Taxenbacher Sonnseitberge

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Vom Wolfbachtal aus aufgenommen. Links der Großsonnberg, rechts der Kleinsonnberg
Hopfberg
Der Markt Taxenbach am Fuß des Taxbergs (links) und des Gschwandtnerberges in der Bildmitte

Auf der in Taxenbach klimatisch begünstigten Sonnseite befinden sich die sog. Taxenbacher Sonnseitberge, die teilweise bis in eine Höhe von über 1 200 m ü. A. besiedelt sind.

Beschreibung

Auf der Taxenbacher Sonnseite befinden sich fünf „Berge“, die sich vom Talboden bis hoch über das Salzachtal, hier ein Ost-West-Tal, erstrecken. Vom Westen nach Osten aufgezählt sind das der Großsonnberg, der Kleinsonnberg, der Hopfberg, der Taxberg und der Gschwandtnerberg. Alle genannten Berghänge werden bis über 1 000 m ü. A., der Taxberg und der Gschwandtnerberg bis zu einer Höhe von über 1 200 m ü. A. ganzjährig bewohnt und landwirtschaftlich genutzt.

Berglandwirtschaft

Bis zur allgemeinen Einstellung des Getreideanbaues in den 1960er-Jahren hat hier die günstige Bodenbeschaffenheit im Zusammenwirken mit der Sonneneinstrahlung einen guten Ertrag garantiert, der allerdings auf den steilen Hängen hart erarbeitet werden musste. Gepflügt wurde mit dem Noriker Pferd und das Getreide musste mit der Sichel geschnitten werden. Angebaut wurde für den Eigenbedarf, das Getreide in den hofeigenen Gmachlmühlen gemahlen und das Brot im hofeigenen Holzbrotbackofen gebacken.

Heute wird der Boden ausschließlich für die Viehwirtschaft genutzt, wobei vor allem Rinder gehalten werden. Das in der Region angestammte Pinzgauer Rind ist aus Ertragsgründen leider auch hier ins Hintertreffen geraten.

Neben den Rindern, die heute aus Ertrags- und Arbeitsaufwandsgründen oft nicht mehr für die Milchwirtschaft, sondern in Form der Mutterkuh-Haltung genutzt werden, werden von einigen Bauern in kleinem Ausmaß auch Ziegen wie die Tauernschecken oder die Pinzgauer Ziege - beides ebenfalls bedrohte, im Pinzgau angestammte Rassen - nebenbei gezüchtet oder auch einige Schafe gehalten.

Wandel

Infrastruktur wie Straßen, Strom- und Telefonleitungen, die bis weit in die zweite Hälfte des vorigen Jahrhunderts durch hohe Eigenleistung mühsam und teuer errichtet und bezahlt werden mussten, stehen heute wie allen anderen Bürgern auch den Bewohnern der Taxenbacher Sonnseitberge zur Verfügung. Alle sonnseitigen Berghänge sind mittlerweile bis ganz hinauf durch asphaltierte Güterwege erschlossen.

Vor allem in den unteren Bereichen der Sonnseithänge, teilweise aber auch bis in höchste Lagen, gab es seither eine rege Bautätigkeit. Zuerst von weichenden Bauernkindern, die einen Baugrund als Erbe erhalten haben und durch die geltende Raumordnung begünstigt waren, später auch von landwirtschaftsfremden Personen aus dem In- und Ausland, wodurch Nutzungskonflikte vorprogrammiert sind. In den unteren ortsnahen Lagen sind auch einige kommunale Wohnbauten errichtet worden.

Kleinere landwirtschaftliche Betriebe haben – dem überregionalen Trend entsprechend – die Landwirtschaft aufgegeben, das Milchlieferkontingent verkauft und Grund und Boden anderen Bauern verpachtet.

Bemerkenswertes

Über den Taxenbacher Sonnseithängen befinden sich am Fuße des Hundsteins ausgedehnte Almgebiete, wo auch einige Taxenbacher Bauern über Weiderechte oder Eigenbesitz verfügen und Almwirtschaft betreiben und die auch zahlreichen Wanderern und Beerensammlern ein Betätigungsfeld in wunderschöner Natur bieten.

Bildergalerie

Quellen

  • Eigenartikel von Christina Nöbauer
  • Topografische, Österreichische Karte, 1:25 000, 3221 – Ost, ÖK25V, Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen, Wien, 2008