Berufsfeuerwehr Salzburg

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Am Ostermontag 2021 eilten fünf (!) Einsatzfahrzeuge der Salzburger Berufsfeuerwehr an der Franz-Josef-Straße Ecke Faberstraße in der Neustadt in der Stadt Salzburg. Doch sie rückten nach wenigen Minuten wieder ab; wohl ein Fehlalarm gewesen.
Einsatz Ostermontag 2021, hier beginnt das Abrücken der Fahrzeuge, die an der Franz-Josef-Straße standen.
Lkw-Brand 2019 in der Maxglaner Hauptstraße, 03:16 min Video

Die Berufsfeuerwehr Salzburg ist einer der Salzburger Feuerwehren.

Einleitung

Sie versieht mit knapp 130 Mann rund um die Uhr ihren Schutzdienst. Sie ist der Abteilung 1 des Magistrats Salzburg (Allgemeine und Bezirksverwaltung) angegliedert.

Geschichte

Die Geschichte der Berufsfeuerwehr Salzburg beginnt unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkriegs, als ein Teil der Männer der Stadtfeuerwehr Salzburg bereits mit einem Stundenlohn für die Arbeit besoldet wurde. Nach längeren Diskussionen entschied die Stadt am 15. September 1947, 94 Mann als Einsatzkräfte und zwei Frauen für die Verwaltung in den Magistratsdienst aufzunehmen. Dieser Tag gilt daher als "Geburtstag" der Berufsfeuerwehr Salzburg. Die seit 1865 bestehende Freiwillige Feuerwehr blieb aber weiterhin bestehen. Die rechtliche Basis schuf das Salzburger Landesfeuerwehrgesetz 1948. Die neue Berufsfeuerwehr nutzte weiterhin gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr die Feuerwachen Residenz und Bruderhof. 1951 erhielt die Freiwillige Feuerwehr einen eigenen Kommandanten, blieb aber bei Einsätzen der Berufsfeuerwehr unterstellt. Von 1949 bis 1952 erfolgt die Beseitigung der Bombenschäden und der Ausbau der Feuerwache Bruderhof und ein Jahr später übersiedelte die danach aufgelassene Feuerwache Residenz in die neu errichtete Hauptfeuerwache Maxglan an der Innsbrucker Bundesstraße. Das Kommando und die Einsatzzentrale der Berufsfeuerwehr verblieben aber bis 1993 in der Feuerwache Bruderhof an der Linzer Gasse. Der Technische Dienst der Berufsfeuerwehr befand sich von 1946 bis 1949 in zwei Hallen der Kaserne Riedenburg, danach provisorisch in der Feuerwache Gnigl und ab Ende 1984 auf dem von der Stadt fünf Jahre zuvor angekauften Areal Jägermüllerstraße 3.

Von 1949 bis zum Jahr 1984, in dem die neue Landesfeuerwehrschule eröffnet wurde, war die Berufsfeuerwehr auch für die Ausbildung der Freiwilligen Feuerwehren im Land Salzburg zuständig und stellte mit ihren Offizieren den Großteil der Ausbildner.

Die in den 1970er-Jahren geplante Errichtung einer Feuerwache Süd an der Alpenstraße als drittes Standbein der Berufsfeuerwehr bzw. als Ersatz für die veraltete Feuerwache Bruderhof kam über das Planungsstadium nicht hinaus. Dort befindet sich heute die Sporthalle Alpenstraße.

Während der 1980er-Jahre gab es jahrelange Diskussionen in den politischen Gremien der Stadt Salzburg über neue Standorte für die beiden Feuerwachen Bruderhof und Maxglan, weil beide nicht mehr den Anforderungen moderner Feuerwehrtechnik entsprachen. Erst im Jahr 1988 fielen die Entscheidungen der Stadt Salzburg, die beiden Feuerwachen in die Schallmooser Hauptstraße bzw. in die Jägermüllerstraße in Maxglan zu verlegen und dort neue Bauten zu zu errichten. Weil sich der Baubeginn aber weiter verzögerte, kam es dann sogar zu öffentlichen Protesten der Angehörigen der Berufsfeuerwehr.

Im März 1993 übersiedelte die Hauptfeuerwache Maxglan schließlich von der Innsbrucker Bundesstraße an ihren jetzigen Standort in der Jägermüllerstraße, wo sie die moderne und dem Stand der Technik entsprechende Hauptfeuerwache bezog.

1999 wurde mit dem Umzug der Feuerwache Bruderhof in die Feuerwache Schallmoos auch das Problem der Einsatzausfahrten über die enge Linzer Gasse gelöst.

Direktion, Alarmzentrale, Werkstätten, Schulungsräume und der Großteil der Einsatzfahrzeuge befinden sich heute in der Hauptfeuerwache Maxglan. Die Feuerwache Schallmoos ist für die rechtsseitigen Stadtteile zuständig und wird zusätzlich bei größeren Einsätzen alarmiert.

Bei Großalarm rücken auch die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr aus, die dann aber dem Kommando des Branddirektors der Berufsfeuerwehr bzw. seinem ihn vertretenden Offizier unterstehen.

Verwaltung

Feuerwache Schallmoos, rechts ist die Schallmooser Hauptstraße sichtbar; Panorama

Die Berufsfeuerwehr gliedert sich seit 2018 in acht Geschäftsgruppen und 39 Referate, die auf zwei Standorte in der Stadt Salzburg aufgeteilt sind: die Hauptfeuerwache Salzburg (Maxglan) und die Feuerwache Schallmoos. Diese zwei Standorte teilen sich das Stadtgebiet in zwei Ausrückebereiche, deren Grenze die Salzach bildet.

Die Berufsfeuerwehr Salzburg verfügte über (Ende 2014) 123 Mitglieder und 37 Fahrzeuge, darunter Spezialfahrzeuge für gefährliche Stoffe, Atemschutz, Wasserdienst und allgemeine Hilfeleistung. Ab 7. Jänner 2020 verstärkten wegen der durch Europäisches Recht beschränkten Arbeitszeiten zehn weitere junge Männer das Team, das nun seine Sollstärke von 135 Feuerwehrleuten wieder erreicht hatte.[1]

Kommandant ist Branddirektor Dipl.-Ing. Reinhold Ortler, der im Jahr 2014 Dipl.-Ing. Eduard Schnöll folgte. Werner Kloiber ist Branddirektor-Stellvertreter (2020).

Statistik

2006 musste die Berufsfeuerwehr zu 3 686 Einsätzen ausrücken:

  • 1 305 Brandeinsätze
  • 2 366 technische Einsätze
  • 37 Groß- und Mittelbrände
  • 319 Kleinbrände
  • 844 Brandmeldeeinsätze (die steigende Zahl von Brandmeldeanlagen führt auch zu einer hohen Zahl von Fehlalarmen)

2012 musste die Berufsfeuerwehr zu 3 392 Einsätzen ausrücken[2]:

  • 1 148 Brandeinsätze
  • 2 244 technische Einsätze

keine Großbrände

2014 musste die Berufsfeuerwehr zu 3 392 Einsätzen ausrücken:

  • 1 163 Brandeinsätze
  • 2 200 technische Einsätze

keine Großbrände

2018 rückte die Berufsfeuerwehr zu knapp 4 000 Einsätzen aus, davon rund ein Drittel Brandeinsätze.[3]

2019 musste die Berufswehr zu 3 627 Einsätzen ausrücken. Der Brandherd Nummer Eins liege in der Küche, sagt Werner Kloiber, Branddirektor-Stellvertreter. Rund 180 Mal gab es Alarm wegen verschmorter Speisen. "Zu heiß gebratene Käsekrainer und die im Backrohr vergessene Pizza sind da die Klassiker." Im Bereich der technischen Einsätze gehe es besonders häufig darum, herrenlose oder verletzt aufgefundene Tiere zum Tierarzt oder ins Tierheim zu bringen (240 Einsätze), und Wohnungen zu öffnen (237): Das sei nötig, wenn zum Beispiel ein Bewohner nicht erreichbar sei und ein Unfall vermutet werde. Ab 7. Jänner 2020 verstärken zehn weitere junge Männer das Team, das nun seine Sollstärke von 135 Feuerwehrleuten erreicht hat.[1]

Weblinks

Quellen

Einzelnachweise