Salzburg Museum

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Salzburg Museum in der Neuen Residenz
am Mozartplatz
Karte
Salzburg Museum, Innenhof
Die Neue Residenz mit dem Salzburg Museum vom Residenzplatz

Das Salzburg Museum ist ein Museum in der Stadt Salzburg, das über Kunst und Kulturgeschichte von Stadt und Land Salzburg in mehreren Häusern informiert.

Geschichte

Im 19. Jahrhundert

Das Salzburger Museum wurde 1834 vom städtischen Leihhausverwalter Vinzenz Maria Süß mit Unterstützung durch Bürgermeister Alois Lergetporer gegründet. Beide wollten damit verhindern, dass Salzburger Kulturgut an die damalige Hauptstadt Linz abgetreten werden müsse, wo 1833 ein Museum gegründet worden war. 1849 übernahm die Stadt Salzburg das Museum in ihr Eigentum. 1850 erklärte sich die überwiegend in Salzburg lebende Witwe nach Kaiser Franz II./I., Karoline Auguste die Patronanz über das Museum zu übernehmen, das bis 2007 ihr zu Ehren Salzburger Museum Carolino-Augusteum (SMCA) genannt wurde.

Die Stadt stellte dem Museum im ehemaligen Magazingebäude am Gries (zwischen Griesgasse und Franz-Josef-Kai) immer mehr Raum zur Verfügung, weil die Sammlungen an Waffen, Kunstobjekten, Tierpräparaten, Münzen, Literatur usw. durch Ankäufe und Geschenke der Bürgerschaft ständig wuchsen. Auch die Funde der archäologischen Grabungen im gesamten Land Salzburg kamen in das städtische Museum.

Ab 1870 gestaltete der damalige Museumsdirektor Jost Schiffmann die Ausstellungsräume zu historischen Ensembles (Kapelle, Halle, Gelehrtenstube, Jagdzimmer, Schlafzimmer). Diese Stimmungsräume waren derart populär, dass sie noch bis in die 1920er-Jahre im wesentlichen erhalten blieben. Erst Museumsdirektor Julius Leisching sorgte dann ab 1921 für eine wissenschaftliche Neuausrichtung und Trennung in Schausammlung und Studiensammlung in Depots.

Im 20. Jahrhundert

Im Zweiten Weltkrieg wurden aus Furcht vor Fliegerbomben auf Salzburg umfangreiche Verlagerungen der Kunstobjekte in Schlösser und Bergwerksstollen durchgeführt. Trotzdem waren durch die Bombentreffer auf das Museumsgebäude im Oktober und November 1944 erhebliche Verluste zu beklagen. In den Wirren des Kriegsendes und des Beginns der Zeit der Besatzung durch amerikanische Truppen wurden viele wertvolle Objekte, insbesondere die wertvolle Goldmünzensammlung, entwendet. Ab 1947 wurden die immer noch in der Bombenruine am Franz-Josef-Kai untergebrachten Sammlungen des Salzburger Museums Carolino-Augusteum in das Alte Borromäum an der Dreifaltigkeitsgasse übersiedelt.

Nach langen Verhandlungen einigten sich Stadt und Land auf eine gemeinsame Finanzierung des Museums je zur Hälfte ab 1. Jänner 1966 und die Errichtung eines Neubaus auf einem Teil des alten Museumsareals an der Griesgasse, der 1967 eröffnet wurde. Schon bald danach begannen die Diskussionen um eine Erweiterung bzw. einen Neubau für das aus allen Nähten platzende Museum. Trotz mehrerer konkreter Planungen und Architektenwettbewerbe kam es lange zu keiner Entscheidung.

  • 1984 konnte nach fünfjähriger Bauzeit das Salzburger Freilichtmuseum in Großgmein eröffnet werden.
  • 1986 wurde das Freilichtmuseum aus dem SMCA ausgegliedert und in das Alleineigentum des Landes Salzburg übergeben.
  • 1997 einigten sich Stadt und Land auf den neuen Standort in der Neuen Residenz.

Im 21. Jahrhundert

2001 wurde das neue Zentraldepot an der Alpenstraße bezogen.

2003 begannen die Umbauarbeiten in der Neuen Residenz.

Im Herbst 2005 konnte das neue Panorama Museum eröffnet werden, das alte "Haupthaus" am Museumsplatz wurde geschlossen.

Mit 1. Mai 2007 wurde das Salzburger Museum Carolino-Augusteum in Salzburg Museum umbenannt und mit 1. Juni 2007 der neue Standort in der Neuen Residenz für das Publikum geöffnet. Insgesamt wurde für das neue Salzburg Museum von Stadt und Land Salzburg die Summe von 19,1 Millionen € investiert. Im ersten Jahr zählte das neu gestaltete Museum (einschließlich des Panorama-Museums) 62.174 Besucher, was gegenüber den Besucherzahlen im alten Haus eine Verdopplung der Eintritte bedeutet. In allen Häusern des Salzburg Museum werden jährlich mehr als 700.000 Besucher gezählt.

Liste der Direktoren seit 1834

Standorte

Neue Residenz

Salzburg Museum, 360 Grad Panorama, Innenhof

Am 1. Juni 2007 eröffnete das Salzburg Museum am neuen Standplatz in der Neuen Residenz am Mozartplatz 1 seine Pforten. Zu sehen sind vor allem Objekte der Salzburger Kulturgeschichte seit Beginn der Neuzeit. Das zweite Stockwerk ist dem Thema "Mythos Salzburg" gewidmet, der mit den Darstellungen der Maler der Romantik seinen Ausgang gefunden hatte. Im ersten Obergeschoß sind unter dem Titel "Salzburg persönlich" in wechselnder Folge Ausstellungen interessanten Persönlichkeiten gewidmet oder es werden größere Sonderausstellungen gezeigt. Die 500 m² große Kunsthalle im Untergeschoß ist großen Sonderausstellungen vorbehalten.

Verbunden ist das neue Museum auch mit dem seit 26. Oktober 2005 bestehenden Panorama Museum, in dem das große Salzburg Panorama von Johann Michael Sattler ausgestellt ist.

Weitere Standorte des Salzburg Museums

Panorama Museum seit 2005 in der Neuen Residenz: Salzburg Panorama 1829, Kosmoramen
Volkskunde Museum seit 1924 im Monatsschlössl Hellbrunn: Volkskultur, Brauchtum und Sonderausstellungen
Festungsmuseum seit 1952, im Jahr 2000 grundlegend neu gestaltet und mit dem Österreichischen Museumspreis ausgezeichnet: zeigt Geschichte, Wohnkultur, Waffen, Militärmusik und Gerichtsbarkeit
Domgrabungsmuseum seit 1974: Römische Ausgrabungen und Fundamente des mittelalterlichen Domes
Spielzeug Museum seit 1978 im Bürgerspital: hervorgegangen aus der Sammlung Folk und präsentiert Spielzeug aus aller Welt. Nach grundlegender Neugestaltung wurde das Haus am 15. Oktober 2011 neu eröffnet.
Salzburger Barockmuseum im Mirabellgarten: gehörte seit 1. Jänner 2012 zum Salzburg Museum und ist seit 3. September 2012 geschlossen. Die Sammlung Rossacher wird ab 2014 im DomQuartier präsentiert.
Keltenmuseum Hallein: Mit Jahresbeginn 2012 übernahm das Salzburg Museum die Betriebsführung.

Besondere Ausstellungsstücke

Im Salzburg Museum befinden sich u. a. das Original der Schnabelkanne vom Dürrnberg, der Helm vom Pass Lueg sowie eine Prunkwaffe des Fürsterzbischofs Kardinal Matthäus Lang von Wellenburg

Bischof.Kaiser.Jedermann, Landesausstellung 2016. "Salzburg 200 Jahre bei Österreich" im Salzburg Museum

Ausstellungen (Auszug, nicht vollständig)

Salzburg Museum, Ausstellungsraum im Untergeschoß
Die Kunstschätze des Mittelalters
  • Ars Sacra - Kunstschätze des Mittelalters aus dem Salzburg Museum, endete am 26. Jänner 2014
  • Initialzündung,Prämierte Arbeiten aus einem Schülerwettbewerb im Rahmen der Sonderausstellung Ars Sacra, 10. Februar bis 8. April 2012
  • Die Hohen Tauern – Kunst und Alpingeschichte, 13. Juli 2012 bis 3. März 2013
  • Landschaft alpin, aus den Sammlungen des Landes Salzburg, 13. Juli 2012 bis 30. September 2012
  • Ungehalten – Irma von Troll-Borostyáni zum 100. Todestag, 26. Oktober 2012 bis 10. März 2013
  • Franz Wallack (1887–1966) und die Großglockner Hochalpenstraße, 7. November 2008 bis 11. Oktober 2009
Sowie in den dazugehörenden Museen
  • Spielzeug Museum, Bürgerspital
    • Spielbilderbücher aus der Sammlung des Spielzeug Museum, 18. Februar 2014 - 16. November 2014
    • Stofftiger und Mondhasen - Spielzeug aus China, 17. Dezember 2011 bis 6. Jänner 2013
    • Hurra, die Eisenbahn ist da! Spielzeug und Modelle aus drei Generationen, 17. November 2012 bis 17. November 2013

Angebote

für Jugendliche

Die Programme sind für alle Schulstufen geeignet. In allen Häusern des Salzburg Museum ist der Eintritt für Schulklassen im Klassenverband frei. Die Führungsgebühr beträgt pro Schüler Euro 1,50 (gegebenenfalls zuzüglich eines Materialbeitrags, je nach Programm)

Führungen

  • Mythos Salzburg
  • Mein Lieblingsstück
  • Beruf: Fürsterzbischof
  • Museum im Liegen
  • Ein Sonntagsspaziergang
  • Im Salzburg Museum und auf der Festung Hohensalzburg: Beim Fürsterzbischof zu Gast

Workshops

  • Feuerstein und Faustkeil – Vom Leben in der Steinzeit. Wie lebte und arbeitete der Steinzeitmensch? Welche Materialien standen ihm zur Verfügung?
  • Kindheit im römischen Iuvavum Wie sah der Alltag der Kinder vor 2000 Jahren aus? Welche Spiele spielten sie?
  • Tanz (dich) durch die Zeit – Tanzend Geschichte erleben Eine historische Epoche durch ihre Tänze kennen zu lernen, ist eine spannende und zugleich lustige Art, Geschichte in Bewegung zu erleben.
  • Der Detektiv im Archiv Am Beispiel des Nachlasses des berühmten Sängers Richard Mayr (18771935) haben SchülerInnen die Möglichkeit, Archivarbeit selbst auszuprobieren

Anfragen und Anmeldung

Dr. Renate Wonisch-Langenfelder
Barbara Walther Bakk. phil.
Dr. Esra Ipek-Kraiger
Telefon: (06 62) 62 08 08-722
Mobil: (06 64) 4 10 09 93
Telefax: (06 62) 62 08 08-720

Besucherzahlen

Gesamt in allen zum Salzburg Museum gehörenden Museen:

2009: rund 688 000 Personen
2010: 695 439 Personen bei 15 Sonderausstellungen
2015: 842 000 Personen
im Museum am Mozartplatz: 80 911 Besucher
im Festungsmuseum: 675 005 Besucher
im Domgrabungsmuseum: 6 061 Besucher
im Volkskunde Museum: 14 368 Besucher
im Spielzeug Museum: 65 750 Besucher

Öffnungszeiten (Neue Residenz)

Dienstag bis Sonntag
9.00 bis 17.00 Uhr, Donnerstag: 18.00 Führung
Schließtage
1. November und 25. Dezember

Andere Öffnungszeiten am 24. und 31. Dezember: 9.00 bis 14.00 Uhr, 1. Jänner: 13.00 bis 17.00 Uhr

Auszeichnungen

Am 19. September 2008 wurde das Salzburg Museum vom Unterrichtsministerium mit dem Österreichischen Museumspreis 2007 ausgezeichnet.

Am 9. Mai 2009 erhielt das Salzburg Museum im türkischen Bursa als erstes österreichisches Museum den European Museum of the Year Award.

Das Museum ist auch mit dem Österreichischen Museumsgütesiegel ausgezeichnet.

Daten und Fakten

600 000 Objekte sind im Salzburg Museum inventarisiert. Allein 180 000 Bilder zum Thema Salzburg.[1]

Bildergalerie

Die Bilder wurden bei einem Workshop "Feuerstein und Faustkeil" mit den 2. Klassen einer Hauptschule aufgenommen.

sonstige Ausstellungsbilder

weitere Bilder

 Salzburg Museum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Weblinks

Quellen

Fußnoten

  1. Salzburger Nachrichten, 21. Jänner 2016