. (Versatzstücke sind leicht bewegliche und damit beliebig versetzbare Teile eines Bühnenbildes). Salzburg sei auch nicht vorrangig über Hochglanzprospekte, Bilderbuchdarstellungen und Postkartensujets zu verstehen. Grundsätzlich, so die Theorie Thiels, verhalte sich der urbane Raum wie ein Spiegel zu den in ihm agierenden Menschen. Dieser Raum ist nicht eindeutig definierbar. Uraufgeführt wurde der Film am 10. September 1997 in der Markuskirche.

Quelle