Weidegang

Aus Salzburgwiki
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Weidegänge im Hundsteingebiet

Ein Weidegang ist ein Steig, der meist abfallendes Gelände in horizontaler Richtung quert und durch das Begehen des Weideviehs entsteht.

Beschreibung

Im Gegensatz zu anderen Ländern, in denen Rinder zur Gänze oder großteils mit Kraftfutter gemästet werden und oft in ihrem kurzen Leben bis zur Schlachtung keine Weide kennen lernen, existieren im Bundesland Salzburg mit seinen drei Gebirgsbezirken Lungau, Pongau und Pinzgau große Weideflächen, die hauptsächlich von Rindern bestoßen werden.

Die Weideflächen bestehen aus Heuwiesen, Hutweiden und Almen. Während die Heuwiesen im Tal und in Gunstlagen erst im Herbst nach der zweiten oder dritten Mahd beweidet werden, werden Hutweiden je nach Bedarf und Almflächen im Rahmen der Almwirtschaft im Sommerhalbjahr genutzt. Auf den Almflächen finden sich das Pinzgauer Rind, das Fleckvieh, das Noriker Pferd, das Haflinger Pferd und in Hochlagen auch Schafherden und gelegentlich auch noch Ziegen, die den Almsommer über sich selbst überlassen bleiben und Steilflächen, die für andere Haustiere nicht zugänglich sind, beweiden.

Wo Vieh weidet entstehen durch das Gehen auf abfallendem Gelände Weidegänge, auch "Viehgangln" genannt, die den Weidetieren Halt verleihen und das Gelände optisch strukturieren. Weidegänge prägen daher das Kulturlandschaftsbild mit, ohne dass wir das bewusst wahrnehmen. Wie das untere Bild zeigt, sind Weidegänge manchmal auch Ausgangspunkt für Erosionsvorgänge, da sie die Grasnarbe zerstören und so den Boden für die Einwirkung von Wind und Wetter anfällig machen. In der Regel haben sie jedoch für den Hang eine stabilisierende Wirkung.

Quellen