Großes Festspielhaus

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Nach der Premiere vor dem Großen Festspielhaus, Juli 2011
Karte
Großes Festspielhaus Säulenhalle Foyer
Großes Festspielhaus, Auditorium Großer Saal, Panorama 180 Grad
Großes Festspielhaus, Auditorium Großer Saal, Orchester und Chor
Großes Festspielhaus, Auditorium Großer Saal, Panorama 180 Grad
Großes Festspielhaus, Panorama Säulenhalle eh. Hofmarstall
Großes Festspielhaus in der Hofstallgasse
Großes Festspielhaus in der Hofstallgasse
Großes Festspielhaus, Säulenhalle, Foyer
Großes Festspielhaus, Säulenhalle, Foyer
Großes Festspielhaus, Säulenhalle, eh. Hofmarstall

Das Große Festspielhaus ist ein multifunktionaler Veranstaltungsort in der Stadt Salzburg in der Altstadt im Festspielbezirk.

Geschichte

Das Große Festspielhaus wurde nach Plänen des Architekten Clemens Holzmeister erbaut. Es gehört mit einem Ausmaß von insgesamt 100 Metern Breite (einschließlich Seitenbühnen) zu den größten der Welt.

Das Festspielhaus bietet für 2 179 Zuschauer Platz. Der Bühnenraum weist eine Höhe von 35 Metern, eine Breite von 100 Metern und eine Tiefe von 25 Metern auf. 155 Prospektzüge der Bühnenmaschinerie, die Einrichtungen der Beleuchtung, der Eiserne Vorhang mit 34 Tonnen Gewicht, fünf Hubpodien von je 18 x 3 Metern, eine dreiteilige Simulatanbühne sind Meisterwerke moderner Bühnentechnik. Die Gesamtbaukosten betrugen etwa 210 Millionen Schilling (15,3 Mio Euro). Die Errichtungskosten hat zu größten Teil der Bund bzw. die Republik Österreich getragen, weshalb die Republik Österreich die Eigentümerin des Großen Festspielhauses ist. [1]

An der Ausgestaltung haben u. a. mitgewirkt: Oskar Kokoschka, Wolfgang Hutter, Karl Plattner, Rudolf Hoflehner, Kurt Fischer, Giselbert Hoke, Wander Bertoni, Jakob Adlhart, Rudolf Reinhart, Slavi Soucek, Alfred Hrdlicka und Toni Schneider-Manzell.

Die Fassade wird durch eine lateinische Inschrift des Benediktiners Thomas Michels geschmückt: „Sacra camenae domus concitis carmine patet quo nos attonitos numen ad auras ferat.“ (Der Muse heiliges Haus steht Kunstbegeisterten offen, als Entflammte empor trage uns göttliche Macht.)

Am 24. August 1953 informierte Landeshauptmann Josef Klaus (ÖVP) das Festspielkuratorium über die von Clemens Holzmeister ausgearbeiteten Pläne für eine großzügige Neugestaltung des Festspielhauses. Die bisherige Heimstatt des Hauses der Natur an der Hofstallgasse sollte zu einer modernen Großbühne für 2300 Zuschauer ausgebaut werden. Man hoffte, mit 30 Millionen Schilling für das Festspielhaus und zusätzlichen sechs Millionen Schilling für die Umsiedlung des Hauses der Natur das Auslangen zu finden.

Am 24. August 1955 erklärte Festspielpräsident Heinrich Puthon, dass für ein neues Festspielhaus nur Holzmeisters Planung mit dem Standort an der Hofstallgasse in Frage komme. Holzmeister erläuterte sein Projekt und sprach sich für die Unterbringung von Haus der Natur und Salzburger Museum Carolino Augusteum im Komplex des baufälligen Ursulinenklosters aus, wo ein echtes Museumsviertel entstehen könnte. Das Ingenieurbüro Mühlberg legte in Ergänzung des Holzmeister-Projektes für das Festspielhaus eine Studie über den Bau eines 250 Meter langen Tunnels vom neuen Festspielhaus zu einem Parkplatz zwischen Bürgermeisterloch und Brunnhausgasse vor.

Die Arbeiten begannen im Jahre 1956 mit dem Abtragen von rund 55 000 qm² Konglomerat der Mönchsbergwand, um für das gewaltige Bühnenhaus Platz zu schaffen. Das Große Festspielhaus wurde dann am 26. Juli 1960 mit Richard Strauss' "Rosenkavalier" unter der Leitung von Herbert von Karajan eröffnet.

60-Jahr-Feier 2020

Das Große Festspielhaus werde 2020 sechzig Jahre alt, sagte Lukas Crepaz, Kaufmännischer Direktor der Salzburger Festspiele. Eigentlich sei ein Gebäude in diesem Alter am Ende seines Lebenszyklus, doch die Bauqualität aus den 1950er-Jahren sei außergewöhnlich gut. Und auch die anderen Gebäude im Festspielbezirk bräuchten eine Erneuerung - von Haustechnik bis Dächer, von Klimatisierung bis Digitalisierung. Zudem ist die hausinterne Logistik samt Arbeitnehmerschutz zu überdenken - von Transporten immer größer werdender Bühnenbilder bis zur Anordnung von Werkstätten. Dabei müsse "der gesamte Bezirk" - nicht einzelne Häuser isoliert - betrachtet werden.

Die Bundesimmobiliengesellschaft BIG sei bereits mit einer Gesamtstudie beauftragt, in die Einzelgutachten über Statik, Haustechnik und Raumkonzept einflössen, sagte Lukas Crepaz. Allein dafür seien 300.000 Euro veranschlagt. Denn nur mit solider Planung sei sicherzustellen, dass "man nicht ins Blaue hinein saniert". Dieses Projekt sei "essenziell für den Fortbestand der Salzburger Festspiele". Die BIG-Studie solle bis Spätherbst 2019 vorliegen, damit 2020 die Entscheidungen fallen könnten.[2]

Veranstaltungen im Großen Festspielhaus

Sonstiges

Das Große Festspielhaus hat eine direkte Verbindung im Mönchsbergfelsen mit den Mönchsberggaragen.

Kunstwerke

Säulenkapitele im Pausenraum

Mosaik

Die Mosaike in der Säulenhalle im eh. Hofmarstall stammen von Kurt Fischer.

Fördererlonge

Das monumentale Gemälde "Salzburg, seine Erbauer und seine Musik" von Karl Plattner in der Fördererlonge im 1.OG.

Wandteppiche

Mehrere Wandteppiche (Gobelins) von Oskar Kokoschka und Herbert Boeckl schmücken die Gänge im 1. Obergeschoss.

Skulpturen: Theater und Musik

Von Wander Bertoni stammen die beiden Allegorien "Musik" und "Theater". Die beiden Skulpturen aus Carrara-Marmor stehen in der Säulenhalle, Großes Foyer.

Skulptur: Orpheus II

1963 fertigte Alfred Hrdlicka die Skulptur "Orpheus II" als Auftragsarbeit für die Salzburger Festspiele aus Untersberger Marmor. Die Skulptur steht im Säulenfoyer des ehemaligen fürsterzbischöflichen Hofmarstall.

weitere Bilder

 Großes Festspielhaus – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki
 Großes Festspielhaus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Quellen

Einzelnachweise