Brechelbad

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Brechelbad im Salzburger Freilichtmuseum
Das Brechelbad zu Webersberg im Jahr 2000
Diese ehemalige Badstube steht beim Pinzgauer Bauerngut Hinterbrandstätt auf dem Sonnberg in Taxenbach im Pinzgau

Das Brechelbad wurde sowohl zum Trocknen und Brecheln von Flachs als auch als Schwitzbad verwendet.

Allgemeines

Im sogenannten Brechelbad wurde Flachs gedörrt, ehe dieser mit Hilfe der Brecheln gebrochen wurde um die Leinenfasern zu gewinnen. Auf Grund der Feuergefahr wurde es abseits des Wohnhauses errichtet.

Das Brechelbad fand auch als bäuerliches Schwitzbad, ähnlich der heutigen Sauna, Verwendung. Solche Schwitzbäder sind im Alpenraum bereits im 16. Jahrhundert nachgewiesen. Das Aussterben dieser Schwitzbäder gegen Ende des 18. Jahrhunderts hatte mehrere Gründe. Einerseits wegen des Badeverbotes aus sittlichen Gründen, das im Jahre 1736 erlassen wurde, andererseits der hohe Holzverbrauch. Sowohl das Heizen als auch die vielen Gebäude selbst verschlangen viel Holz, welches für die Salinen benötigt wurde. Auch die aufgetretene Ansicht von der Schädlichkeit solcher Schwitzbäder war ausschlaggebend für ihr Verschwinden.

Eine zeitlang konnten sich diese Brechelbäder in Verbindung mit dem Dörren von Flachs noch halten, aber die moderne Bekleidungsindustrie mit Baumwolle und Kunstfaser nahm diesen kleinen Bauten im 20. Jahrhundert endgültig ihren Platz auf den Bauernhöfen.

Im Salzburger Freilichtmuseum ist ein Brechelbad aus dem 18. Jahrhundert zu besichtigen. Es gehörte ursprünglich zum Deisinggut in Pfarrwerfen. Der Ofen ist aus Naturstein gemauert und wird von außen beheizt. Das Deisingbrechelbad wurde bis zum Zweiten Weltkrieg zum Trocknen und Brecheln von Flachs verwendet.

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Quellen

  • Schautafel im Salzburger Freilichtmuseum