Plumpsklo

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Plumpsklo mit Aussicht und Entlüftungsrohr, Guthundten, Piesendorf
Plumpsklo auf dem Parkplatz beim Hintersee im Felbertal

Das sog. Plumpsklo ist ein althergebrachter Abort ohne Wasserspülung, den man heute noch auf Salzburger Almen und einigen wenigen alten Bauernhöfen finden kann.

Geschichte

Mangels Wasserzuleitung war das Plumpsklo im ländlichen Raum teils bis in das letzte Drittel des 20. Jahrhundert der übliche Ort zur Verrichtung der Notdurft und somit unverzichtbarer Teil unserer jüngeren Kulturgeschichte.

Ein Plumpsklo besteht aus einer Senkgrube für die Fäkalien, über der ein überdachter hölzerner Verschlag oder eine kleine Hütte, die mehr oder weniger offen und abgedichtet ist, steht. Der Verschlag befand sich meist an das Haus angebaut, wobei ein solcher Verschlag oft auch auf dem sog. Gang im Obergeschoß situiert war, damit der Weg dorthin überdacht und nicht allzu lang war. Ein senkrechter hölzerner Schacht bildete die Verbindung zur Senkgrube. Manche Aborthäuschen standen aber auch freistehend auf dem Hof, sodass man bei Schlechtwetter nicht trockenen Fußes dorthin gelangen konnte. In manchen alten Höfen gab es daher auch eine sog. „Soachrinn“ - ein Loch in der hölzernen Hauswand, das in das Freie führte - die die Männer zum Urinieren benutzen konnten ohne das Haus zu verlassen.

Plumpsklos in Festungsanlagen

In Festungsanlagen wurden Plumpsklos an den Außenwänden in Erkern eingerichtet. Der Stuhlgang rann an den Außenwänden hinunter und wurde mit der Zeit von der Luft getrocknet. So befindet sich beispielsweise im Schlangengang in der Festung Hohensalzburg ein solches Beispiel. Dieser Abort ist aus Ziegeln gemauert (auch die Sitzfläche) und nach vorne in den Schlangengang offen.[1]

Einrichtung

Die Einrichtung eines solchen Abortes ist spartanisch, besteht zur Gänze aus Holz und beinhaltet ein Sitzpodest mit einer waagrechten Sitzfläche mit runder Ausnehmung, die meist mit einem Klappdeckel versehen ist. An der Wand befindet sich heute ein WC-Papierhalter mit Toiletpapier, früher verwendete man statt dessen Zeitungspapier, soferne vorhanden, das in gleichmäßige Teile gerissen, manchmal in einer an der Wand befestigten Stofftasche aufbewahrt wurde. Noch heute bestehende derartige Abortanlagen sind manchmal mit elektrischem Licht versehen. Früher musste es eine tragbare Lampe oder ein Kerzenleuchter tun, sofern überhaupt eine Lichtquelle zur Verfügung stand.

Manche dieser Örtlichkeiten hatten zwei Sitzplätze: einen für einen Erwachsenen und daneben einen mit kleinerer Ausnehmung für ein Kind. Was heute niedlich aussehen mag, hatte ganz praktische Gründe, die man sich leicht denken kann. Man stelle sich beispielsweise ein vielleicht fünfjähriges Kind vor, das bei Dunkelheit allein in einer außer dem Haus liegenden, kalten, zugigen, unbeleuchteten und wegen der Öffnung im Sitzpodest auch nicht ungefährlichen Örtlichkeit seine Notdurft verrichten soll. Aus diesem Grund befanden sich auch sog. "Kacheln" in den Schlafzimmern, die von Frauen und Kindern während der Nacht benutzt wurden.

Die Fäkaliengrube wurde nach Bedarf entleert und deren Inhalt üblicherweise als Dung auf die Felder ausgebracht. Von einem Hof in Bad Hofgastein im Gasteinertal erzählt Rosa Gruber, dass dort zwischen dem Abort im Obergeschoß und dem Plumpsklo im Parterre ein Betonrohr als Verbindungsstück angebracht war, das im Winter bei länger anhaltenden Minustemperaturen immer höher hinauf zufror, bis der Abort im ersten Stock nicht mehr benutzt werden konnte.

Gegenwart

Mit dem Aufkommen moderner Sanitäreinrichtungen, das sich durch den wachsenden Fremdenverkehr in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts beschleunigte, kam diese Art von Abort immer mehr ab und was bleibt ist das Plumpsklo als ein Erinnerungsort an manch schaurige Geschichte: neben Beinahe-in-den Abort-Stürzen von Kindern war es die ungeschützte und unbeleuchtete Außenlage der Örtlichkeit, die manch einem ehemaligen Benutzer auch älteren Jahrgangs – sei es wegen der Kälte oder wegen sonstiger verstörender Ereignisse - noch im Nachhinein einen Schrecken einjagt.

Bildergalerie

Quelle

Einzelnachweis