Franz Xaver Mangin

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Franz Xaver Mangin (* 1765 in Graz [Stmk.]; † 3. April 1839 in Frankenburg [])[1] war im frühen 19. Jahrhundert ein Salzburger Leinwandhändler und Fabrikant.

Leben

Dem Namen nach dürfte Mangin französischer Abstammung gewesen sein.

Er betrieb zu Sinnhub bei (jetzt: in) Salzburg einen Eisenhammer[2] und Drahtzug[3] und am Kranzlmarkt in der Salzburger Altstadt eine Weiß- und Baumwollwarenhandlung[1].

Zur Zeit der Zugehörigkeit des Landes Salzburg zum Königreich Bayern (1810 bis 1816), jedenfalls 1812, gehörte er dem Salzburger Munizipalrat an; damals wohnte er in der Judengasse (Haus [Altstadt] Nr. 66).[4]

Die Leinwandhandlung führte Franz Mangin jedenfalls noch im Jahr 1825.[5]

Er starb im Jahr 1839 gänzlich verarmt in Frankenburg am Hausruck.[1]

O-Ton

Franz Martin[6] zitiert einen Bericht Mangins, den dieser dem k. k. Salzburger Kreisamt erstattete:

„... Der übrige kleine Theil trägt das Schicksal unserer guten Stadt, die durch vieljährige Leiden und Regierungsveränderungen von dem einstigen Gipfel ihres Wohlstandes und Glückes auf den Boden der Armuth gesunken ist. Ihr früherer glücklicher Zustand hat den Kunstfleiß ihrer Bürger erwärmt und genährt - ihr Fall war auch jener der ihrigen. Die Meister unter ihnen, die sich in früheren Zeiten bei Verfertigung ihrer der Mode und dem Luxus gewidmeten Erzeugnißen wohlhabend befanden, sahen sich genötigt, ihre Kunst zum Handwerk (im engsten Sinn des Wortes) zu reducieren und ihre Hände mißmuthig den gröbsten Arbeiten zu widmen, um nur den dürftigsten Unterhalt für sich und ihre Familien zu erschwitzen. Mancher hat den größten Theil seiner Kunst vergessen, weil jahrelang keine Frage an ihn hierüber, jahrelang keine Aufmunterung an ihn erging. Jene, die wirklich die Hoffnung auf bessere Zeiten für die Zukunft und auf Vorrath arbeiteten, sahen sich getäuscht, denn während die Producenten jährlich zunahmen, ward die Klasse der Consumenten von Jahr zu Jahr geringer, und selbst diese kleine Zahl sieht sich durch die Zeitverhältnisse und Verdienstlosigkeit gezwungen, auf alles, was nicht zum unentbehrlichen gehört, zu verzichten. Auf diese Art blieben des braven Arbeiters Vorräthe liegen - auf ihnen lag ein Kapital, dessen größere Hälfte meist fremdes Eigentum war. Die Zeit der hierauf zu leistenden Bedingniße erschien und der fleißige Bürger sah sich genötigt, - um auch als ehrlich zu erscheinen - seine Vorräthe um jeden Preis zu veräußern, nur um Geld zu lösen, um sein Wort erfüllen zu können. Die Folgen sind zu einleuchtend und bedürfen keine Hinweisung. Unmuth, der größte Feind des Kunstfleißes, lagerte sich in die Werkstätte. Rückwärtsgehen in jeder Hinsicht wird sein Loos sein. - So tief sind wir gesunken!
Ich hielt diese kleine Ausbeugung für nothwendig, um ein wohllöbl. k. k. Kreisamt aufmerksam zu machen, daß nicht Mangel an Wille der Bürger Salzburgs Schuld ist, wenn das Resultat meines erhaltenen Auftrages und meiner Nachforschungen den Erwartungen nicht ganz entsprechen sollten; denn nur unter einem glücklichen sorgenfreyen Leben gedeiht der Kunstfleiß; dort soll er gesucht werden, und wenn auch mancher unter uns sein Scherflein zur Verherrlichung des befraglichen Zweckes beyzutragen sucht, so dürfte solches vielleicht trotz alles angewandten Studiums und Fleißes gegen jene Arbeiten aus der glücklichen Kaiserstadt, deren Schöpfern so viele mitunter manche von uns kaum geahnte Hilfsquellen, Begünstigungen und Erleichterungen zu Gebothe stehen, bescheiden im Hintergrund treten!

Quellen, Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Franz Martin, Industrie, Gewerbe und Kunst in Salzburg 1819, in: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde (MGSLK) 81, 1941, S. 145-160 (S. 145 FN 5).
  2. Nekrolog auf Franz Zeller in Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde 31, 1891, S. 416.
  3. Franz Martin aaO S. 159 f.
  4. Franz X. Weilmeyr, Salzburg, die Hauptstadt des Salzach-Kreises. Ein Hand- und Addreß-Buch für Jedermann. Von Salzburg 1813. In der Mayer’schen Buchhandlung, S. 102.
  5. Kaiserlich-königlicher Schematismus des Erzherzogthums Oesterreich ob der Enns. Linz 1825. S. 473.
  6. MGSLK 81, 1941, S. 160.