Landesarbeitsamt Salzburg

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Das Landesarbeitsamt Salzburg war eine Bundesdienststelle, die Aufgaben im Bereich der Arbeitsmarktverwaltung, insbesondere der Arbeitsvermittlung und Berufsberatung, sowie der Arbeitslosenversicherung wahrnahm.

Organisation

Dem Landesarbeitsamt Salzburg waren Arbeitsämter unterstellt, von denen für jeden Bezirk eines bestand; nur das Arbeitsamt Salzburg war auch für den Flachgau zuständig. Sie hatten ihren Sitz in Salzburg, in Hallein, in Bischofshofen, in Tamsweg und in Zell am See.[1]

Mit 1. Jänner 1995 wurden die Landesarbeitsämter und Arbeitsämter aufgelöst, an ihre Stelle traten für jedes Bundesland die „Landesorganisation“ (mit einer Landesgeschäftsstelle) und „regionale Organisationen“ (mit regionalen Geschäftsstellen) des Arbeitsmarktservice (AMS).[1]

Das Landesarbeitsamt hatte seinen Standort (der vom AMS vorerst beibehalten wurde) in der Schießstattstraße 4.

Direktoren, denen das Landesarbeitsamt im Laufe der Jahrzehnte unterstand, waren u. a. Hofrat Dr. phil. Karl Schmidt und (zuletzt) Erwin Buchinger.

Geschichte und Vorgeschichte

In Österreich wurden die zum Zweck der Arbeitsvermittlung errichteten öffentlichen Stellen um 1889 großteils als „Arbeitsnachweise“ bezeichnet. Einzelne öffentliche Vermittlungsstellen trugen bereits damals den Namen „Arbeitsamt“. In der Ersten Republik wurde die Mehrzahl der öffentlichen Ämter schließlich als „Arbeitslosenämter“ bezeichnet.[2]

Nach dem Ersten Weltkrieg wurden − „zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit während der Übergangswirtschaft“ − „Industrielle Bezirkskommissionen” errichtet. Eine solche wurde in Linz vorerst für Oberösterreich und Salzburg, wenig später jedoch eine eigene für Salzburg geschaffen.[3]

ehemaliges Arbeitsamt Salzburg an der Lehener Brücke

Die Industriellen Bezirkskommissionen waren von den bestehenden politischen Strukturen der Länder und Gemeinden unabhängige, föderal organisierte, paritätisch besetzte Körperschaften der Arbeitslosenfürsorge, die dem Ministerium für soziale Fürsorge unterstellt waren. Sie waren für die Arbeitsvermittlung zuständig, sollten den Ausgleich von Angebot und Nachfrage auf den Arbeitsmarkt befördern und als Schlichtungsstelle bei Streitfällen im Bereich der Arbeitslosen fürsorge fungieren.700 Diese Industriellen Bezirkskommissionen bildeten die Grundlage des staatsweiten, paritätischen Arbeitsnachweissystems der Ersten Republik, welches bis 1934 bestehen blieb.[4]

Den Industriellen Bezirkskommissionen wurden „Arbeitslosenämter“ angeschlossen. Der Industrielle Bezirkskommission Salzburg war je ein Arbeitslosenamt in der Stadt Salzburg, in Bischofshofen und in Hallein zugeordnet.[5]

1935 wurden die Industriellen Bezirkskommissionen zu Landesarbeitsämtern und die Arbeitslosenämter zu Arbeitsämtern.[6]

Während der NS-Zeit waren die Landesarbeitsämter und Arbeitsämter in die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung eingegliedert.[7]

Quellen

  • Vana, Irina Simone: „Gebrauchsweisen der öffentlichen Arbeitsvermittlung“.Österreich 1889−1938. Dissertation Wien 2013.
  1. 1,0 1,1 Verordnung des Bundesministers für soziale Verwaltung vom 27. August 1976 über die Errichtung von Landesarbeitsämtern und Arbeitsämtern und die Festsetzung ihrer Sprengel, BGBl. Nr. 508/1976; Arbeitsmarktservicegesetz, BGBl. Nr. 313/1994; Arbeitsmarktsprengelverordnung, BGBl. Nr. 928/1994.
  2. Vana, aaO S. 2 FN 7.
  3. Vollzugsanweisung des Deutschösterreichischen Staatsrates, betreffend die Arbeitsvermittlung für die Zeit der Abrüstung, StGBl. Nr. 18/1918; Vollzugsanweisung des Deutschösterreichischen Staatsrates, betreffend die Standorte und Sprengel der Industriellen Bezirkskommissionen, StGBl. Nr. 19/1918; Vollzugsanweisung des Deutschösterreichischen Staatsamtes für soziale Fürsorge, betreffend die Standorte und Sprengel der Industriellen Bezirkskommissionen in Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg, StGBl. Nr. 99/1918.
  4. Vana, aaO S. 700 f.
  5. Vana, aaO S. 108.
  6. Bundesgesetz, betreffend die gewerbliche Sozialversicherung (GSVG.), BGBl. Nr. 107/1935, §§ 311 ff., § 339. Vana, aaO S. 2 FN 7.
  7. Kundmachung des Reichsstatthalters in Österreich, wodurch die Verordnung über die Eingliederung der Landesarbeitsämter und Arbeitsämter in die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung und über die Regelung des Arbeitseinsatzes im Lande Österreich vom 20. Mai 1938 bekanntgemacht wird, GBlÖ Nr. 181/1938; BGBl. Nr. 85/1946.
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