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Festungsbahn

Fahrt mit der Festungsbahn
Die Festungsbahn im alten Design der Salzburg-AG bis 2010
Festungsbahnviadukt
die Weiche auf der Strecke der Bahn

Die Festungsbahn verbindet die Altstadt von Salzburg mit der Festung Hohensalzburg und ist eine Standseilbahn.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Anfänge

Der Baubeginn der damals revolutionären Standseilbahn auf die Festung Hohensalzburg, die als Kaserne genutzt wurde, war im April 1892. Die Betreibergesellschaft nannte sich Salzburger Eisenbahn- und Tramwaygesellschaft, kurz SETG. Das System Riggenbach beruhte auf der talwärts fahrenden, mit Wasser befüllten Bahn, die damit den bergwärts fahrenden Zug hinauf zog. Vom Maschinenraum aus wurde das Wasser aus dem Almkanal in einer Rohrleitung entlang der Bahntrasse auf die Burg gepumpt. Wegen ihrer Antriebsart wurde die Bahn bald liebevoll Tröpferlbahn genannt.

Die beiden Wagen waren durch ein 33 Millimeter starkes Drahtseil verbunden.

Das Wohnhaus von Michael Haydn an der Festungsgasse musste allerdings der Talstation weichen. Auch ein Keller des Höllbräus befand sich im Bereich der Talstation und musste abgerissen werden.[1]

Schon am 30. Juli desselben Jahres konnte die Festungsbahn eröffnet und die Festung Hohensalzburg einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden. Bei der Eröffnung waren unter anderem dabei: Statthalter Graf Thun-Hohenstein, Landeshauptmann Dr. med. Albert Schumacher Ritter von Tännengau, Vizebürgermeister Dr. Rudolf Spängler u. a.

Bis zum Zweiten Weltkrieg

Schon damals nutzten Touristen aus aller Welt bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges diese Aufstiegsmöglichkeit zur Festung. Erst durch den Anfang der 1920er-Jahre aufkommenden Autoverkehr und die Wirtschaftskrise um 1930 blieben die Touristen aus. Und nur mit Mühe konnte eine Stilllegung der Festungsbahn vermieden werden.

Während des Zweiten Weltkrieges zählten im Wesentlichen die Angehörigen der auf der Festung untergebrachten Militärdienststellen und Fronturlauber zu den Fahrgästen. Nach Ende des Krieges waren es zunächst die amerikanischen Besatzungssoldaten, die transportiert wurden, mit Beginn der 1950er-Jahre setzte aber wieder Fremdenverkehr ein.

Wie es zur Elektrifizierung kam

Wegen ihrer Wasserabhängigkeit musste die Bahn im Winter pausieren. So wurden bereits Anfang der 1950er-Jahre Überlegungen angestellt, die Bahn zu elektrifizieren. Am 18. Oktober 1959 fuhr dann auch die Tröpferlbahn zum letzten Mal.

Die erste elektrische Bahn

Die alte Wasserbahn wurde samt Geleise abgetragen. Eine neue Gleisanlage mit zwei neuen Wagen wurde installiert. Die Inbetriebnahme der neuen Bahn erfolgte am 16. April 1960.

Mit dieser Technik wurde die Fahrgeschwindigkeit von 1,0 m/s auf 2,4 m/s gesteigert. Darüber hinaus boten die neuen Wagen Platz für 36 statt 26 Fahrgäste.

Erst 1974/1975 kam es zu einer Modernisierung der Talstation: eine moderne Abfertigungshalle mit Drehkreuzen und elektrischer Zähleinrichtung sollte der steigenden Benutzerzahl gerecht werden. 1976 folgte dann auch der Umbau der Bergstation.

Der 30-jährige Dauerbetrieb erforderte schließlich eine komplette Erneuerung des Antriebes und der Wagen. Es kam also auch zu einer letzten Fahrt der ersten elektrischen Bahn am 13. Oktober 1991.

Die neue Bahn

40 Millionen Fahrgäste wurden in 31 Jahren mit den verschiedenen Bahnversionen auf den Festungsberg befördert. So entschloss man sich Anfang der 1990er-Jahre zu weiteren umfangreichen Erneuerungen. Am 11. November 1991 begannen in der Bergstation umfangreiche Umbaumaßnahmen für den neuen Antrieb. Eine übersichtliche und kundenfreundliche Fahrgastabfertigung folgten, automatische Bahnsteigtüren wurden in den Berg- und Talstationen eingebaut.

Mit dem Neubau wurde die Fahrgeschwindigkeit noch einmal erhöht: auf 5 m/s, ebenso das Fassungsvermögen der Wagen von 36 auf 48 Personen erweitert.

Im 100. Bestandsjahr der Festungsbahn, am 11. April 1992, erfolgte die Betriebsaufnahme der modernen Standseilbahn auf die Festung Hohensalzburg, die auch heute noch ihren Dienst verrichtet.

Modernisierung 2011

 
Das Einheben der neuen Garnituren am 1. März 2011

Zwischen 10. Jänner und 31. März 2011 rüstete man die Festungsbahn um vier Millionen Euro auf den neuesten Stand der Technik auf. Die bisherige Bahn beförderte in den beiden Kabinen auf den 99 Höhenmetern 1 600 Personen pro Stunde. Mit dem Einsatz zweier neuer Garnituren ab April 2011 können nun 1 850 pro Stunde transportiert werden und die Fahrzeit verkürzte sich auf 48 Sekunden. Der talseitige Führerstand ist mit einem großen Panoramafenster zum Fahrgastbereich ausgestattet. Die Siemens AG modernisierte die Anlage elektrisch-elektronisch, Carvatech baute die neuen Kabinenaufbauten und Doppelmayer lieferte das Fahrwerk und die mechanischen Komponenten.

Während der Arbeiten kam es am 21. Februar 2011 zu einem tödlichen Unfall, als ein Arbeiter bei der Talstation von einem schweren Bauteil getroffen wurde, das über die Bahntrasse heruntergerast war. Der Arbeiter verstarb noch an der Unfallstelle.[2]

Am 1. März 2011 wurden die beiden neuen Garnituren mittels eines schweren Mobilkrans in die Schienen eingehoben.

Zahlen

Rund 1,75 Millionen Menschen nützen jährlich die Festungsbahn (Stand 2014[3]).

Am 29. Dezember 2015 konnte erstmals in der Geschichte des Bestehens der Bahn in einem Jahr der zweimillionste Gast begrüßt werden. An Spitzentagen befördert die Bahn mehr als 12 000 Personen[4].

Bilder

  Festungsbahn – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Weblinks

Quellen

Einzelnachweise

  1. Quelle: Unbekannte Festung Hohensalzburg, Karte auf den Einbandseiten aus dem Jahr 1905
  2. Salzburger Nachrichten, 21. Februar 2011
  3. Quelle salzburg24 am 29. August 2014
  4. Salzburger Nachrichten, 30. Dezember 2015