Kurier-Zeitnehmerturm am Salzburgring

Aus Salzburgwiki
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Der Kurier-Zeitnehmerturm am Salzburgring 1971.
Aufnahme vom 20. September 1969, einen Tag vor der offiziellen Eröffnung des Salzburgrings.
Aufnahme um 1970, im Vordergrund der Salzburger Motorfachjournalist Helmut Krackowizer auf BMW 750/3.

Der Kurier-Zeitnehmerturm am Salzburgring war der erste Zeitnehmerturm am Salzburgring.

Geschichte

Der Zeitnehmerturm, auf dessen Dach ein überdimensionales Logo der Wiener Tageszeitung "Der Kurier" prangte und nachdem er auch seinen Namen hatte, brannte in der Nacht vom 7. auf 8. Dezember 1999 ab. Er stand also 30 Jahre. Der Brand war gelegt, die Täter wurden nie gefasst, der Schaden betrug rund acht Millionen Schilling (~ 580.000 Euro).

Aufgrund seiner Hanglage erfolgte der Zugang seitlich im ersten Stock. In diesem Turm befanden sich ebenerdig und im ersten Stock Räume für Journalisten. Das "Herz" des Turmes war jedoch der zweite Stock. Dieser war architektonisch vorspringend gebaut und an drei Seiten verglast. Hier saßen die Damen und Herren der Zeitnehmung. Über dem Raum der Zeitnehmung befand sich im vierten Stock ein kleiner Raum, der nur über eine Leiter erreichbar war. Hier saß der Platzsprecher, der Kommentator des Rennens. Allerdings hatte man sich beim Bau in der Statik verrechnet und so durften sich in diesem Raum nie mehr als vier Personen gleichzeitig aufhalten.

Anmerkungen zur Zeitnehmung

Während der Rennen war die Türe zu diesem Raum abgesperrt, damit niemand störend eintreten konnte. Denn bis in die 1990er-Jahre war die Arbeit des Zeitnehmer-Teams noch anstrengend. Die Zeitmessung erfolgte noch mittels Lichtschranke und Handkontrollmessung. Das heißt, jedes Mal, wenn ein Fahrzeug die Lichtschranke auf Höhe der Ziellinie durchfuhr, wurde ein Signal ausgelöst, das im Zeitnehmerturm eine Uhrzeit auf Papier druckte. Dazu musste händisch die jeweilige Startnummer eingetragen werden, die dieses Signal ausgelöst hatte. Man muss sich das so vorstellen: Eine Person war verantwortlich für die Ansage der Startnummern, die den Lichtschranken passierte und rief diesen laut in den Raum. Andere Personen notierten diese Nummer auf den Kontrollstreifen des Lichtschranken und auf manuell geführten Listen. Parallel liefen Präzisons-Stoppuhren mit, um bei Ausfall der Lichtschranke trotzdem eine Zeit zu haben.

Später wurde diese Art der Zeitnehmung durch elektronische Zeitmessung mittels Transponder ersetzt. Diese Transponder sind an den Fahrzeugen befestigt und senden individuell die Daten in den Rechner der Zeitnehmung.

Bis in die 1980er-Jahre war Reg.-Rat Fritz Stengl Chefzeitnehmer.

Anmerkungen zu den Journalisten

Von hier aus berichtete einer der bekanntesten Sportreporter in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, Hans Klettner. Allerdings waren life-Schaltungen noch selten, er zeichnete seine Interviews und Rennbeschreibungen noch auf Magnetbändern auf, die dann abends im ORF Landesstudio Salzburg für die Sendung(en) vorbereitet wurden.

Anmerkungen zu den Kommentatoren

Bekannte Kommentatoren waren der Motorfachjournalist Helmut Krackowizer, der legendäre Motorrad-Streckensprecher Manfred "Ritchie" Riegler (auch Jimmy genannt), Journalist beim "Neuen Volksblatt"[1]

Neubau

Nach dem Brand wurde der Turm nicht mehr aufgebaut. Er wurde am Beginn der Boxengasse neu errichtet.

Bilder

 Kurier-Zeitnehmerturm am Salzburgring – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Quellen

Einzelnachweis

  1. mehr über Manfred Riegler siehe www.nachrichten.at/oberoesterreich/nachrufe