Freiherr v. Löwenstern`schen Marmor-Waaren-Fabriken

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Firmengründer Baron Friedrich v. Löwenstern

Die Freiherr v. Löwenstern`schen Marmor-Waaren-Fabriken war der Vorläuferbetrieb der späteren Marmor Industrie Kiefer GmbH. Das Unternehmen wurde von Baron Friedrich v. Löwenstern gegründet, dem ersten Mitglied der Familie Löwenstern, das sich in Oberalm im Tennengau niederließ.

Geschichte

Es war im Jahre 1870 als Baron Friedrich v. Löwenstern von seinem Schwiegervater, dem französischen Unternehmer Justin Robert, die "k. k. privilegierte chemische Produktenfabrik Robert & Companie" kaufte. Zum Besitz gehörten die Fabrik, die Villa samt Garten und Nebengebäuden sowie verschiedene Marmorbrüche in Adnet und Waldparzellen. Fritz wollte das Marmor-Mosaik herstellen. Deshalb kaufte er die Adneter Steinbrüche und von Prinz Leopold von Bayern den Untersberg mit 2 680 ha Grund und den drei Marmorbrüchen. Auch das Quellgrundstück für die Wasserversorgung Salzburgs war dabei.

Mit 10. Februar 1871 löschte Justine Robert seine Firma bezüglich Marmorsäge in Oberalm und die Protokollierung der Glas-, Mosaik-, und Marmorwaaren-Fabrik zu Oberalm wurde ins Salzburger Handelsregister, damals noch Salzburger Amtsblatt, eingetragen.[1]

Seine Fabrik nannte er Freiherr v. Löwenstern`sche Glas-Marmor-Waaren-Fabrik zu Oberalm. Er restrukturierte und modernisierte die technische Marmorgewinnungs-Methode. Drei Jahre später, 1873, verkaufte Baron Friedrich v. Löwenstern die Oberalmer Marmorfabrik Freiherr v. Löwenstern'sche Glas Mosaik-Marmor Waaren Fabrik zu Oberalm für 550.000 Gulden an die Österreichische Bergbahn-Gesellschaft – jedoch ohne die Marmorbrüche und Waldungen. Es war die Zeit der Bankenkrachs und Konkurse. Der Käufer konnte die Ratenzahlungen nicht mehr leisten und Fritz kaufte alles wieder für 175.000 Gulden zurück, einschließlich einem Warenlager im Wert von 158.000 Gulden sowie neu angekaufte Steinbrüche, Waldparzellen und Arbeiter-Wohnungen.

Durch die 1871 erfolgte Eröffnung der Salzburg-Halleiner-Bahn verbesserte sich die verkehrsmäßige Anbindung Oberalms entscheidend. Schon während der Planung dieser Eisenbahnstrecke hatte Friedrich das Projekt tatkräftig unterstützt und schließlich den Baugrund für den Bahnhof zu einem günstigen Preis an die Stadt Hallein verkauft. An diese Mäzenatentum erinnernd wurde eine Straße beim Bahnhof in Hallein und in Oberalm „Baron-Löwenstern-Straße“ genannt. Der Gemeinderat von Hallein ernannte ihn zum Ehrenbürger von Hallein.

Die außerordentlichen Leistungen der Oberalmer Werke waren nicht nur im In- sondern auch im Ausland bekannt geworden. Kaiser Franz Joseph I. verlieh ihm, da Baron Friedrich v. Löwenstern Marmor aus österreichischen Steinbrüchen verarbeitete, den hohen Orden der Eisernen Krone. Fritz besaß, neben den Steinbrüchen in Adnet und Untersberg, weitere Steinbrüche. An Großbauten, an denen Baron Friedrich v. Löwenstern mit seiner Fabrik beteiligt war, sind folgende auszugsweise zu nennen:

Wien: Parlament, Justiz-Palast, Universität, Burgtheater, Neues Museum. Bukarest: Moschee. Pest: Stadthaus. Bayern: Schloss Linderhof (König Ludwig II). Ferner: Kirchen, Schlösser, Krankenhäuser, Bäder, Banken, Innen-Einrichtungen unter anderem in Österreich, Deutschland, England ...

1887 verkaufte Baron Friedrich v. Löwenstern das gesamte Unternehmen samt den zugehörigen Steinbrüchen an die Marmorindustrie Kiefer AG im deutschen Kiefersfelden um 540.000 Mark.

Quellen

  • www.oberalm.at vom einstigen Messinghüttenwerk zur Marmorindustrie Kiefer in Oberalm, Dr. Günther Wilhelm, Historiker, Referat für Naturschutzgrundlagen der Landesregierung Salzburg
  • ANNO, Salzburger Volksblatt, Ausgabe 2. September 1879, Seite 1: Freiherr v. Löwenstern'schen Fabriken
  • ANNO, Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 13. September 1882, Seite 2: Löwenstern'sche Marmorwaaren-Fabrik
  • ANNO, Salzburger Chronik, Ausgabe vom 23. August 1888, Seite 1: „Freiherr von Löwenstern'sche Glas-, Mosaik- und Marmorwaaren-Fabrik zu Oberalm"
  • ANNO, Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 9. Februar 1885, Seite 2: Freiherrlich von Löwenstern'schen Fabriken
  • ANNO, Salzburger Chronik, Ausgabe vom 14. Februar 1871, Seite 4: Baron Löwenstern mit Hauptniederlassung in Oberalm

Einzelnachweise

  1. Quelle ANNO, Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 11. Februar 1871, Seite 6