Red Bull GmbH

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Red Bull Firmenzentrale in Fuschl am See-Panoramabild
Red Bull-Zentrale in Fuschl am See, Brunn 1, Westansicht
Red Bull Headquarter, Ansicht von der Schöffbaum Höhe
Bullenskupturen bei der Firmenzentrale in Fuschl am See

Die Red Bull GmbH mit Sitz in Fuschl am See im Flachgau wurde 1984 von Dietrich Mateschitz und dem thailändischen Geschäftsmann Chaleo Yovidhya († März 2012 im 89. Lebensjahr) gegründet. Heute halten Mateschitz 49 % und die Familie Yovidhya 51 % der Firmenanteile, die restlichen zwei Prozent hält Chaleo Yovidhyas Sohn Chalerm, der in London wohnt.

Geschichte

Drei Jahre nach der Firmengründung kam der Red Bull Energy Drink am 1. April 1987 auf den österreichischen Markt, es sollte aber bis 1994 dauern, bevor die Marke im Ausland Fuß fasste.

2006 wurden weltweit erstmals mehr als drei Milliarden Dosen Red Bull getrunken. Damit stieg der Unternehmensumsatz des Salzburger Energydrink-Herstellers um 22,9 % auf 2,64 Milliarden Euro. Im Jahr davor war erstmals die Umsatzmarke von 2 Milliarden Euro überschritten und ein Nettogewinn von 141,5 Mill Euro ausgewiesen worden. Die Umsatzzahlen sind in der Vergangenheit regelmäßig zwischen 20 und 30 % pro Jahr gestiegen. Hauptgrund dafür sind die nach wie vor schrittweise weltweite Expansion sowie die Verkaufsentwicklung in den Märkten Osteuropa (+ 53 %), Italien (+ 48 %) oder USA (+ 27 %). Am 1. April 2008 erhielt Red Bull auch die Zulassung in Frankreich, die Anfang 2007 kurzfristig abermals verweigert worden war und ist somit nun überall in Europa erhältlich.

Den Fokus weiterer Expansion legt Red Bull auf die Länder Russland, Mexiko, Japan, Indien und China. Wachstum und Investitionen werden aus dem Free Cash Flow finanziert. 2011 verdiente das Unternehmen 311,2 Mio. Euro, um fast 40 Prozent mehr als 2010. Der Kassabestand belief sich auf fast 300 Mio. Euro. Das Eigenkapital betrug 1,2 Mrd. Euro.

2012 verkaufte das Salzburger Unternehmen weltweit 5,226 Milliarden Dosen, um 12,8 Prozent mehr als 2011. Der Umsatz stieg aufgrund höherer Preise sowie währungsbedingt um 15,9 Prozent auf 4,930 Mrd. Euro. Der Gewinn kletterte um 44 Prozent auf insgesamt 447,6 Mill. Euro[1].

Auch 2013 konnte das Unternehmen den Umsatz erneut steigern und erstmals die 5-Milliarden-Euro Marke überspringen. Im Jahr 2016 wurden schließlich weltweit 6,06 Milliarden Dosen verkauft, ein Plus von 1,8 Prozent und auch beim Umsatz mit 6,029 Milliarden Euro die 6-Milliarden-Marke erstmals übersprungen[2].

Red Bull beschäftigte per Ende 2016 11.865 Mitarbeiter und war zu diesem Zeitpunkt in 171 Ländern erhältlich[2].

Für das Jahr 2018 schüttete der Konzern 329 Millionen Euro an seinen Gründer Mateschitz an Dividenden aus. Zu seiner regulären Dividende von rund 182 Millionen Euro, die aus dem im Firmenbuch eingetragenen Jahresabschluss hervorgeht, addierten sich gut 147 Millionen Euro. Diese Sonderausschüttung, die dem Magazinbericht (Wirtschaftsmagazin "trend") zufolge aus dem Gewinnvortrag entnommen wurde, wurde am 17. Dezember 2019 - zehn Tage nach der Verlautbarung der regulären Dividende - im Firmenbuch protokolliert. Demnach flossen 147,3 Millionen Euro direkt an die zu 100 Prozent im Eigentum von Mateschitz stehende Distribution & Marketing GmbH. Weitere 3,2 Millionen Euro gingen an den 2-Prozent-Eigner Chalerm Yoovidhya. Der 49-Prozent-Eigentümer TC Agrotrading, die Chalerms Bruder Saravoot Yoovidhya managt, erhielt nichts. Alle Gesellschafter seien mit dieser "alinearen Ausschüttung" einverstanden, geht laut "trend" aus dem Dokument hervor.

Red Bull steigerte seinen Nettogewinn 2018 laut "Wirtschafts-Compass" um mehr als ein Drittel auf 741 Millionen Euro. Die Hälfte davon wird traditionell an die Eigentümer ausgeschüttet. Diesmal gab es für Red-Bull-Chef Mateschitz eine "Weihnachtsdividende". Über Spannungen zwischen den Eigentümern wegen der Gewinnverteilung sei oft spekuliert worden, schreibt der "trend". In der Distribution & Marketing GmbH findet sich dem Magazin zufolge per Ende 2018 ein Bilanzgewinn von mehr als zwei Milliarden Euro.[3]

2020: Red Bull gerät in den USA wegen Vorwürfe des Rassismus unter Druck

Eine bizarre Weltkarte in einer Präsentation brachte Ende Juni 2020 dem Konzern in den USA herbe Kritik ein. Mitarbeiter des Red-Bull-Konzerns in den USA bekamen im Februar während einer Marketing-Präsentation eine etwas andere Weltkarte zu sehen. Amerika wird als die Nummer eins, Indien als "Call Center" bezeichnet. Europäer sind Waschlappen, Chinesen "machen unser Zeug". Und bei Afrika steht schlichtweg: "Zootiere kommen von hier", berichtete das Wirtschaftsportal "Business Insider". Ein Bild der Präsentation wurde dem Medium von einem Mitarbeiter des Energydrink-Konzerns, der bei dem Meeting in Detroit anwesend war, zugespielt. Ein Team aus der österreichischen Zentrale habe die Präsentation erstellt - und gegen das Anraten amerikanischer Kollegen auch gezeigt. Viele Anwesende hätten die - aus dem Internet kopierte - ironisch gemeinte Weltkarte nicht mit Humor genommen, sondern als rassistisch empfunden.

Der Konzern wehrt sich gegen die Vorwürfe. "Red Bull lehnt Rassismus in jeglicher Form ab und wir dulden keine Sprache oder Verhaltensweisen, die auf etwas anderes hinweisen", wird eine Konzernsprecherin im Artikel zitiert. "Wir müssen dies in unserem Geschäft und im täglichen Leben widerspiegeln. Wir erkennen an, dass wir noch viel zu tun haben", sagte sie. In der Salzburger Red-Bull-Zentrale wollte man am 25. Juni auf Anfrage der Salzburger Nachrichten keinen weiteren Kommentar abgeben. Ein Konzernsprecher verwies darauf, dass die Weltkarte von der Website einer Beraterin für interkulturelle Kommunikation stamme.

Mehrere US-Medien haben den Vorfall aufgegriffen. Er heizt bestehende Kritik in einem der Kernmärkte des Konzerns weiter an. Mitarbeiter hatten zuvor kritisiert, dass sich das Unternehmen zu wenig stark gegen Rassismus positioniere. Ein von 300 Mitarbeitern unterzeichneter Protestbrief wurde am 1. Juni an den amerikanischen Red-Bull-Chef geschickt. Er kritisierte das "öffentliche Schweigen" des Unternehmens in Bezug auf die Black-Lives-Matter-Bewegung. Der "Business Insider" veröffentlichte den vollständigen Brief online. Die Unterzeichner kritisieren vor allem, dass Red Bull in einer Zeit, in der viele andere Unternehmen öffentlich Stellung nehmen, stumm bleibt, und fordern auch interne Änderungen. "Unglaubliche Musikfestivals zu veranstalten und Athleten aus dem All zu stürzen ist Teil unserer Marke. Das Richtige zu tun sollte es auch sein: für schwarze Mitarbeiter, Gemeinschaften und Menschen eintreten, wenn sie es am dringendsten brauchen."[4]

Im Juli tauschte die Geschäftsführung von Red Bull in Salzburg das Führungsduo in den USA aus. CEO Stefan Kozak und Marketingchefin Amy Taylor waren "nicht länger Teil des Unternehmens", bestätigte die Salzburger Zentrale gegenüber den SN.[5]

Marketing

Red Bull-Testanlage in Thalgau-Oberdorf.
Red Bull Air Race-Testanlage in Thalgau-Oberdorf, Windsäcke mit Turbinengebläse zur Messung der Verformung bei Seitenwind..

Von Beginn an versuchte Dietrich Mateschitz mit umfangreichem Sportsponsoring seine Marke bekannt zu machen. Neben Extremsportveranstaltungen wie dem Red Bull Dolomitenmann (1988), Spaß-Events wie dem Red Bull Flugtag (1992) waren auch Einzelsportler begehrte Testimonials. 1989 avancierte Formel 1 Pilot Gerhard Berger zum ersten Motorsportler, der von Red Bull unterstützt wurde, 1994 folgten mit den Surf-Ikonen Björn Dunkerbeck und Robby Naish die ersten internationalen Athleten.

1995 steigt Red Bull als Sponsor von Sauber in die Formel 1 ein. Dieses Engagement wird 2005 durch den Kauf des Jaguar-Teams und die Gründung des Red Bull Racing Teams in neue Dimensionen gehoben. Wenig später kauft Mateschitz auch noch das italienische Minardi-Team und benennt es in Scuderia Toro Rosso um. Damit ermöglicht er seinem Red Bull Junior Team Nachwuchs Einsatzzeiten in der höchsten Motorsportklasse, ohne dabei das Ziel WM-Titel aus den Augen zu verlieren. Auch in der Deutschen Tourenwagen Meisterschaft (DTM), der Motorrad-WM oder der Rallye-WM ist Red Bull vertreten, ebenso in der amerikanischen NASCAR.

2000 beginnt Red Bull sein ausgedehntes Engagement im Salzburger Vereinssport. Bereits in den 1980er-Jahren war man als Sponsor des Eishockeyvereins SEC aufgetreten, 2000 verewigte man sich mit der Gründung des EC Red Bull Salzburg erstmals in einem Vereinsnamen. 2005 erfolgte der überraschende Schritt in den Fußball durch die Übernahme des SV Austria Salzburg und die Umbenennung in FC Red Bull Salzburg. EC Red Bull Salzburg II, Red Bull Juniors und später FC Liefering werden als sogenannte Farmteams (2. Mannschaften) aufgebaut. Im Fußball expandiert Red Bull nach New York, Leipzig, Brasilien und Ghana. Auch im Eishockey kauft sich Mateschitz 2013 beim EHC Red Bull München in Deutschland ein.

Außerdem sponsert das Unternehmen mehr als 600 Einzelsportler, unter anderem die Skispringer Gregor Schlierenzauer und Thomas Morgenstern, die Skisportler Lindsey Vonn, Axel Lund Svindal und Eric Guay, die Motorradweltmeister Hayden und Marc Marquez, die Segelolympiasieger Hagara/Steinacher und Basejumper Felix Baumgartner.

Ein wichtiges Betätigungsfeld im Bereich Sponsoring sind aber nach wie vor zahlreiche verschiedene Extrem- und Funsportarten wie das Red Bull Air Race, das Red Bull X-Alps, Red Bull Cliff Diving oder Red Bull Paper Wings, die oft unter der Patronanz von Red Bull GmbH stehen. 2012 erregt Felix Baumgartner mit Red Bull Stratos und einem Sprung aus knapp 39.000 m weltweites Aufsehen.

Weitere Marketing-Schwerpunkte werden im Medienbereich gesetzt. So kauft Mateschitz den Salzburger Regionalsender Salzburg TV und etabliert Servus TV. Eigene Events filmt man als Red Bull TV. Man veröffentlicht das Red Bulletin, Seitenblicke-Magazin, Servus in Stadt und Land und Terra Mater, die teilweise unter Benevento Publishing vereint sind. Das Red Bull Media House koordiniert viele dieser Aktivitäten. 2007 wird Red Bull Records mit Aufnahmestudios rund um den Globus gegründet. 2013 kauft Red Bull den Ecowin Verlag.

Laut eigenen Angaben investiert Mateschitz 30 % des Umsatzes in Marketing.

Weblinks

Quellen

  • ursprünglich im Artikel "Red Bull" und dortige Quellen
  • Homepage

Einzelnachweise