Der Römerkopf in der Herrengasse in Salzburg

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Das Haus Herrengasse 26

Der Römerkopf befindet sich über dem Portal des denkmalgeschützten Hauses Nr. 26 und 28 in der Herrengasse am Fuße des Festungsberges in der Stadt Salzburg.

Geschichte

Das sogenannte Bürgerhaus, Hirten- oder Schallhamerhaus besitzt ein spätgotisches Rundbogenportal und darüber eingemauert eine Rotmarmorplatte mit der Inschrift „Linhard Marl 1509“ sowie eine Darstellung des „Guten Hirten“ als Haussegensbild. Das Haus besitzt auch eine erhaltene rundbogige Speicheraufzugstür im Dachgeschoss.

Bei dem Römerkopf „handelt es sich um eine sogenannte Spolie - also ein archäologisches Fundstück von einem römischen Grabstein oder Hausbrunnen, das ursprünglich den Eingang des linken Kernbaus (Nr. 26) geschmückt hat.“ sagt Bauhistorikerin Dagmar Redl-Bunia vom Magistrat der Stadt Salzburg.


Salzburgs Geschichte nach Josef Eder
Der nächste Absatz (das nächste Kapitel) entstammt Aufzeichnungen des Salzburger Baumeisters und Heimatforschers Josef Eder (* 1859; † 1935).
  • Nr. 26 und Nr. 28 sind sehr alten Ursprungs und scheinen bereits 1363 in der Seelenbeschreibung auf. 1509 gehört es der Familie Marl, von der noch die Haustafel von rotem Marmor mit dem Hauszeichen und dem Namen Linhart Marl 1509 angebracht ist. An der Rückseite, gegen den Hof zu, ist (war?) ein Römerkopf eingemauert. 1526 heißt es „ein haws gelegen im kay hinter St. Nikola pey dem Frauenhauss zunächst der Hundtsgasse". 1537 heißt es „gmain Stadtbehausung“: dort wohnte der Freimann (Scharf- und Nachrichter, Domus spirulatoris, auch Züchter); in diesem Hause starb der letzte Scharfrichter unter dem fürsterzbischöflichen Regime Franz Joseph Wohlmuth. 1702 heißt es Hirtenbaus, 1769 Kosteletzkyhaus und später „zum guten Hirten“. Das Haus 28 stammt aus der gleichen Zeit. 1400 erscheint es als „Frauenhaus“ (Bordell); es sind die von der Stadt geduldeten Dirnen untergebracht. 1548 nimmt „die gemeine Stadt“ von den „gemeinen Frawen“ vierteljährig drei Gulden zwei Pfennige Zins. 1572 heißt es „ein haws hinter der St. Nikolakirche, wo die offenen oder unfertigen Frawen oder gelüstige Fräulein“ wohnen. Über die Frauen hatte der Freimann die Aufsicht.

Quellen

  • Salzburgwiki-Artikel Herrengasse

→ Für nähere Informationen zu "Der Römerkopf in der Herrengasse in Salzburg" siehe auch den Originalartikel von Kulturklauberin Daniele Pabinger auf SN.at.