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Villa Löwenstern

Historische Außenansicht
Villa Löwenstern Gemälde von Adelaide "Lilly" Baronin von Löwenstern

Die Villa Löwenstern - erbaut im Jahr 1866 - in der Tennengauer Gemeinde Oberalm mit dem zweitgrößten Privatpark im Land Salzburg gehörte bis in die 1970er Jahre der Familie Baron v. Löwenstern.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Mit etwa eintausend Quadratmeter Wohnfläche und mit ca. 24 Zimmern handelt es sich um eine große schlossähnliche Villa im Schweizer Stil. Die Villa wurde 1866 im Zuge der Geschichte der Freiherr v. Löwenstern`schen Marmor-Waaren-Fabriken errichtet (die Fabrik wurde im Jahr 1887 vom seinerzeitigen Gründer und Eigentümer, Baron Friedrich v. Löwenstern, samt den zugehörigen Steinbrüchen an die Marmorindustrie Kiefer AG im deutschen Kiefersfelden veräussert). Schmuckstück war der große Ritter-Saal im ersten Stock mit hoher Wandvertäfelung und einer Kassettendecke. Der Gutsbesitz bestand aus einem ca. 9 ha großen Park, dem zweitgrößten Privatpark im Land Salzburg. Zum Besitz gehörten noch das Gärtnerhaus mit zwei Dienstwohnungen für Hausmeister und Gärtner, Wagen-Remisen, Pferdestall, Abstellräumen und einem großen Heuboden. Zwischen Villa und Gärtnerhaus lag eine kreisförmige Vorfahrt und in dessen Mitte ein Springbrunnen. Ein seitwärts gelegenes Palmenhaus (Treibhaus und Geräteraum) war nach dem Zweiten Weltkrieg abgerissen worden, nachdem das Dach 1944 durch eine Fliegerbombe zerstört worden war. Zu diesem Besitz gehörten ferner noch 16 ha Wald, etliche Wiesengrundstücke in Adnet, Oberalm oder am Almbach gelegen sowie diverse Fischereirechte im Almbach, im Puchhammer-Kanal (Mühlbach), im Moertlbach und Moertlbach-Bucht, im Spum- oder Sulzenbach, sowie allen Nebenflüssen.

Bereits 1941 wurden ca. 0,5 ha für die künftige Tauernautobahn enteignet, aber in der Natur noch nicht abgetrennt. Als die Tauernautobahn gebaut werden sollte (ca. 1970), erfolgte eine zweite Park-Enteignung, womit die Autobahn-Trasse noch dichter an die Villa heranrückte. Deshalb baute Dipl. Ing. Architekt Heinz Baron v. Löwenstern († 1. August 2012) nebenan und in seinem Park, soweit als möglich von der Autobahn entfernt, eine neue Villa (1966), die er mit seiner Ehefrau Christine († 1955 in Oberalm) und seinen beiden Söhnen bewohnte. Anfang 2000 erfolgte die Übertragung der Villa und der Liegenschaften an seinen Sohn Ludolf Baron v. Löwenstern.

Die alte Villa verkaufte Heinz Baron v. Löwenstern zusammen mit einem kleinen Grundanteil an das Ehepaar Brabec, die die Villa umbauten und als Hotel betrieben (1969). Später erfolgte die Schließung des Hotels und der neuerliche Verkauf der Villa. Der neue Käufer war eine Wohnbau-Gesellschaft, die in dem Haus mehrere Eigentumswohnungen einrichteten. Die Beletage blieb als eine Wohnung erhalten. Diese Wohnung kaufte Wolfgang von Karajan für sich und seine Ehefrau. Der ehemalige Ritter-Saal wurde ihr Wohnzimmer. Nach seinem Tode wurde diese Wohnung an den Salzburger Regisseur und Filmkomponisten Hannes M. Schalle verkauft und ist seit 1999 dessen Salzburger Arbeitsatelier.

Lage

Die Villa befindet sich in südwestliche Richtung direkt gegenüber der heutigen Marmor Industrie Kiefer GmbH.

Bildergalerie

Historische Ansichten

Quellen