Johann Aigner (Polizist)

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Johann Aigner

Johann Aigner (* 1957) ist pensionierter Hubschrauberpilot, Cobra-Polizist, Leiter der Logistikabteilung bei der Salzburger Polizei.

Vorgestellt

Vorgestellt ist eine Beitragsreihe in den Salzburger Nachrichten. Das Salzburgwiki hat hier den Originaltext übernommen. Dieser kann wiederholende Teile zu obigem Lebenslauf enthalten, sollte aber im Sinne eines Zeitdokuments nicht korrigiert werden.


"Ich habe viel erlebt und auch bewegt"

"Ja, jetzt ist es so weit." Johann Aigner ist, wie man es von einem Pensionär am ersten Tag erwartet. Wobei die vergangenen Jahrzehnte manchmal alles andere als entspannt für den gebürtigen Lungauer aus Ramingstein verlaufen sind. Vor allem hat er seine aufregenden Stationen im Leben nie geplant; es habe sich alles so ergeben.

"Nach dem Gymnasium bin ich gleich nach St. Johann zum Bundesheer und habe dort als Klarinetten- und Saxofonspieler in einem Ensemble viel Spaß gehabt", so der immer ruhig und besonnen wirkende, jetzt im Ruhestand befindliche Polizeioberst. Begonnen habe alles bei der Gendarmerieschule in Werfen, wo ihm der damalige Kommandant Erich Lex riet, sich als Hubschrauberpilot zu bewerben. "Ich habe es getan, ohne einen speziellen Bezug zur Fliegerei gehabt zu haben", gesteht Aigner im Nachhinein. Die Ausbildung erfolgte 1979 beim Bundesheer in Langenlebarn (.), ehe Johann Aigner im Oktober 1980 am Stützpunkt Salzburg eingesetzt wurde. "Damals sind wir neben den Polizeieinsätzen auch Rettungseinsätze geflogen, speziell zwischen 1983 und 1985, als es ein Pilotprojekt der AUVA mit dem Notarzthubschrauber "Martin 1" gegeben hat", so Aigner.

In seinen zehn Jahren als Pilot hat Johann Aigner rund 3 000 Flugstunden und zahlreiche kritische Einsätze bewältigt: "Das Schwierigste ist das Nein-Sagen zu einem Flug als verantwortlicher Pilot, wenn es aufgrund der Wetterlage zu gefährlich wird." Wenn man dann doch gestartet sei, habe man hinterher betrachtet das Gefühl gehabt, dass es hätte schiefgehen können.

Viele Menschen verdankten schon damals Piloten, Flugrettern und Notärzten ihr Leben. Beispielsweise ein deutscher Eiskletterer, der mit seinem Sohn oberhalb des Heinrich-Schwaiger-Hauses verunglückte. Die Bergung aus der Luft gelang trotz massiver Steinschlaggefahr mit einem 20-Meter-Seil.

1990 absolvierte Johann Aigner den Offizierskurs und wurde Mitglied bei der Eliteeinheit Cobra in Wiener Neustadt. "Ich habe alle Ausbildungen durchlaufen, war als Pilot bei der Cobra sehr gefragt. Ich habe auch den Schriftsteller Salman Rushdie, der ,Die satanischen Verse' verfasst und mit Mord bedroht worden ist, geflogen. Ich war auch im Entführungsfall Flick hautnah dabei", sagt Aigner, der von sich selbst sagt, er sei nie ein Kämpfer gewesen. Nach fünf Jahren bei der Cobra kehrt Aigner nach Salzburg zurück und setzt in der technischen Abteilung viel Neues durch: Mit 25 Instruktoren habe er die Ausbildungsstätte Stegenwald verwirklichen können, später als Leiter der Logistikabteilung mit 50 tollen Mitarbeitern bei der Umstellung auf Digitalfunk mitgewirkt sowie den Servicecharakter bei den Fachausbildungen sowie im Fuhrparkwesen ausgebaut. Die neue Leitstelle der Polizei sei sein letztes großes Projekt gewesen, sagt Aigner. Und sein Resümee nach all diesen Jahren: "Ich war immer zufrieden, weil ich etwas bewegen und umsetzen habe können", sagt der 62-Jährige. Seine Ehefrau Margret wird ihm ganz schnell folgen. Die Kindergärtnerin geht ebenfalls im Juli in Pension.

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