Monika Groß

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Monika Groß

Monika Groß (* 27. März 1966) war bis 2018 die Wirtin des Zeppezauerhauses auf dem Untersberg.

Nach dem Fachabitur für Erzieherinnen war Monika Groß Leiterin eines Kindergartens und Erzieherin in einem katholischen Internat. Seit 2000 Restaurantleiterin und Personalchefin bei der Autobahnraststätte Donautal-West an der deutschen A3.

Vorgestellt

Mit einem Krächzen setzt sich der Lastenaufzug in Betrieb. Vor dem Maschinenhaus stapeln sich Säcke mit Erdäpfeln, Zwiebeln, Karotten, einige Steigen Salat, Milchpackungen und Mannerschnitten.

In der Schutzhütte arbeiten die Handwerker, in der neuen Küche verstauen die Hüttenwirtin und ihre Mutter Lebensmittel: Das Zeppezauerhaus auf dem Untersberg wird nach der Winterpause flottgemacht.

Seit 1. Mai 2007 führt die 41-jährige Monika Groß aus Fürstenzell in Bayern das Regiment auf dem Zeppezauerhaus. Bisher leitete sie zusammen mit ihrem Lebensgefährten Fritz Schweighofer die Autobahnraststätte Donautal-West an der A3 in Passau. "Für mich geht ein Lebenstraum in Erfüllung. Ich habe im Dezember gelesen, dass das Zeppezauerhaus verpachtet wird. Da hab ich eine formlose E-Mail an den Alpenverein abgeschickt", erzählt Monika Groß.

Sie hat den 24-Stunden-Tankstellenbetrieb mit 500 Essensportionen und 7000 Euro Umsatz täglich mit dem Leben auf einer auf 1663 Höhenmetern gelegenen Schutzhütte getauscht.

"Ich war immer selbstständig, ich wollte noch einmal durchstarteten. Der Wunsch nach mehr Lebensqualität war sicher ausschlaggebend für diese Entscheidung. Dazu kam, dass wir nicht wissen, wie lange wir die Raststätte noch betreiben. Der Treibstoffverkauf ist dramatisch eingebrochen, die Leute fahren nach Österreich zum Tanken", sagt Groß. Anders als die Raststätte wird das Zeppezauerhaus als reiner Familienbetrieb geführt: Der Lebensgefährte von Monika Groß, ihre 71-jährige Mutter Erika und ihr 17-jähriger Sohn Maximilian werden sie abwechselnd unterstützen.

"Ich werde regionale Gerichte anbieten. Aber es wird ein einfaches Käsebrot genauso geben. Ich möchte auf der Hütte gerne was mit Musik machen und regionale Vereine für Veranstaltungen ansprechen", sagt die neue Hüttenwirtin, die nach ihrem Fachabitur eigentlich Theologie studieren wollte. Da kam aber die heute 20 Jahre alte Tochter dazwischen.

Ein wenig Gottvertrauen kann freilich auch eine Hüttenwirtin brauchen. Denn seit die legendäre Kathi Schneider das Zeppezauerhaus 2002 verließ, wechselten fast jedes Jahr die Pächter. Monika Groß ist bereits die Vierte. "Mir ist schon klar, dass ich hier heroben nicht reich werde. Rentieren muss sich der Betrieb aber schon. Das hängt sicher stark vom Wetter ab."

Der Reitsteig, der direkt an der Schutzhütte vorbeiführt, ist wegen der Sturmschäden (Orkan Kyrill) nach wie vor gesperrt. Immerhin konnte zur Eröffnung des Zeppezauerhauses der Dopplersteig wieder freigegeben werden. Und dann gibt es ja noch die Gondelbahn.

Was aber werden die Gäste sagen, wenn die Hüttenwirtin aus Deutschland kommt? "Mein Gott, ich bin ja keine Preußin. Und der Untersberg", sagt Monika Groß, "liegt zu zwei Dritteln ohnehin in Bayern."

O-Ton

"Ich war als Kind immer mit meiner Großmutter in Berchtesgaden wandern. Auf dem Zeppezauerhaus waren wir leider nie."

"Eine Berghütte wollte ich schon immer betreiben. Dabei habe ich damit noch keine Erfahrung, außer dass meine Eltern eine Jagdhütte in St. Oswald in der Steiermark hatten."

"Ich habe sieben Jahre lang das Restaurant einer Autobahnraststätte geleitet. Diesen Stress habe ich hier heroben nicht."

Quelle

Salzburger Nachrichten (Christoph Reiser)