Helmut Krackowizer

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Helmut Krackowizer, 1980, auf Velocette am Hockenheim-Ring in Deutschland.

Prof. h. c. Dr. Dkfm. Helmut Krackowizer (* 29. April 1922 in Frankenmarkt, .; † 22. Oktober 2001 in der Stadt Salzburg) war ein Motorradrennfahrer, Motorjournalist und ein angesehener Fachmann für Motorradgeschichte. Aufgrund seiner lebenslangen Leidenschaft zur englischen Motorradmarke Rudge[1] erhielt er von seinen englischen Freunden den Spitznamen "Mister Rudge". Sein Autokennzeichen war S Rudge 1 und sein Leben gehörte den historischen Motorrädern.

Helmut Krackowizer, 1949 beim Schauinsland-Rennen bei Freiburg im Breisgau, Deutschland.
1950: Helmut Krackowizer auf Velocette 350 cm³ beim später so genannten 1. Mai Rennen.
Straßenrennen Hallein 1953: Sieger der Sportklasse Helmut Krackowizer auf BSA "Gold Star", vermutlich Franz Stengl gratuliert hier dem Gewinner.
Links - 70 - Helmut Krackowizer auf BSA "Gold Star", rechts - 90 - Rudi Thalhammer auf Ariel "Red Hunter", beim 1. Mai Rennen in Salzburg-Liefering 1955.
Helmut Krackowizer 1981 auf Rudge bei einem Oldtimer-Rennen in Misano Adriatico, Italien.
Motorsport-Prominenz im August 1973 in Niederösterreich bei Walter Brandstetter, ehemaliger Sandbahnrennfahrer und späterer Autohändler in St. Pölten, von links: ? aus Graz, Alfred Neubauer (ehemaliger Mercedes-Benz-Rennleiter), stehend Walter Brandstetter, Hermann Lang (ehemaliger Automobilrennfahrer), Helmut Krackowizer, Michael Gayer (ehemaliger Motorradrennfahrer);

Jugend- und Kriegsjahre

Helmut Krackowizer kam als zweiter Sohn des Rechtsanwalts Maximilian und der Hedwig Krackowizer in Frankenmarkt in Oberösterreich, nahe der Salzburger Grenze zum Flachgau, zur Welt. Er war der Enkel von Otto Scholz, der beim Rainer-Regiment Oberst war. 1924 zog die Familie nach Vöcklabruck (OÖ.), wo Krackowizer von 1928 bis 1932 die Volksschule besuchte, anschließend bis 1936 das Gymnasium in Kremsmünster und dann bis 1940 das Gymnasium in Gmunden. 1931, als Neunjähriger, beim Besuch des Gaisbergrennens in Salzburg vom "Virus" des Motorradfahrens infiziert, saß er bereits 1939 als Siebzehnjähriger zunächst im Sattel einer NSU 250 OSL, die er zusammen mit seinem Bruder Otto[2] besaß, dann im Sattel einer Norton "International" 500 cm³ The Unapproachable[3]. In den Sommerferien arbeitete er als Jugendlicher in Mechanikerwerkstätten und besuchte Motorradrennen.

Während des Zweiten Weltkriegs kaufte er sich sein erstes Rennmotorrad, eine 250 cm³ Rudge Racing mit zwei Ventilen. Diese hielt den Fünf-Stunden Weltrekord auf der Brooklands-Bahn[4] in England. Im März 1939 wurde sie vom Werk aus England nach Deutschland importiert. Garantiert über 150 km/h Spitzengeschwindigkeit, so die Beschreibung des Verkäufers aus Bremen, Deutschland, des 2.100 Reichsmark teuren Motorrads. Krackowizer nahm das Motorrad mit auf seine Dienststationen bis nach Breslau (Polen), wo er es, verpackt in Kisten, in seine Heimatstadt Vöcklabruck schickte. Er selbst erlebte das Kriegsende als Jägerleitoffizier der Luftnachrichten-Truppe einer Nachtjagd (Radar)-Kompanie in Norwegen. Bei der Übergabe der Kompanie an die Norweger erschien ein norwegischer Offizier auf einem Motorrad. Bald schon waren er und Krackowizer in ein "Fachgespräch" vertieft, das mit einer Probefahrt von Krackowizer endete - es gab eben auch Vertrauen unter Kriegsgegnern! Nach kurzer Gefangenschaft wurde Krackowizer am 7. September 1945 entlassen und kehrte nach Vöcklabruck heim.

Rennfahrerjahre 1946 bis 1955

Seine ersten Rennerfahrungen sammelte er als 17-Jähriger mit einer Puch S4 250 cm³ bei der „1. Salzkammergut-Wertungfahrt“ am 7. Mai 1939. Er war in seiner Wertungsgruppe Letzter.

1946

Am 6. Oktober 1946 fuhr er sein erstes Motorradrennen mit der Rudge 250 cm³ bei strömenden Regen beim ersten Nachkriegsrennen in Salzburg-Nonntal und erreichte dabei den dritten Platz.

1947

Am 6. Juli 1947 ging dann das erste Motorradrennen auf der Autobahnanschlussstelle Salzburg-Mitte in Salzburg-Liefering über die Bühne, später 1. Mai Rennen genannt. In diesem Rennen gewann Krackowizer die Junior-Klasse A bis 250 cm³ auf seiner Rudge in 44:32,8 min, gefolgt von den Salzburgern Fritz Walcher auf New Imperial in 46:43,4 min und Richart Kwitt auf Puch in 46:43,4 min. Das Rennen führte über 15 Runden, was einer Distanz von 63 Kilometern entsprach (Rundenlänge: 4,2 km). Krackowizer lag dann auch im Senior-Rennen drei Runden in Führung, bevor er wegen eines Defekts aufgeben musste.

Dies war der Beginn seiner bis 1955 dauernden aktiven Motorradrennfahrerkarriere. Das Jahr 1947 wurde auch eines seiner erfolgreichsten Rennfahrerjahre. Er fuhr u. a. Rennen in Österreich in Rankweil und Lustenau (Vorarlberg), Innsbruck (Nordtirol) beim Hungerburg-Rennen, beim Rennen in Graz-Lazarettsiedlung, am Ries-Berg und Pötschenpass - inneres Salzkammergut (4. von neun Teilnehmern in der Klasse bis 250 cm³ und 11. in der Klasse bis 350 cm³, ebenfalls mit seiner 250-cm³-Rudge), sowie im Fürstentum Liechtenstein am Triesenberg. Anmerkung von Krackowizer zum Triesenbergrennen: "Viel Schotter gab’s und wenig Fränkli! Trotzdem hätte mein gemütlicher 4. Platz bei den Schweizer Experten noch zum Sieg gereicht".

Seine Erfolgsbilanz 1947:

  • drei erste Plätze
  • zwei Klassenrekorde
  • zwei zweite Plätze
  • zwei vierte Plätze
  • erfolgreichster Fahrer Österreichs der Klasse A bis 250 cm³

Ergebnis Straßenrennen Rankweil, Vorarlberg

  • Klasse bis 250 cm³:
  1. Fritz Walcher, Salzburg, auf Imperial in 23:32 min., 65,5 km/h
  2. Helmut Krackowizer, damals noch Vöcklabruck, auf Rudge, 23:46 min.
  3. Richard Kwitt, Salzburg, auf Puch, 24:14 min.

Ergebnis Ries-Rennen

  • 2. in der Klasse bis 250 cm³, 3:11,2 min.
  • 8. in der Klasse bis 350 cm³, 3:18,8 min. - Sieger wurde Leonhard Fassl mit 2:53,2 min.

Ergebnis Liechtenstein

1. Nationales Bergrennen Vaduz-Triesenberg 5. Oktober 1947

Gäste, Klasse bis 250 cm³: 4. Platz mit einer Zeit von 7:23,2 min.

1948

1948 wollte er an der englischen Tourist Trophy[5] (TT) auf der Insel Man in der Irischen See teilnehmen, scheiterte jedoch an fehlenden Grenzdokumenten an der Grenze zur Schweiz. Es blieb bei einem Eintrag im Programmheft, das auch heute noch in seinem Archiv existiert. Erst 1990, als 68-Jähriger fuhr er mit der 500-cm³-Rudge, ex Wal Handley (so hieß der mit dieser Maschine sehr erfolgreich gewesene englische Rennfahrer), Baujahr 1930, eine „Ehrenrunde“ auf der Insel Man anlässlich der so genannten „Lap of Honour“ im Rahmen der jährlichen TT.

Auf Rudge 250 belegte er den 3. Platz beim Salzburger Straßenrennen hinter dem Wiener Radler auf Puch und dem Italiener Biagio Nocchi. Beim Bergrennen Ries bei Graz wurde es ebenfalls ein 3. Platz, wieder hinter Nocchi und Rott (Wien) auf JAP, mit einer knappen Zeitdifferenz von zwei Sekunden auf den Sieger und nur zwei Zehntelsekunden auf den Zweitplatzierten.

Weiter Ergebnisse

9. Mai: 2. Int. Straßenrundrennen Rankweil, Vorarlberg
aufgegeben in der Klasse bis 250 cm³

1949

Zu seinen beiden Rennen 1949 in der Schweiz schrieb Krackowizer:

Erlen: "...Ich sehe mich noch heute mit meinem Salzburger Freund Volzwinkler, der eine schnelle 350 cm³ Norton fuhr, als Schlusslicht am Start stehen, weil wir die ungewohnte Art mit der Flagge von unten nach oben zu starten nicht kannten. Wir fuhren dann zwar bei Regen wie die Berserker dem entschwundenen Feld nach, und was meine Person anlangt, war ich maßlos überrascht, als ich einen Konkurrenten nach dem anderen aufholte und auf einmal sogar Fergus Anderson[6], der eine neue AJS "Boy Racer" fuhr, hinter mich brachte. Dann begann aber die Kupplung zu rutschen und da man damals noch keine bei Fahrt von Hand verstellbaren Bowdenzüge besaß, gab ich das Rennen, etwa am fünften Platz liegend, auf, weil mir ohnehin das Wasser schon bei den Stiefeln heraus lief..."

Auch der zweite Start in der Schweiz in Olten brachte ihm kein Glück. Wiederum verspätet vom Start weggekommen, überholte er mit seiner Velocette 350 KTT MK VIII (die er vom Rennfahrer Franz Josef Binder gekauft hatte) wie ein Slalomläufer eine Reihe vor ihm liegender Fahrer, bevor er sich in einer Kurve verbremste und sich in Holzbrettern am Straßenrand fand. Dabei war die Vergaser-Düsennadel aus ihrer Klammer geschleudert worden, und wie er den Drehgriff aufzog, hob er nur den Schieber, nicht aber die Vergaser-Düsennadel auf - er musste das Rennen aufgeben.

Diese beiden Vorstellungen schienen den Veranstaltern des internationalen Rennens in Bern Bremgarten (Schweiz) nicht unbemerkt geblieben zu sein, denn sie lehnten dann freundlich die Anmeldung von Krackowizer zum Start im Jahr 1950 ab.

Erfolge 1949 in Österreich

Straßenrennen Korneuburg: 2. Platz hinter Radler in der Kompressorklasse, Straßenrennen Dornbirn: 2. Platz in der Kompressor-Klasse mit seiner "normalen" 250 cm³ Rudge, sowie zwei zweite Plätze in den Klassen 350 cm³ und 500 cm³[7] auf Velocette 350, die er seit März des Jahres fuhr. Beim internationalen Straßenrennen in Rankweil belegte er den 5. Platz und wurde zweitbester Österreicher hinter Fergus Anderson, Volzwinkler, Biagio Nocchi und Roland.

Beim Bergrennen Freiburg-Schauinsland in Deutschland belegte Krackowizer den zweiten Platz in der Klasse bis 250 cm³. Insgesamt landete Krackowizer neun Mal in diesem Jahr auf Platz zwei.

Weitere Rennergebnisse 1949

2. auf Velocette mit 29:58,6 min. = 79,8 km/h (Lizenzfahrer in der Klasse bis 250 cm³, zehn Runden = 39,5 km)
6. auf Velocette mit 26:40,7 min. = 89,9 km/h (Lizenzfahrer in der Klasse bis 350 cm³, zehn Runden = 39,5 km)

Ab 1950

In den folgenden Jahren fuhr er mit wechselndem Erfolg auch im Ausland, z. B. in Erlen und Olten (Schweiz), beim Schauinsland Bergrennen, Ingolstadt und am Norisring in Nürnberg sowie am Hockenheim-Ring (alle Deutschland). Daneben nahm Krackowizer an Wertungsfahrten und Bergrennen in Österreich teil (z. B. am Gmunderberg am Traunsee oder bei der 1. Internationalen Alpenfahrt am 27. und 28. August 1949 im Land Salzburg.

Werbung für sein Motorradgeschäft Anfang der 1950er-Jahre in Vöcklabruck.

Nach dem überraschend frühen Tod seines Vaters 1951, der in Vöcklabruck Rechtsanwalt war, musste er sich auf Rennen in Österreich einschränken. In Vöcklabruck betrieb er einen Motorradhandel. Neben Straßenrennen mit Motorrädern nahm er auch an Roller-Rennen mit einem Lohner Roller teil (z. B. in Linz), sowie an mehrtägigen Alpenrundfahrten mit Kleinmotorrädern. Im Laufe der Jahre fuhr er verschiedene Motorradmarken: Rudge 250 cm³, Velocette KTT MK VIII 350 cm³, BSA "Gold Star" 350 cm³, Lohner Roller, Norton "Dominator" 500 cm³, AJS, Puch u. a..

1955 beendete er dann seine aktive Motorradrennfahrerlaufbahn. Erst ab 1973 fuhr er dann wieder regelmäßiger bei Motorveteranen-Veranstaltung (allerdings im Renntempo) mit - bis dahin blieben nur Probefahrten im Rahmen von Motorsportjournalisten-Veranstaltungen.

Seinen noch erhaltenen Aufzeichnungen über die Teilnahme an Rennen kann man Reisekosten, Motoreinstellungen, Wetter und vieles andere von den damaligen Rennen entnehmen: Graz-Lazarettsiedlung (... längste Gerade: 700 m ...), Rankweil in Vorarlberg (1948: ...Ventilschaden, Bruch Einlass und 12. Runde bis dort vom 16. bis 4. Platz..), Innsbruck - Hungerburg (1947: ...sehr kurvenreich, wellige Oberfläche...), Straßenrennen Korneuburg (1949: ...2. Platz, Preisgeld: öS 200.--, Spesenvergütung öS 450.--, eigene Spesen öS 150.--...), inter. Straßenrennen Erlen (Schweiz, 1949: ...Training und Rennen: Regen...), Schauinsland Rennen (Deutschland, Freiburg, 1949: ... Spesen DM 100.--);

Weitere Rennergebnisse

  • 1950: Oktober, 3. Platz in der Kat. A, Klasse 500 cm³ beim Motorradrennen um das Heustadelwasser in Wien
  • 1954:
... 16. Mai, Gmünd (.: Sieger in der Klasse 350 cm³ Touren- und Sportmaschinen[8]
... 12. September: Bronze-Medaille in der Kategorie A/1 in der Wertungsgruppe 2, Klasse Touren 350 cm³, bei der Wertungsfahrt rund um Ried im Innkreis

Berufliche Laufbahn

Anlässlich der Preisverleihung der OSK-Staatsmeisterschaft 1959, von links: Helmut Krackowizer, ?, Willi Löwinger, Fritz und Rupert Hatscheck (Besitzer der Firma Eternit in Vöcklabruck) und ?.

Im Herbst 1947 begann er mit dem Studium an der Hochschule für Welthandel. Seine berufliche Laufbahn führte ihn über das Kaufmannsdiplom 1951 an der Wiener Wirtschaftsuniversität und ein Jahr später zum Titel Doktor der Wirtschaftswissenschaften, zu Eternit Hatschek in Vöcklabruck und 1955 zu Porsche Salzburg nach Salzburg in den Porschehof als Werbe- und Pressechef (sein Chef war Ernst Piëch). In dieser Funktion organisierte Krackowizer 1964 einen Weltrekordversuch mit einem VW 1500 auf der Rennstrecke in Monza in Italien. Vier Weltrekorde wurden dabei mit dem Serienmodell aufgestellt. Im selben Jahr wechselte er zu Mercedes Benz Salzburg (damals im Hochhaus in Lehen) und dann zu British Leyland Salzburg (an der Wasserfeldstraße) (1969). Zuletzt, ab 1976, war er als Public Relations Manager bis zu seiner Pensionierung 1987 bei Chrysler Corporation unter Generaldirektor Gerald Gießwein (dann umbenannt in Talbot, schließlich fusioniert mit Peugeot) tätig.

Von 1964 an war auch gerichtlich beeideter Sachverständiger für das Kraftfahrwesen.

Journalistische Tätigkeit

Helmut Krackowizer mit dem 15fachen italienischen Motorradweltmeister Giacomo Agostini, 1973

Journalist

Schon während seiner aktiven Rennfahrerzeit schrieb Krackowizer für Motorradzeitungen und -zeitschriften. Unter anderem war er Mitbegründer der österreichischen Zeitschrift "Das Motorrad" (existiert aber heute nicht mehr). 1954 war er auf Einladung der deutschen Motorradmarke NSU am Hockenheim-Ring, Deutschland, im Sattel einer Werks-NSU-Rennmaschine, der so genannten Rennfox[9], im Rahmen seiner journalistischen Tätigkeit unterwegs. Für Hans Trunkenpolz von KTM erledigte er immer wieder PR-Arbeit. Er begann im Auftrag von Motorradfirmen und -importeuren Fahrberichte über Motorräder für Tages- und Fachzeitungen zu schreiben.

Sein erste Buch war eine Übersetzung aus dem Englischen (Motor Cycle Racing von Peter Carrick), das in Österreich unter dem Titel Motorradsport im Jahr 1972 erschien. Eine Reihe weiterer Bücher, teilweise als Co-Autor, erschien bis Mitte der 1990er-Jahre, die fast alle vergriffen sind. Der Inhalt der Bücher handelt von der Geschichte der Motorräder und des Motorradrennsports. Darüber hinaus war er Autor zahlreicher Beiträge für Fachzeitungen im deutsch- und englischsprachigen Raum.

Platzsprecher

Helmut Krackowizer als Platzsprecher beim int. Gaisbergrennen am 11. September 1960 auf der Zistelalm

Schon beim Motorrad-Bahnrennen am 4. Mai 1947 auf der Trabrennbahn in Salzburg fungierte Krackowizer als Platzsprecher. Es folgten viele derartige Einsätze bei Rennen, die damals noch erlaubt waren: Bergrennen auf dem Gaisberg in Salzburg, beim Bergrennen Engelhartszell an der Donau und am Gmundner Berg (beide OÖ.), beim 1. Mai Rennen auf der Autobahn bei Salzburg-Liefering, beim Motocross-Rennen am Gaisberg auf der Zistelalm sowie bei anderen Rennveranstaltungen. Auch bei zahlreichen Rennen am Salzburgring saß Helmut Krackowizer im Kurier-Turm, wie der Start- und Zielturm genannt wurde, im obersten Stock und kommentierte den Rennverlauf.

Motorrad-Zeichnungen

Schon als Jugendlicher war Krackowizer ein begeisterter und durchaus talentierter Zeichner. Zunächst zeichnete er von Bildmaterial Motorradsportrennszenen und einzelne Motorradrennfahrer nach, während des Zweiten Weltkriegs füllten sich seine Zeichenmappen mit Flugzeugen, Panzern und auch Kriegserlebnissen. In den 1960er-Jahren begann Krackowizer dann alte Motorräder nach Originalvorlagen in Großformat mit Bleistift zu zeichnen. So entstanden etwa 15 Kunstdruckmappen, die "Motorrad Meilensteine", mit je vier Zeichnungen von historischen Rennmotorrädern. 1965 erschien seine erste Mappe mit Zeichnungen, Die klassischen Rennmotorräder.

Der „Motorrad-Professor“

Helmut Krackowizer (ganz rechts) beim Oldtimer Grand Prix 1979 bei Juan Manuel Fangio, dazwischen Prof. Eberan von Eberhorst, angesehener österreichischer Ingenieur.
Oldtimer Grand Prix 1981: Prof. Dr. Max Reisch ist mit seinem Steyr 100 Expeditionswagen aus dem Jahr 1935 zu Gast am Salzburgring; Zweiter von rechts sein Sohn DI arch. Peter Reisch, neben Max Reisch mit Kappe Prof. Dr. Helmut Krackowizer.

Nachdem Krackowizer sich 1955 von der aktiven Rennfahrertätigkeit zurückgezogen hatte begann er historische Motorräder in ganz Europa aufzuspüren. Einige dieser Funde behielt er selbst und ließ sie restaurieren, andere tauschte und verkaufte er wieder. 1967 gründete er den dritten Motor Veteranen Clubs in Österreich, den Motor Veteranen Club Salzburg. 1976 war Krackowizer auch kurze Zeit Präsident des Österreichischen Motor Veteranen Verbands.

Helmut Krackowizer kannte so gut wie jedes historische Motorrad im Detail, wusste die Geschichten seltener Motorräder und Lebensläufe deren Rennfahrern zu erzählen, die er meist auch noch persönlich kennengelernt hatte und auch zu seinen Freunden zählten wie u. a. Sammy Miller [Trial-Weltmeister], John Surtees [einziger Automobil- und Motorradweltmeister], Walter Zeller, Luigi Taveri (mehrfacher Motorradweltmeister auf Honda aus der Schweiz), Hans Haldemann, Georg "Schorsch" Meier (1939 gewann Meier als erster Nicht-Brite bei der berühmt-berüchtigten Tourist Trophy auf der Isle of Man die 500-cm³-Klasse, die sogenannte Senior-TT), Alfred Neubauer, den legendären Mercedes-Benz-Rennleiter, und viele andere aus der Motorrennsportszene. Selbstverständlich war er Mitglied beim Rudge Enthusiasts Club in England.

Einen Lebenstraum erfüllte er sich mit der Realisierung den großartigen Motor-Veteranen-Rennen auf dem Salzburgring, den "Oldtimer Grand Prix", die zwischen 1974 und 1987 stattfanden. Stars wie Niki Lauda, Juan Manuel Fangio (argentinischer Automobilrennfahrer), Hans Herrmann und andere ehemalige Automobil- und Motorradrennfahrer kamen zu diesen Veteranenrennen für historische Automobile und Motorräder. Weit über 100 Automobile und bis zu 300 Motorräder fanden sich in besten Jahren zu diesem Ereignis am Salzburgring ein. Mercedes Benz schickte die berühmten Silberpfeile, BMW und Audi brachten historische Rennfahrzeuge aus ihren Museen nach Salzburg.

Motorveteranen Museum Hellbrunn

Erfolglos blieben jedoch seine Bemühungen, in Salzburg ein Motor Veteranen Museum zu etablieren. Es gab Versuche, den Stadl im Schlosspark von Hellbrunn dafür umzubauen, was aber an bürokratischen Überlegungen der Stadtgemeinde Salzburg scheiterte. So gingen einige Sammlungen alter Motorräder und Automobile, deren Besitzer Krackowizer schon für das Projekt gewonnen hatte (wie zum Beispiel Walter Brandstetter aus St. Pölten), dann an in- und ausländische Motormuseen. Und bis heute (Stand 2019) wurde für historische Technik (aller Arten) kein passender Raum in Salzburg geschaffen, um Raritäten der Nachwelt präsentieren zu können.

Aktiver Teilnehmer an Oldtimer-Veranstaltungen

Helmut Krackowizer als 68-Jähriger beim Sprung auf der Ballaugh Bridge - Isle of Man - bei der Tourist Trophy "Lap of Honour" im Jahr 1990

Krackowizer stieg auch nach seiner aktiven Rennfahrerlaufbahn noch in den Sattel von Motorrädern und nahm an verschiedenen Veteranen-Veranstaltungen teil. So nahm er beispielsweise 1973 auf dem Nürburgring auf einer Sunbeam 90, Baujahr 1929, an einer Motor-Veteranen-Veranstaltung teil, deren Gesamtsieger er wurde. Selbst bei seinen eigenen Oldtimer Grand Prix am Salzburgring war er manchmal im Sattel einer Rennmaschine zu erleben. Er nahm an Rennveranstaltungen historischer Motorräder in Deutschland (Hockenheim-Ring, Ingolstadt), in Italien (Misano, Bergamo) und England teil. 1990 fuhr er im Rahmen der englischen Tourist Trophy auf der Isle of Man bei der so genannten "Lap of Honour"[10] im Sattel einer ex-Wal Handley-Rudge eine Ehrenrunde auf dem Kurs auf der Insel Man.

Am 14. September 1997 wurde er beim zweiten Ernst Vogel-Gedächtnislauf im Schlosspark von Schönborn bei Wien, "3. Sieger" in der Klasse Motorräder bis Baujahr 1938. Noch bis 1999, im Alter von 77 Jahren, nahm Krackowizer aktiv an Veteranen Veranstaltungen teil.

Motorrad-, Literatur- und -Bild Archiv

Hauptartikel: Motorrad-Literatur- und Bildarchiv Prof. Dr. Helmut Krackowizer

Schon als Jugendlicher begann Krackowizer zu fotografieren. Während seiner aktiven Motorradrennfahrerzeit hatte er meist seine Kamera dabei, um den Zeitungen vom Renngeschehen berichten zu können. Er etablierte sich in der Nachkriegszeit als Pressefotograf und war bei den wichtigsten österreichischen Motorsportveranstaltungen dabei. Sein Archiv dokumentiert vor allem das Renngeschehen in Österreich und Deutschland, aber auch von England und der Schweiz. Daneben sammelte er (historisches) Bildmaterial, das die Motorrad-Rennsportszene sowie die Entwicklung des Motorrades dokumentierte. Er hatte im Laufe seines Lebens nicht nur Motorräder und Bildmaterial gesammelt, sondern auch Zeitschriften und Zeitungen, Bücher und andere Dokumentationen über die Geschichte von Motorrädern, Motorradrennfahrer, Motorradrennstrecken und -rennen, Pressemappen von Motorradherstellern u. a., die einen Einblick in die bewegte Vergangenheit des Motorradsports in ganz Europa geben. Erhalten sind unzählige Manuskripte und eigenes Fotomaterial seiner journalistischen Tätigkeit.

Funktionen im Motorsport

Motorfachjournalist Helmut Krackowizer (links) am Start bei Manfred Magnus beim 1. Mai Rennen 1965.
  • Von 1947 bis 1955 aktiver Motorrad-Rennfahrer;
  • Von 1952 bis 1975 nationaler und internationaler Zeitnehmer der OSK, FIM und FIA, davon acht Jahre Zeitnehmer der Obersten Sportkommission für Oberösterreich und Salzburg;
  • Gründer des Motor Veteranen Clubs Salzburg (1967) als dritter Club dieser Art in Österreich;

Ehrungen

Bilder von den Ehrungen

Privat

Helmut Krackowizer heiratete am 28. Mai 1955 in der Wallfahrtsbasilika Maria Plain Ingeborg, geb. Gallistl (* 28. Juli 1933 in Vöcklabruck; † 23. März 2017 in Salzburg-Aigen). Gemeinsam hatten sie drei Kinder (eine Tochter und zwei Söhne). Krackowizer war Jahrzehnte lnag Mitglied des Lions Clubs Hohensalzburg.

Großglockner Trophy in memoriam Prof. Dr. Helmut Krackowizer

Thomas Fritsch, ein Freund und langjähriger Begleiter von Krackowizer, organisierte ein Jahr nach seinem Tod die erste Großglockner Trophy für historische Rennmotorräder auf der Großglockner Hochalpenstraße in Erinnerung an seinen Freund. Diese Veranstaltung fand alle zwei Jahre statt, allerdings ab 2008 nicht mehr als in Memoriam Prof. Dr. Helmut Krackowizer.

Literatur

Österreichische Kraftfahrzeuge. Von Anbeginn bis heute
  • Krackowizer, Helmut; Fischer, Klaus; Haldemann, Hans: TOEFF Land Schweiz, SERAG AG Verlag, Pfäffikon, 1992, ISBN-3-908007-72-5
  • Krackowizer, Helmut und Fischer, Klaus: TOEFF Land Schweiz 2, SERAG AG Verlag, Pfäffikon, 2000, ISBN 3-908007-87-9
  • Krackowizer, Helmut: "Motorrad Album", Markt Buch, VF Verlagsgesellschaft Wiesbaden, 1990, ISBN 3-926917-05-9y
  • Krackowizer, Helmut: "Motorräder - Berühmte Marken von Adler bis Zenith", Markt Buch VF Verlagsgesellschaft Wiesbaden 1988, ISBN 3-926917-00-8
  • Krackowizer, Helmut: "Motorräder - Berühmte Marken von AJS bis Zündapp", Welsermühl Verlag (existiert nicht mehr)
  • Krackowizer, Helmut: "25 Motorrad WM", 1975, Welsermühl Verlag (existiert nicht mehr)
  • Krackowizer, Helmut: und Carrick, Peter: "Motorradsport", 1972, (sein erstes Buch)
  • Krackowizer, Helmut: "Meilensteine der Motorradgeschichte von 1885 bis heute", Motorbuch Verlag, Stuttgart
  • Krackowizer, Helmut: "Meilensteine der Motorradgeschichte", 1995, Gondrom Verlag GmbH
  • Krackowizer, Helmut: und Vollmar, Klaus: "Horex Regina bis Imperator 1950-56", Motorbuch Verlag, Stuttgart, 1986
  • Krackowizer, Helmut; Seper, Hans; Brusati, Alois: "Österreichische Kraftfahrzeuge. Von Anbeginn bis heute", 1982

Sonstige Werke

eine Motorradzeichnung von Helmut Krackowizer, eine Rudge 250 cm²
  • Helmut Krackowizer "Die klassischen Rennmotorräder", Motorbuch Verlag, Stuttgart, 1965

Helmut Krackowizer - jeweils vier Bleistift-Motorradzeichnungen im Kunstdruck:

  • 1. Serie mit Zeichnungen von 1965 (BMW 500 Kompressor 1937/39, Norton 350/500 dohc 1937, Moto Guzzi 250 ohc 1935/37, Puch 250 Ladepumpe 1931)
  • Klausenrennen Memorial Mappe 1993 (NSU 500 ohc 1930, Puch 250 1931, Motosacoche 350 ohc 1928, BMW 750 ohv R 47/57 1929)
  • 2. Serie mit Zeichnungen von 1965 (DKW 250 ULD 1937/39, Gilera "Rondine" 500 dohc 1939, Husqvarna 500 V-2 ohc 1933/35, Motosacoche 350 M ohc 1928)
  • 3. Serie mit Zeichnungen aus verschiedenen Jahren (Norton 350/500 dohc "Federbett" 1950, BMW 500 RS 54 dohc Rennmodell 1954, Rudge 250 ohv TT-Replica 1934, Velocette 350 ohc KTT MK VIII/1939)
  • 4. Serie mit Zeichnungen aus verschiedenen Jahren
  • Kompressor Rennmaschinen Mappe (BMW 500 Kompressor 1937/39, Gilera "Rondine" 500 dohc 1939, NSU 350 Kompressor 1938/39, AJS 500 Kompressor 1939)
  • Österreichische Motorradsport Jubiläen 1996 was war vor 90, 65 und 40 Jahren (Puch 905 cc V-2/1906, Puch 250 1931, "Bullus-NSU" 500 ohc 1930/31, BMW RS 54 1955)
  • Valvoline Austria Trophae 1994 (Sunbeam 500 ovh 1926, AJS 350 ohc 1938, Norton 500 dohc 1938, Velocette 500 Twin 1939)
  • Vor 60 Jahren begannen die italienischen TT – Siege (Moto Guzzi 250 ohc 1935, Moto Guzzi 500 ohc, Benelli 250 dohc 1939, Gilera 500 4-Zylinder dohc 1954/55
  • Josef-Faber-Jubiläums-Mappe 1995 (CZ Walter 350 ohc 1953, JAWA 500 Twin dohc 1955/56, Gilera 500 4-Zylinder dohc 1954/55, Honda 250 6-Zylinder dohc RC 164 1964/5)

Bilder

 Helmut Krackowizer – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Weblinks

Quellen

Einzelnachweise

  1. siehe Wikipedia Rudge
  2. der im Zweiten Weltkrieg bei Stalingrad fiel
  3. "die Unreichbare", aufgrund ihrer motorischen Leistung galt dieses englische Motorrad lange Zeit als das Schnellstes der Welt.
  4. Eine Hochgeschwindigkeitsrennstrecke mit überhöhten Kurven, die heute nicht mehr existiert.
  5. das älteste noch bestehende und härteste Motorradrennen der Welt
  6. zweifacher Motorrad-Weltmeister
  7. früher war es noch möglich mit einer Maschine kleinerem Hubraums in Klassen mit größerem mitzufahren
  8. Quelle www.motorsportstatistik.com
  9. auf einer Rennfox wurde der Österreicher Rupert Hollaus erster und bisher (2019) einziger österreichischer Solo-Motorrad-Weltmeister
  10. an der "Lap of Honour" dürfen entweder ehemalige Sieger oder Siegermaschinen teilnehmen: die Rennmaschine, mit der Helmut Krackowizer startete, war die Siegermaschine von Wal Handley, einem Engländer, der in der Zwischenkriegszeit einer der erfolgreichsten englischen Motorradrennfahrer war