Jakob Flori

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Jakob Flori (* zwischen 1550 und 1554; † nach 1599) war ein in Salzburg tätiger Komponist, sowie von ca. 1596 bis 1599 Hofkapellmeister.

Leben

Jakob Flori (auch Jacob, Jacobus [Florii] oder Jean genannt) stammte aus einer weit verzweigten niederländischen Musikerfamilie, deren Mitglieder in Deutschland und Italien tätig waren. Sein Vater war möglicherweise der sich zeitweise in München, Innsbruck und Wien aufhaltenden Sänger Francesco Flori (I.).

Jakob Flori wird erstmals 1571 in Stuttgart erwähnt. 1573 trat er in die Hofmusikkapelle in Innsbruck ein, wurde jedoch ein Jahr später wieder entlassen. Seine Bewerbung 1574 um eine Stellung an der kaiserlichen Hofmusikkapelle in Wien hatte keinen Erfolg. 1575 ging er mit einem Stipendium in die Niederlande und kehrte im Jahr 1581 nach Innsbruck zurück.

1596 oder 1597 wurde Jakob Flori Hofkapellmeister in Salzburg unter Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau. Sein Verhältnis zu seinem Dienstgeber dürfte schwierig gewesen sein. 1599 bat er den Fürsterzbischof "um eine bessere Abfertigung und um einen Paßport", erhielt als Antwort jedoch nur die Auskunft: "Da er besser gedient hätt, wär er besser abgefertigt worden". Mit der Widmung seiner Cantiones sacrae quinque vocum quas vulgo motectas (im Druck erschienen im gleichen Jahr bei Berg in München) versuchte Jakob Flori nochmals die Gunst des Fürsterzbischofs zurückzugewinnen. Die Widmung wurde jedoch am 21. Oktober 1599 mit dem Vermerk, ihm solle 10 Gulden verehrt, ihm seine Gesang aber wiederum zugestellt werden und daneben angezeigt werden, daß man seine Dienst nit bedürfe, zurückgewiesen.

Nach diesem unrühmlichen Abgang kehrte Jakob Flori in die Niederlande zurück, wo sich seine Spur verliert.

Werke

  • Verschiedene Kirchenwerke (Messe, Magnificat, Motetten)
  • Sammlung Cantiones sacrae quinque vocum quas vulgo motectas vocant quibus adiunctae sunt octo Magnificat secundum octo tonos tum vivae vocis, tum omnivario instrumentorum concentui accommodae, & singulari confectae industria (erschienen 1599 bei Adam Berg in München) mit 13 fünfstimmigen Motetten und 8 Magnificat-Kompositionen

Literatur und Quellen

  • Jürg Stenzl, Ernst Hintermaier, Gerhard Walterskirchen (Hg.): Salzburger Musikgeschichte. Vom Mittelalter bis ins 21. Jahrhundert, Verlag Anton Pustet, Salzburg - München 2005.
  • Österreichisches Musiklexikon Band 1, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2002
  • Heinz Dopsch, Hans Spatzenegger, Geschichte Salzburgs, Stadt und Land, Band II, Neuzeit und Zeitgeschichte, 3. Teil, Verlag Anton Pustet, Salzburg 1991/1994
  • The new Grove dictionary of music and musicians. London, 2001. ISBN 1-56159-239-0
  • Jan Willem Bonda, De meerstemmige Nederlandse liederen van de vijftiende en zestiende eeuw (Les chansons polyphoniques néerlandaises du XVe et XVIe siècle), Hilversum, Verloren, 1996. ISBN 90-6550-545-8

Weblinks

Zeitfolge