Brandschutz auf der Festung Hohensalzburg

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Der Brandschutz auf der Festung Hohensalzburg ist ein Thema, dem auch im 21. Jahrhundert noch große Bedeutung beigemessen wird.

Einleitung

Das bislang letzte Feuer auf der Festung gab es 1849. Damals brannte ein Holzlager, das Feuer wurde rasch gelöscht. Seit dem 19. Jahrhundert gab es eine Brandwache, die bei einem Feuer in der Stadt zur Warnung eine Kanone abfeuerte. Noch heute ist rund um die Uhr ein Mitarbeiter der Festungsverwaltung im Dienst, der im Brandfall die Feuerwehr zum Brandherd lotst. In der Festung gibt es eine Anlage mit 300 Brandmeldern. Mit dem Bau der heute 33 000 m² großen Festungsanlage wurde 1077 begonnen. Die Festung Hohensalzburg steht im Eigentum der Republik und wurde 1955 vom Land für 99 Jahre gepachtet. 2012 besuchten 996 000 Menschen die Festung.

Was wäre, wenn...

Der Salzburger Branddirektor Eduard Schnöll wird just zu diesem Thema als Chef der Berufsfeuerwehr Salzburg am 29. Mai 2013 in der Weimarhalle in Deutschland als einziger Österreicher bei der Jahresfachtagung der "Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes" referieren.

Sieben Minuten benötigt die Berufsfeuerwehr in der Nacht vom Zeitpunkt des Alarms, bis sie im Burghof ankommt. Tagsüber rechnet die Berufsfeuerwehr mit maximal 15 Minuten. 18 Mann können sofort mit den Pinzgauern und einem weiteren Fahrzeug durch die enge und steile Gasse zur Festung auffahren.

In der ersten Viertelstunde ist das Burgpersonal auf sich allein gestellt. Burgverwalter Bernhard Heil erklärt, dass die Festungsmannschaft ein Mal pro Monat eine Feuerübung hat. Die Kommunikation muss funktionieren; die (vielen) Besucher müssen geordnet hinaus. Rund 40 Feuerlöscher stehen zur Verfügung.

Blickt man hinter die alten Gemäuer, offenbart sich ein komplettes Arsenal für die Berufsfeuerwehr. Die technischen Richtlinien für den vorbeugenden Brandschutz schreiben vor, dass eine Löschwasserversorgung von 4 400 Liter pro Minute auf 60 Minuten sichergestellt sein muss. Am Burghof sind vier Anschlüsse bereit. Die Leitungen führen zum Erhardplatz im Stadtteil Nonntal. 1 500 Liter Wasser können können pro Minute auf die Festung gepumpt werden. Einige Meter weiter befindet sich der Lagerraum, in dem die komplette Feuerwehrausrüstung in Regalen bunkert - 50 Schläuche, Pumpen, Anschlüsse, Leitern.

Wo früher der alte Burggraben war, ist jetzt der Trinkwasserbehälter, dessen Inhalt bei einem Brand zum Löschen dient. 200 000 Liter sind mindestens vorhanden. Üblicherweise sind es bis zu 350 000 Liter. Auf weitere 250 000 Liter greift die Berufsfeuerwehr im alten Hochbehälter der Festungsbahn zurück - gut versteckt hinter einem unscheinbaren Holztüren. Bis in die 1960er-Jahre wurde die Festungsbahn mit Wasser betrieben. Seither dient der sechs Meter tiefe Speicher als eiserne Reserve für den Brandfall. Mit acht Hydranten besteht auf der Festung auch eine intakte Ringleitung.

Quelle