Geneviève Geffray

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Geneviève Geffray (* 1945 in Paris, Frankreich) war Leiterin der Bibliotheca Mozartiana der Stiftung Mozarteum und ist Herausgeberin des Almanachs der Mozartwoche und Übersetzerin einer kommentierten Edition der Briefe Wolfgang Amadeus Mozarts und seiner Familie in das Französische.

Leben

Geneviève Geffray schloss 1968 an der Universität Paris-Nanterre ihr Sprachwissenschaftsstudium in Französisch, Deutsch und Englisch ab.

An der Universität wollte sie wegen der aufkommenden Studentenunruhen nicht bleiben. Für eine Karriere als Musikerin war sie nach eigenen Worten zu faul zum Üben. So kam es, dass sie einige Zeit in München als Produktionsassistentin für klassische Musik in einer Schallplattenfirma arbeitete.

Bald kehrte sie nach Paris zurück und arbeitete zwei Jahre in einer Bank, was sie sehr langweilte.

1973 erfuhr sie während eines Besuches in Salzburg von der freien Stelle, bewarb sich um diese und erhielt sie.

Salzburg war Liebe auf den ersten Blick, und rasch wurde man handelseins. Bei einem Glas Bier im Sternbräu wurde die Anstellung fixiert, mit drei Unterschriften besiegelt und Geneviève Geffray war Bibliothekarin der Internationalen Stiftung Mozarteum.[1]

Nahezu vier Jahrzehnte lang wirkte sie in der Bibliotheca Mozartiana. Im Jahr 2011 ging sie in Pension.

Wirken

Geffray arbeitete an zahlreichen Ausstellungen in Mozarts Geburtshaus sowie an der im Mozartjahr 1991 im Schloss Kleßheim veranstalteten Landesausstellung "Mozart – Bilder und Klänge" mit.

Seit 1997/98 ist sie für die Redaktion und die Herausgabe des Almanachs der Mozartwoche der Internationalen Stiftung Mozarteum verantwortlich, die gut ein Drittel der Jahresarbeit einnimmt.

Ebenso fällt die unschätzbare Sammlung von Mozart-Handschriften der Internationalen Stiftung Mozarteum in ihren Verantwortungsbereich. Die Digitalisierung der Mozart-Autographe wurde 2006 abgeschlossen.

Werke

Sie hat zahlreiche Schriften zu Mozarts Werk und Leben veröffentlicht.

Als Hauptwerk gilt ihre siebenbändige Übersetzung der Korrespondenz der Familie Mozart ins Französische, an der sie 14 Jahre lang arbeitete.

  • W. A. Mozart, Correspondance réunie et annotée par Wilhelm A. Bauer, Otto Erich Deutsch et Joseph Heinz Eibl, I (1756 – 1776), II (1777 – 1778), III (1778 – 1781), IV (1782 – 1785), V (1786 – 1791), VI (1792 – 1825), VII (Correspondance); édition française et traduction de l'allemand par Geneviève Geffray, Flammarion, Collection " Harmoniques " 1986 – 1999 . ISBN 2-08-067782-9. 4200 Seiten.
  • „Meine Tag Ordnungen“: Nannerl Mozarts Tagebuchblätter, 1775-1783, mit Eintragungen ihres Bruders Wolfgang und ihres Vaters Leopold / Marie Anne Mozart; herausgegeben und kommentiert von Geneviève Geffray, unter Mitarbeit von Rudolph Angermüller. Bad Honnef: K.H. Bock, 1998. ISBN 3870664681
  • (Mit Anderen:) Florilegium Pratense: Mozart, seine Zeit, seine Nachwelt. Von Rudolph Angermüller, Geneviève Geffray, Johanna Senigl, Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg. Veröffentlicht von Königshausen & Neumann, 2005. ISBN 3826032586, ISBN 9783826032585

Ehrungen

  • 1999 erhielt sie den „Prix des Muses“ (Prix du meilleur document musicologique), der von der Association pour la Création et la Diffusion Artistique (ACDA) im Rahmen der Klassik-Plattform Musicora ausgeschrieben wird, für die beste musikwissenschaftliche Dokumentation.
  • 2007 erhielt sie vom französischen Kulturminister den „Ordre des Arts et des Lettres“ in der (dritten) Kategorie "Chevalier" (Ritter).
  • Im Dezember 2007 war sie Salzburgerin der Woche.
  • 2008 verlieh ihr der Bundespräsident den (für Leistungen auf dem Gebiet der Künste vorgesehenen) Berufstitel „Professorin“.

Quellen

Einzelnachweise

  1. Salzburg online vom 13.05.2011

Weblinks