Johann Reiter (NS-Opfer)

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Stolperstein für Johann Reiter in der Thomas-Bernhard-Straße

Johann Reiter (* 28. Oktober 1898 in St. Georgen im Attergau; † 25. Juli 1940 in Wien-Kagran (ermordet)) war ein Opfer des Nationalsozialismus in Salzburg.

Leben

Johann Reiter gehörte keiner Konfession an, war verheiratet und verdiente seinen Lebensunterhalt als Maurer. Seit 1930 lebte die Familie Reiter in Salzburg in der Scherzhauserfeldsiedlung.

Reiters politische Einstellung deckte sich mit jener der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei und deren Republikanischen Schutzbundes. Auch Karl Emminger und Franz Peyerl gehörten dieser Partei an. 1934 wurde ein neuer Befehl herausgegeben: Alle sozialdemokratischen Funktionäre sollten verhaftet und deren Waffen, sowohl in öffentlichen Parteiheimen, als auch in privaten Wohnungen beschlagnahmt werden. Einige Waffen (Gewehre, Patronen, eine Leuchtpistole und eine Spitzhacke) wurden gefunden. Reiter kam, ebenso wie seine Parteigenossen, für drei Monate in Haft. Eine Anklage gab es nicht. Reiter, der als Patriot und Antifaschist galt, wurde fortan von den Nationalsozialisten beobachtet.

1939 brach der Zweite Weltkrieg aus. Reiter musste zwar zur Deutschen Wehrmacht in Wien einrücken, verweigerte jedoch im November desselben Jahres den Befehl seines Vorgesetzten. Infolgedessen entwickelte sich ein Kampf zwischen Reiter und seinem Zugführer, wobei letzterer starb. Reiter wurde vom Kriegsgericht zum Tode und zum Verlust der Wehrwürdigkeit verurteilt. Am 25. Juli 1940 schied er, nicht freiwillig, sondern getroffen von einer Kugel, aus dem Leben.

Reiters Frau Marie starb 1944. Reiters Tochter stand, nachdem er als "Opfer des Kampfes um ein freies, demokratisches Österreich"[1] anerkannt worden war, als Hinterbliebene, Anspruch auf Opferfürsorge zu.

Am 19. April 2013 wurde zum Andenken an Johann Reiter in der Thomas-Bernhard-Straße ein Stolperstein verlegt.

Quellen