Hochradfahrer (Max Rieder)

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"Radfahrer" von Max Rieder in Adnet
Ansicht: Ost nach West
Karte

Der Hochradfahrer ist Kleindenkmal von Max Rieder in der Gemeinde Adnet im Tennengau.

Lage

Die Skulptur des Hochradfahrers steht an einem Rastplatz an der Wiestal Landesstraße (L 107) im Ortsteil Höhenwart vis-a-vis der Abzweigung der Krispler Landesstraße in Richtung Gaißau etwa bei Kilometer 9,5 am linken Straßenrand.[1]

Er befindet sich exakt an 47° 44' 17.7 N geografischer Breite und 13° 09' 35.7 O geografischer Länge.

Beschreibung

In der Mitte des Rastplatzes steht auf einem rechteckigen Sockel aus Konglomerat die steinerne Skulptur eines Radfahrers aus weißgrauem Untersberger Marmor quer zur Fahrtrichtung der Landesstraße stehend.

Interpretationen des Kunstwerks

Chefkurator des Salzburg Museums

Mag. Peter Husty (Chefkurator im Salzburg Museum) im Buch "Denkmäler an Salzburgs Straßen", herausgegeben vom Land Salzburg, Landesbaudirektion, Axel Wagner im Jahr 1998 (Autoren Peter Husty und Regina Kaltenbrunner) das Kunstwerk folgendermaßen:

"Am Rastplatz dieses landschaftlich besonders schönen Straßenzuges "genießt" ein Hochradfahrer die Umgebung. Im Bogen führen Steinplatten über die Wiese zum Radfahrer. Rieders künstlerische Originalität liegt im Reduzieren der Formen. Mit Hilfe von sparsamen Andeutungen wächst das Hochrad aus dem Steinblock. Da das Rad aber nicht kreisrund, sondern von hochovaler Form ist, steigert sich die Spannung, aber auch die Komik dieser Skulptur. Der flotte junge Fahrer mit sportlich-keckem Oberlippenbärtchen trägt eine Schirmkappe und einen Schal, der im Fahrtwind flattert. Die revolutionäre Erfindung des Rades bedenkend, ist dieser Radfahrer ein echtes "Denk-mal-nach" über die Segnungen des Fortschritts, aber auch über den Vorzug der Beschaulichkeit."

Anmerkung von der Tochter des Künstlers: "Um der Beschaulichkeit noch mehr Rechnung zu tragen, hat unser Vater dem Hochradfahrer einen "schlappohrigen Hund" ans Vorderrad gesetzt."

Ansicht eines Passanten

Mag. Thomas Schmiedbauer beschreibt es folgendermaßen:

In der Mitte des Rastplatzes steht auf einem rechteckigen Sockel aus braunem Konglomerat die steinerne Skulptur eines Radfahrers aus weißgrauem Untersberger Marmor, der - quer zur Fahrtrichtung der Landesstraße stehend - für den aus Westen Vorbeikommenden den Eindruck erweckt, als ob er darauf warten würde, in die Straßenkreuzung einfahren zu dürfen. Unwillkürlich ist man dazu geneigt, die eigene Fahrt zu stoppen um den wartenden Radfahrer passieren zu lassen. Doch er verharrt wie angewurzelt in seiner Position. Bei genauerer Betrachtung ist es ein sportlich gekleideter jüngerer Herr mit einem Schnauzbart, der auf einem etwa zwei Meter großem Hochrad sitzt. Er könnte jederzeit in die Pedale treten und los fahren. Wechselt der Betrachter die Perspektive, in dem er an dem Radfahrer vorbei fährt und zurück blickt, so bietet sich eine fast symmetrische Ansicht. Ein rasch vorüber Eilender vermag nur die Silhouette der einfachen Skulptur zu erfassen.

Wer auf dem Rastplatz verweilt, der wird als aufmerksamer Betrachter auf den zweiten Blick bemerken, dass sich die beiden Seiten geringfügig unterscheiden. Vor bzw. unter dem Hochrad an der Ostseite ist eine ältere Person mit langem Haar und Bart schemenhaft angedeutet, die durch den sportiven Radfahrer zu Boden nieder gedrückt wird.

Das Werk von Max Rieder aus dem Jahr 1971 macht in subtiler Art und Weise bewusst, dass eine Kreuzung eine Gefahrenstelle ist, an der eilige Fahrzeuglenker, die über die Straßen brausen, zunehmend in Unfälle verwickelt sind und dass ein allzu rasanter Fahrstil die Personen am Straßenrad gefährdet. Das Hochrad symbolisiert das hohe Ross, auf dem sich zu mancher Verkehrsteilnehmer wähnt, der durch sein Vehikel mit dem eingebauten Vorrang die Rücksichtnahme auf andere Menschen vermissen lässt.“

Bildergalerie

Quellen

Einzelnachweise