Aigen

Aus Salzburgwiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Salzburger Stadtteile
Detailausschnitt Aigen
Schloss Aigen, Ostansicht
Aigen, Ansicht vom Hellbrunner Berg aus, mit dem Gaisberg dahinter
Aigen-Impression
Kirche und Schloss Aigen mit Schlosspark
Aigen-Panorama vom Göllstock bis zum Kapuzinerberg

Aigen ist ein Stadtteil im Südosten Salzburgs am Fuße des Gaisbergs und galt zu Beginn des 21. Jahrhunderts als einer der teuersten Wohnbezirke der Landeshauptstadt.

Lage

Aigen grenzt im Norden an den Stadtteil Parsch, wobei die Nesselthalergasse, der Grünraum um das alte Bauerngehöft Jägergut und die Villa Fischbach westlich der Bahnlinie die Grenze zu Parsch bilden, und östlich derselben der Preuschenpark um den Abfalterhof und die Maria-Cebotari-Straße. Im Westen bildet die Salzach, im Osten der Gaisberg eine natürliche Grenze. In Aigen leben 6 000 Bewohner (Zählbezirk Aigen-Glas, Stand 2015).

Geschichte

Name

aigen, althochdeutsch eigan bedeutet "haben, besitzen" und bezeichnet als Substantiv vor allem das (ererbte) Grundeigentum, bzw. den freien Eigenbesitz. Das Eigentuom bezeichnet mittelhochdeutsch das freie Besitzrecht. Ein Aigner ist daher ein freier, nicht abgabepflichtiger Bauer. Wenngleich aber große Liegenschaften von Aigen früher (und teils auch jetzt noch) unter kirchlicher Grundherrschaft lagen (z. B. St. Peter Gründe in Abfalter, Benediktinenstift Nonnberg in Glas).

Aigen ist im Wesentlichen ein Wohn- und Villenviertel. Der Großteil dieser Villen mit ihren großen Parkanlagen entstand dabei zwischen 1850 und 1914. Berühmte Villen sind der Grünbichlhof (erbaut 1855), die Villen Honsig und Erlenburg, und vor allem die Villa Walburga (erb. 1863), die 1883 umgebaut wurde und dann Villa Lamberg hieß und die 1924 nach einem neuerlichen Umbau als Trapp Villa Berühmtheit - nicht zuletzt auch durch den Film "Sound of Music" - erlangte. Die bekannte Trapp-Familie wohnte bis zu ihrer Emigration 1938 in dieser Villa, zu der neben einem weitläufigen Park auch eine Landwirtschaft gehörten.

Aigen als selbständige Gemeinde

Hauptartikel Gemeinde Aigen

Von 1850 bis zur Eingemeindung 1939 entstand die selbständige Gemeinde Aigen, die damals z. B. auch Parsch umfasste. Mit der Eröffnung der Kaiserin-Elisabeth-Westbahn 1860 begann wieder ein wirtschaftlicher Aufschwung, den auch Aigen merkte. 1876 erhielt die Gemeinde mit dem Bahnhof Aigen an der Giselabahn, heute Salzburg-Tiroler-Bahn, seine eigene Eisenbahnstation. Das wohlhabende Bürgertum entdeckte Aigen als bevorzugten Wohnort. Auch adelige Verwaltungsbeamte und Offiziere im Ruhestand begannen sich in Aigen ihre Sitze zu errichten: Lanser, Andessner, Schnehen, Esterhazy, Mayr-Melnhof und andere kamen.

Aigen wird Teil der Stadt Salzburg

Mit 1. Jänner 1935 wurde ein Teil und 1. Jänner 1939 dann die ganze frühere, seit 1850 bestehende selbständige Gemeinde Aigen nach Salzburg und ein Teil nach Elsbethen eingemeindet.

Den Kern des neuen Stadtteils bildeten die Aigner Kirche und das Schloss Aigen. In deren Umgebung lagen verstreut Bauernhöfe, Gutshöfe und Ansitze, so genannte Schlössln. Diese ländliche Idylle vor den Toren der Stadt Salzburg wurde dann Ausflugsziel. Besonders um 1800 besuchten die Salzburger gerne den Aigner Park, der unter Ernst Fürst Schwarzenberg in Form des romantischen englischen Landschaftsgartens umgebaut wurde. Die dortigen Quellen wurden als heilkräftig betrachtet, sodass dort auch ein Heilbad entstand.

Die Napoleonischen Kriege, die damit zusammenhängende Wirtschaftskrise und der Anschluss Salzburgs an Österreich ließen erst wieder um 1850 neue Bautätigkeiten zu. Es entstanden Villen in Aigen.

Aigner Kirche

Hauptartikel: Stadtpfarrkirche zum hl. Johannes dem Täufer
Stadtpfarrkirche Salzburg-Aigen
Aigner Kirche, Ostansicht

Die Kirche wurde 1852 eine eigene Pfarre. Zwischen 1909 und 1911 wurde das Aigner Kirchlein, nachdem es den Anforderungen einer Stadtpfarrkirche in keiner Weise mehr entsprach, nach den Plänen von Franz Wagner in einem völligen Umbau um ihre eigene Achse gedreht und so entscheidend erweitert. 1969 wurde die Kirche unter Diözesan-Architekt Karl Pirich restauriert.

Friedhof Aigen

Hauptartikel: Friedhof Aigen

Der Friedhof Aigen wurde 1891 angelegt, da der alte Friedhof um die Aigner Kirche herum zu klein geworden war.

Schloss Aigen

Hauptartikel: Schloss Aigen

Das Schloss Aigen ist bereits 1402 als „Freies Eigen“ im Besitz des Domkapitels erwähnt und wurde 1614 zu einem Adelssitz. In der Barockzeit war Schloss Aigen im Eigentum des Grafengeschlechtes Kuenburg. 1804 wurde es vom Salzburger Domherren Ernst Fürst Schwarzenberg erworben. Franz Karl Graf Revertera-Salandra übernahm dann 1961 den Besitz, den heute sein Sohn Landolf Graf Revertera führt.

Der Aigner Park

Hauptartikel: Aigner Park

Um 1780 entstand in der Zeit der Aufklärung der englische Landschaftspark östlich des Schlosses Aigen, der unter dem Domherrn Ernst Fürst Schwarzenberg 1804 deutlich ausgebaut wurde und bald mit seinen verschlungenen Wegen, Aussichtspunkten, Brücken, Schluchten, Grotten, Wasserfällen, Kanzeln, Denkmälern und Hütten international Berühmtheit erlangte. Die dortige Bitterquelle war als heilkräftig bekannt, sodass auch ein Heilbad entstand. Der Park mit seinen Wegen, Aussichtspunkten, Grotten und Wasserfällen stellt eines der wichtigsten Denkmäler der Gartenbaukunst des frühen 19. Jahrhunderts dar.

Sebastian Rosenegger stand als Kunstgärtner ab 1804 in Diensten des Fürsten Schwarzenberg um den Park weiter auszugestalten und laufend zu pflegen.

Aigen und seine Teile

Aigen mit Gaisberganteil

Glas

Hauptartikel Glas

Der älteste Siedlungskern im Raum Aigen ist der heutige Teil Glas, dessen Namen, nach neueren Erkenntnissen, vermutlich auf einen römischen Ortsbegriff Glasa zurückgeht

Aigen Mitte

Hauptartikel Aigen Mitte

Das zentrale Gebiet von Aigen entwickelte sich in wesentlichen Teilen zwischen dem Schloss Aigen und dem dann 1876 errichteten [Bahnhof Aigen als Villenviertel, das in einer vorerst lockeren Bebauung zwischen 1850 und 1914 entstand. Zuerst bauten etwa der Domherr Karl Stolz, der Maler Johann Fischbach und einige Hofdamen der Kaiserin-Witwe Karoline Auguste von Bayern (die selbst in Aigen etliche Sommer verbrachte) hier in großzügig-lockerer Bebauung ihre Villen. Eine flächige Verbauung - vor allem auch der salzachnahen Teile von Aigen Mitte setzte dann nach 1950 ein.

Zwischen Schloss Aigen, dem Friedhof Aigen und der Salzburg-Tiroler-Bahn wurden zwischen 1968 und 1971 die so genannten Revertera-Gründe verbaut. Dort wurden Einfamilienhäuser an der Anton-Wildgans-Straße und mehrgeschossige Wohnhäuser an der Ludwig-Anzengruber-Straße und der Arthur-Schnitzler-Straße errichtet. Die Sammelachse für diese drei Bebauungsgebiete bildet seither die Josef-Kainz-Straße.

Abfalter

Hauptartikel: Abfalter

Der Name 'apfal-ter' ist ein mittelhochdeutscher Begriff (althochdeutsch affrolta), der damals neben dem apfelboum benutzt wurde und Apfelbaum hieß (Die Silbe -ter ist in ähnlicher Gestalt etwa im englischen tree erhalten). In der Heckenlandschaft von Aigen-Abfalter war früher der Holzapfel (die wilde Urform des Apfels) nicht selten. Vielleicht war auch auch ein Kulturapfelbaum namensgebend für diese alte Kulturlandschaft.

Um 1900 stand im Zentrum des Stadtteiles inmitten eines großen Parks lediglich die Villa Preuschen. Diese Villa wurde nach 1887 im späthistorisierendem Stil erbaut. Zuvor befand sich hier umgeben von ertragreichen Äckern u.a. ein altes Bauerngut, der Abfalterhof, das vermutlich erbaut 1635 erbaut worden war. Die dortigen landwirtschaftlichen Betrieben wurde hier immer weiter von den wachsenden Siedlungsteilen eingeschlossen.

Der Preuschenpark ist heute teilweise ein öffentlicher Park. In Abfalter befindet sich heute auch eine Volksschule und ein städtischer Kindergarten (Dr.-Petter-Straße 19 und 21). Die salzachnahen Straßen von Abfalter sind nach bekannten Bildhauern benannt.

Vereine

Unternehmen, Einrichtungen

Toyota Lexus Center, Diakonissen-Krankenhaus und Landestheater-Werkstätten

Persönlichkeiten

Erwähnenswertes

Bilder

 Aigen – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Quellen

Lehrerarbeitsgemeinschaft am Pädagogischen Institut Salzburg unter der Leitung von Josef Hübl: Heimatkunde Stadt Salzburg, Salzburger Druckerei, Ausgabe Mai 1974

Salzburger Stadtteile und Landschaftsräume in der Stadt Salzburg