Hauptmenü öffnen

Salzburgwiki β

Fatima Ferreira

Fatima Ferreira

Univ.-Prof. Dr. Fatima Ferreira (* 16. Februar 1959 in Cachoeira de Goias, Brasilien) ist seit 2006 Leiterin des Christian Doppler Labors für Allergiediagnose und Therapie an der Universität Salzburg. Am 8. Jänner 2009 wurde die anerkannte Spitzenforscherin auf dem Gebiet der Allergieforschung von Wissenschaftsminister Johannes Hahn als Wissenschafterin des Jahres 2008 ausgezeichnet.

Vorgestellt

Sie wollte schon immer "anders" sein, sagt die gebürtige Brasilianerin, Fatima Ferreira.

Die Wissenschafterin des Jahres 2008 wuchs in ärmlichen Verhältnissen in einem brasilianischen Dorf auf. Bereits als kleines Kind entwickelte sie ihren ersten Tick. "Ich habe jeden Tag einen anderen Weg zur Schule gewählt", erzählt Ferreira. In dieser Zeit beschloss sie auch, ein ganzes Jahr mit niemandem zu sprechen. "Ich wollte einfach nur wissen, wie das ist und wie die Mitschüler reagieren. Meine Familie hat mich für verrückt gehalten."

Nach ihrem Studium der Zahnmedizin und Biochemie übersiedelte sie nach Toronto. Ein "Kulturschock", wie sie feststellen musste. "Ich bin zu den Leuten hingegangen und wollte sie zur Begrüßung küssen. Das ist bei uns in Brasilien so Brauch. Doch in Kanada gibt man sich nicht einmal die Hand." Die Gespräche mit den Kollegen verliefen ebenfalls nur an der Oberfläche. "Uns wurde gesagt, dass wir nicht über Politik und Persönliches sprechen dürfen. Sport und das Wetter waren unsere einzigen Gesprächsthemen. Einfach nur langweilig."

In Toronto lernte Ferreira ihren jetzigen Ehemann kennen. Mit ihm zog sie 1990 nach Wien. Dort musste sie erneut eine Diplomarbeit einreichen, denn ihre zwei abgeschlossenen Studien in Brasilien wurden auf der Universität Wien nicht anerkannt. Sie befasste sich intensiv mit der Birkenpollen-Allergie, der Abschluss in Österreich sei schlussendlich kein Problem gewesen.

Heute lebt Ferreira in Salzburg. Eine Stadt, in der sich die Wahl-Österreicherin wohl fühlt. Ironie des Schicksals: Seit einigen Jahren hat die Wissenschafterin selbst eine Gras-Allergie. Ihre ehemalige Heimat Brasilien besucht sie nur selten. Die Wissenschafterin des Jahres sucht auch nicht den Kontakt zu ihren Landsleuten. "Das will ich ehrlich gesagt nicht. Ich lebe hier in Österreich, habe die Staatsbürgerschaft und will mich daher auch mit den Einheimischen abgeben." Sie liebt es, mit ihren Freunden nach einem harten Arbeitstag auf ein Bier zu gehen. "Das ist sehr, sehr entspannend."

Entspannung ist auch notwendig. Ferreira reist um die ganze Welt, tauscht sich mit Experten aus und hält Vorträge auf diversen Kongressen. Sie ist eine von nur zwei Frauen, die ein Christian-Doppler-Labor in Österreich leiten. Bei ihrer Arbeit konzentriert sich ihr Team auf die Isolierung und die künstliche Herstellung von Molekülen, die für die allergischen Reaktionen verantwortlich sind. Die gewonnen Impfstoffe haben laut Ferreira wenige bis keine Nebenwirkungen.

Und wie stellt sich Fatima Ferreira ihre Zukunft vor? "Ich möchte meine Energie in die Förderung von jungen Wissenschaftstalenten einsetzen."

Quellen

  • Stadt Nachrichten (Harald Saller)
  • Universität Salzburg [1]