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St. Leonhard, Ansicht von Marktplatz in Tamsweg aus
Kreuzrippengewölbe in der Pfarrkirche St. Johann im Pongau
Gotischer Altar, Margarethenkapelle, Friedhof von St. Peter
Monument von Fürsterzbischof Leonhard von Keutschach

Die Gotik ist eine kunstgeschichtliche Epoche im Mittelalter, die etwa von 1200 bis etwa 1500 dauerte.

Inhaltsverzeichnis

Begriffserklärung

Woher der Begriff „Gotik“ eigentlich stammt lässt sich sicher erklären. Die Goten waren ursprünglich ein germanischer Volksstamm, der in der Zeit der Völkerwanderung ausgedehnte Wanderungen unternahm. Es ist anzunehmen, dass die Humanisten der italienischen Renaissance, den Begriff „gotisch“ mit barbarisch gleichsetzten, weil die Goten angeblich das antike römische Reich zerstörten. Alles was vor ihrer Zeit, d. h. vor der Wiederentdeckung der römischen Antike und der Weiterentwicklung römischer Kunst in der Renaissance also in Hoch- und Spätmittelalter als Kunst hervorging war in diesem Sinne für sie barbarisch, d. h. gotisch.

Die Kunstbezeichnung „Gotik“ hat sich jedoch als Stilbezeichnung durchgesetzt. Die deutsche Gotik unterscheidet die Phasen: Frühgotik, Hochgotik und Spätgotik.

Geschichte

Die ersten gotischen Bauwerke sind im 12. Jahrhundert in der Gegend rund um Paris entstanden. Von Frankreich aus verbreitete sich die Gotik relativ schnell über ganz Europa. Zuerst in England, dann weiter über Deutschland, Skandinavien, Spanien und Italien. Neben der Architektur prägt die Gotik auch die Bildhauerei, Malerei sowie das Kunsthandwerk.

Architektur

In die Höhe zu bauen sollte einerseits das Verlangen nach Verherrlichung und das Streben zu Gott sichtbar machen, andererseits gab es ein Wetteifern der Bischöfe und wohlhabenden Bürger, ihre Städte mit weithin sichtbaren Kirchen zu schmücken. Das Bauen in die Höhe zog zahlreiche technische Neuerungen mit sich. Das Kreuzrippengewölbe, der gotische Spitzbogen anstelle des romanischen Rundbogens sowie Strebepfeiler und Strebebogen entstanden. Die gotische Kathedrale hat den Grundriss in Form eines christlichen Kreuzes, dessen Hauptrichtung sich von Westen nach Osten, in Richtung des Heiligen Landes Jerusalem, erstreckt. Sie besteht aus drei Hauptteilen: dem Langhaus, dem Querhaus und dem Chor. Das Kircheninnere wird durch extrem schmale Proportionen betont.

Das Mittelschiff des Langhauses ist höher als die Seitenschiffe. Es wird von ihnen durch Spitzbogenarkaden getrennt. Der kürzere, querliegende Teil des Kreuzes, das Querhaus, trennt den Chor vom Langhaus. Zu beiden Seiten des Mittelschiffs ragen Säulenbündel und Spitzbodenarkaden auf. Das Licht fällt durch, mit farbiger Glasmalerei, reich geschmückten Fenster ein. Die Motive stellen Szenen aus dem Alten und Neuen Testament dar. Der Außenbau der gotischen Kathedrale weist wie das Innere eine klare Gliederung und betontes Höhenstreben auf.

In Salzburg findet sich folgende Bauwerke der Gotik:

Bildhauerei und Plastik

Die Bildhauerei der Gotik bedient sich - wie die Romanik - der Ausdruckform von Relief und Plastik, die an Portalen, Außenfassaden und im Innenraum von Kirchen angebracht und aufgestellt werden. Die Form der Darstellung ist bevorzugt das Halbrelief, freistehende Plastiken sind noch selten. Die Skulpturen haben eine langgestreckte Forum mit eng anliegenden Armen und erinnern an Säulen. Die Gewandfalten weisen einen typischen S-Schwung auf. In der Gotik wurden besonders schöne Madonnenstatuen geschaffen, die sorgfältig bemalt und mit echten oder falschen Edelsteinen geschmückt wurden. Die Adeligen der Hohe Salzburger Landschaft und kirchliche Würdenträger zeigen ihre Macht und ihren Wohlstand durch aufwändig gestaltete Grabanlagen und Grabplatten.

In Salzburg finden sich folgende Bildwerke, Statuen und Plastiken der Gotik:

Malerei

Die Wandmalerei (Fresko) wird auch in der Gotik entsprechend angepasst. Ein kunsthistorisch wertvolle, spätgotische Freskenreihe befindet sich in der Filialkirche hl. Nikolaus in Bad Gastein;

Die Glasmalerei hat sich durch den Bau der großen gotischen Kathedralen entwickelt. Das durch die bunten Glasfenster einfallende Licht trägt zu einer mystischen Stimmung bei. Die Kathedralenfenster werden aus kleinen Glasscheiben zusammengesetzt, die durch Stege aus Blei zusammengehalten werden. Die Darstellung von Bibelszenen ist üblich. Ebenso brachte auch die Buchmalerei der Gotik einzigartig Meisterwerke hervor. Die handgeschriebenen Bücher wurden mit Miniaturbildern versehen, die dekorative aber auch erzählend Funktionen hatten.

Die Tafelmalerei auf Holz entwickelte sich in der Gotik in verschiedene Formen. In den Kirchen kamen häufig Flügelaltäre, mit aufklappbaren, bemalten Flügeln zur Ausführung, die wie Kirchenfenster geöffnet oder geschlossen werden konnten. So auch der Pacheraltar in der Wallfahrtskirche St. Wolfgang.

Kunsthandwerk

Berühmt ist auch die Goldschmiedekunst der Gotik. Die Kelche, Monstranzen, Behälter für Weihrauch und Reliquien wurden oft auch mit Edelsteinen und Perlen besetzt.

Wirktppiche, sogenannte Gobelins, wurden in der Gotik häufig geschaffen. Diese oft großen Teppiche mit reich verzierten Darstellungen dienten als Wandschmuck für Wohn- und Repräsentationsräume.

Bilder

 Gotik – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Weblinks

Quellen

vorher

Romanik

Gotik nachher

Renaissance