Gelber Asphalt

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Gelber Asphalt in der Hofstallgasse vor dem Festspielhaus in der Stadt Salzburg
Gelb gefärbter Straßenbelag in der Ortsmitte von Thalgau
Gelber Asphalt in Thalgau, November 2016 nach weitgehender Fertigstellung der Ortsbilderneuerung

Gelber Asphalt ist ein Straßenbelag, der in der Stadt und im Land Salzburg als straßengestalterisches Element Verwendung findet.

Allgemeines

Er entsteht, indem für das Mischgut für den Straßenbelag als Bindemittel gelb eingefärbtes Bitumen verwendet wird. Anfangs waren für die Anwendung primär straßengestalterische Zwecke, wie z. B. in Salzburg die Verschönerung des Festspielbezirkes im Vordergrund. Inzwischen gibt es bereits einige Orte, die durch die Gelbfärbung des Straßenbelages, z. B. im Bereich von Ortsgebieten verkehrsbeeinflussende Wirkungen für Fußgängerübergänge erzielen wollen. So soll der gelbe Straßenbelag als Element verkehrsberuhigender Maßnahmen zusätzlich ein Tempolimit signalisieren.

Gelber Asphalt in Thalgau

Im Sommer 2010 wurde im Rahmen einer Neugestaltung des Ortskerns der Flachgauer Marktgemeinde Thalgau ein Bereich als beruhigte Verkehrszone mit gelbem Asphalt gestaltet. Nach etwa einem Jahr „Zusammenleben“ mit dem gelben Asphalt in Thalgau ließ sich im Herbst 2011 eine erste Bilanz ziehen. Bezüglich das Tausches bisheriger Schutzwege gegen 30-km/h-Temporeduktion samt gelber Asphaltzonen hat ich gezeigt, dass das nunmehrige Fehlen der Schutzwegfunktion ein Manko darstellt. Wenn man als Fußgänger zum Überqueren den gelb gefärbten Straßenbereich betritt, ist es nach wie vor für verhältnismäßig viele Autofahrer kein Anlass, anzuhalten und dem Fußgänger Vortritt zu lassen. Damit kommt zum Ausdruck, dass den gelben Asphaltzonen eine entsprechende gesetzliche Grundlage analog des Fußgänger-Zebrastreifens fehlt. Die entscheidende Verbesserung gegenüber früher scheint in erster Linie von der Einführung der 30km/h Beschränkung auszugehen.

Die Verlangsamung des Verkehrs hat zu einer verbesserten gegenseitigen Wahrnehmung und dadurch zu mehr Sicherheit geführt. Inzwischen ist es einem als Fußgänger längst klar geworden, dass der gelbe Asphalt allein keine Garantie für ein gefahrloses Überqueren der Straße darstellt. Deshalb wurden inzwischen in Thalgau in der Ortsmitte Schülerlotsen eingeführt, um dennoch den Kindern einen notwendigen Schutz zu bieten.

unterschiedliche Farbhaltbarkeit

Im Gegensatz zum bereits in der Herstellung mit gelbem Bitumen eingefärbten Asphalt hat sich sich die Haltbarkeit der gelben Farbe bei nur oberflächlichem Gelbanstrich in Thalgau als wenig dauerhaft erwiesen. Dabei spielen Verwitterungsfaktoren und auch mechanischer Abrieb eine wesentliche Rolle. Wenn keine Farbe mehr erkennbar ist, ist auch die Sinnhaftigkeit von gelbem Asphalt in Frage gestellt. Offenbar spielt auch der Kostenfaktor für die notwendige laufende Erneuerung des gelben Straßenanstriches eine Rolle.

Gelber Asphalt in der Stadt Salzburg

Für das Mozartjahr 2006 sollte die Hofstallgasse in der Salzburger Altstadt neu gestaltet werden. Nach Plänen des Architekturbüros "one room" wurde der Straßenbelag mit dem honigfarbenen Splitt-Mastix-Belag erneuert. Ein gelber Asphalt mit schräg querenden Lichtkanälen sollten die Straße zu einem besonderen Erlebnis werden lassen. Was sie dann wurde, jedoch nicht in jene Richtung, wie gewünscht. Fast 900.000 Euro hatte die Stadt für den neuen Belag ausgegeben. Die gelbe Farbe war allerdings damals schon nach nur ein paar Wochen weg.

Zudem wurde dieser Teil der Hofstallgasse zur Bremsteststrecke aller Arten von Fahrzeugen, was deutliche Abriebspuren auf dem (noch) gelben Belag hinterließ. Auch die Fiaker wurden als Verunreiniger identifiziert, die Hufe sollten mit Säcken eingebunden werden und andere Ideen tauchten auf. Die Stadt stritt mit der deutschen Herstellerfirma um die Reparatur des Belages. Damals war ein falsche Bindemittel verwendet worden, der Belag war zu weich geraten.

Nach den Festspielen 2010 begannen die Reparaturarbeiten. Die Bayrischen Asphaltwerke in München waren zuversichtlich, diesmal die richtige Rezeptur erwischt zu haben und garantierten für 20 Jahre Gelb. Die Kosten für die Belagsreparatur von rund 130.000 Euro trug die ausführende Baufirma. Die Diskussion, die Fiaker von der Hofstallgasse fernzuhalten, brandete neu auf.

Die defektanfälligen Lichtkanäle wurden schließlich abgedeckt und stellen heute lediglich Gestaltungselemente im Boden dar.

2011 wurde bekannt, dass mit dem Belag aus Hofstallgasse auch der Max-Reinhardt-Platz versehen werden soll. 2012 wird auch er mit gelbem Asphalt überzogen. Damit wäre die Gestaltung des Festspielbezirks endlich abgeschlossen, wie das Büro von Baustadträtin Claudia Schmidt (ÖVP) mitteilte. Defektanfällige Lichtbänder wie in der Hofstallgasse wird es nicht geben. Anstelle dessen soll ein Teil des Almkanals freigelegt und durch einen Brunnen sichtbar werden.

Bildergalerie

Bilder aus Thalgau:

Weblinks

Quellen