Binsen

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Binsen im Großen Moorsee im Schönramer Filz
Immergrüne Binsen auf einer Wiese im Naturschutzgebiet Zeller See

Binsen (Juncus), hierzulande meist als Simsen bezeichnet, sind die namengebende Gattung der Binsengewächse (Juncaceae).

Kurzbeschreibung und Artenvielfalt

Kennzeichnend für diese Gräser sind ihre Blattspreiten. Diese sind starr, rund und borstenartig zugespitzt, während die der Seggen flach und im Querschnitt V- oder M-förmig sind. Sie sind meist hohl oder mit einem schwammartigen Durchlüftungsgewebe gefüllt, das der Sauerstoffversorgung dient. Binsen sind oft wintergrün. Ihre Vermehrung erfolgt meist über Ausläufer. Sie tragen durch Schadstoffabbau zur Wasserreinigung bei. Einige Arten können aus dem Wasser Phenole aufnehmen und werden daher in Kläranlagen, die auf Pflanzenbasis arbeiten, eingesetzt.

Weltweit sind rund dreihundert Binsenarten bekannt. In Deutschland kommen 29 Arten vor, die Anzahl der in Salzburg wachsenden Binsenarten ist der Autorin nicht bekannt.

Lebensraum

Ihr Hauptlebensraum sind die gemäßigten Breiten der Nordhalbkugel der Erde. In den Tropen fehlen sie im Tiefland gänzlich, man findet sie aber in Höhenlagen über 2 000 m ü. A.. Binsen, bzw. Simsen bevorzugen feuchte, nasse, teilweise überflutete Standorte in Feuchtgebieten, an Gewässern, in Mooren, auf Feuchtwiesen und in Sümpfen.

Simsen im Nationalpark Hohe Tauern

Im Gebiet des Nationalparks wachsen einige Binsenarten wie

  • die Dreiblatt- oder Gämsenhaar-Simse,
  • die Dreiblüten-Simse,
  • die Gewöhnliche Simsenlilie und
  • Jacquins Simse oder die Gämsen-Simse.

Etymologisches

Binsen kommen nicht nur in der Biologie vor, sondern spielen auch im Sprachgebrauch eine Rolle. So versteht man unter „Binsenweisheit“ eine allseits bekannte Tatsache. Die Redewendung „In die Binsen gehen“ bedeutet, dass etwas verloren geht, zu Nichte gemacht wird, d. h. fehlschlägt. Sie entstammt der Wildentenjagd. Wenn sich die Enten in das Röhricht verziehen oder der angeschossene Vogel in das Röhricht fällt, so ist er für den Jagdhund nicht mehr zu finden. Der Vogel ist also für den Jäger verloren und dessen Mühe war umsonst. Wie alle Redewendungen, die sich auf Vorgänge oder Arbeitsabläufe beziehen, die eine urbanisierte Bevölkerung nicht mehr aus eigenem Erleben kennt und auch nicht mehr durch mündliche Überlieferung tradiert werden, ist die Bedeutung von „In die Binsen gehen“ vielen jungen Leuten der Gegenwart nicht mehr geläufig.

Binsen und der Pinzgau

Binsen waren wahrscheinlich für die Entstehung der Bezeichnung „Pinzgau“ bestimmend. Es wird vermutet, dass das damals große Binsenvorkommen um den Zeller See zu dieser Bezeichnung geführt hat. Früher war das Umfeld des Sees ein ausgedehntes Verlandungsmoor, von dem heute aufgrund zahlreicher Entwässerungsmaßnahmen nur mehr Reste vorhanden sind (Naturschutzgebiet Zeller See). Ab der historischen Neubenennung von Zell am See als cella wird die Bezeichnung Bisonzio in allen Urkunden seit 925 nicht mehr für den Ort, sondern nur mehr für die Gegend des heutigen Bezirkes verwendet. Die Bajuwaren fanden bei der Besiedelung des Pinzgaus den Namen Bisonzio vor. Die Bezeichnung Bisonzio ist keltischen oder vorkeltischen Ursprungs. Die deutsche Neubenennung von Bisonzio war Pinuzgave, was sich vom althochdeutschen binuz = Binse ableitet.

Weitere Bilder

 Binsen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Quellen

  • Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Binsen"