Erstes Motorradrennen auf der Salzburger Trabrennbahn

Aus Salzburgwiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Am 7. September 1924 fand das erste Motorradrennen auf der Trabrennbahn in damals noch Aigen, heute Salzburg-Parsch statt.

Einleitung

Bis 1924 fanden Motorradrennen auf Sand- und Trabrennbahnen in Österreich nur in Graz, Linz, Baden bei Wien, Klagenfurt und Altheim statt. Nun endlich gab es auch in Salzburg die erste Veranstaltung dieser Art. Veranstalter war der ADAC, da sich der Salzburger Automobil Club erst im November dieses Jahres neu formierte. Wie das Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 6. September 1924, schrieb, "haben als Erstlingsveranstaltung naturgemäß noch nicht die erwünschte Beteiligung am Nennungsschlusse erfahren..." Recht unerwartet hatte sich niemand aus Bayern, der Hochburg des Bahnsports, angemeldet. Insgesamt meldeten sich 22 Fahrer zum Rennen an.

Nachdem schon vor diesem Termin in diesem Jahr ein Rainerbergrennen das Interesse der Salzburger Bevölkerung geweckt hatte, dürfte die Besucherzahl beim ersten Motorradrennen auf der Trabrennbahn 6 000 überschritten haben. Verspätet waren dann auch noch Nennungen aus Bayern von Buchauer, Haberl und Högl eingetroffen. In letzter Minute hatte überdies der Österreichische Automobilklub für österreichische Fahrer ein Startverbot erteilt, was aber keine nennenswerte Folgen hatte.

Das Publikum forderte ungeduldig und wiederholt eine raschere Abwicklung des Programms. Dies, obwohl die Durchführung von sechs Rennen nicht mehr Zeit in Anspruch nahmen, als die vier, die er Trabrennverein normalerweise bei Trabrennen abwickelte. Auch waren noch die Informationen an das Publikum verbesserungswürdig - es gab offensichtlich noch keine Lautsprecheranlage. So gab es keine Bekanntgabe von Nachnennungen und Siegerzeiten.

Am Start standen die noch nicht so routinierten Salzburger Baumgartner, Gollhofer, Kastner und der vom Pech verfolgte Dr. Ropper, die aber allesamt eine recht gute Figur machten. Das Salzburger Volksblatt stellte noch die Forderung, das in Zukunft Sturzhelme verwendet werden sollten.

Die Mehrzahl der Siege ging an bayerische Fahrer. Haberl holte sich den Wanderpreis und den Salzburger Meistertitel sowie einen Klassensieg. Ebenfalls je einen Klassensieg verbuchten Högl und Buchauer. Die beiden restlichen Siege holten sich der Salzburger Baumgartner und der Rieder Scherzer. Philipp Graf Boos-Waldeck wurde in der Klasse bis 150 cm³ Zweiter, Paul Koppenwallner I. Vierter.

Högl fuhr auf einer Harley-Davidson mit 71,51 km/h den schnellsten Rundendurchschnitt.

Das Startverbot für Österreicher

Schon über längere Zeit schwelte eine andauernde Meinungsverschiedenheit zwischen dem Österreichischen Automobilklub (ÖAK) und dem ADAC. Dem ÖAK war ein Dorn im Auge, dass ein ein großer ausländischer Verein sein Interessensgebiet nach Österreich ausdehnte und zweifelsohne war der ADAC nicht befugt, eine Salzburger Landesmeisterschaft auszuschreiben. Die oberste Sportkommission lag schon damals in den Händen des ÖAK. So kam es zum (missachteten) Startverbot für Österreicher. Auch hätten die österreichischen Rennbestimmungen eine Ausnahme für den ADAC zugelassen. Und der ÖAK hätte für künftige Veranstaltungen seine berechtigen Forderungen durchsetzen können. Aber so war unnötigerweise das Kriegsbeil ausgegraben worden (Zitat Quelle).

Quelle

Einzelnachweise