Lehener Brücke

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Aufreger: peitschenförmige Masten für LED-Leuchtkörper auf der Lehener Brücke, 2012
1 min 51 sek Video
Generalsanierung der Lehener Brücke, 2014
1 min 32 sek Video
Die "Ludwig Viktor Brücke", 1916, auf dem Gemälde Stadtansicht von Kulstrunk
Lehener Brücke
Die überflutete Radwegunterführung der Lehener Brücke während eines Hochwassers 2005
peitschenförmige Beleuchtungsmasten der Lehener Brücke

Die Lehener Brücke ist eine Brücke über die Salzach in der Stadt Salzburg.

Lage

Die Brücke verbindet die Stadtteile Elisabeth-Vorstadt und Lehen und ist für den überregionalen Durchzugsverkehr eine der wichtigsten Verkehrsrouten in der West-Ost-Richtung. Zu erreichen ist die Brücke im Westen über die Ignaz-Harrer-Straße und im Osten über die St.-Julien-Straße.

In unmittelbarer Nähe der Brücke befinden sich am rechten Salzachufer das Elmo Kino und die ehemalige Parteizentrale der Salzburger ÖVP, das Miele-Haus. Am gegenüberliegenden Ufer stehen das Christian-Doppler-Gymnasium und die Landesberufsschule 1 sowie Landesberufsschule 2.

Die Lehener Brücke ist, abgesehen von der Autobahnbrücke Salzburg-Nord, die nördlichste für den Autoverkehr freigegebene Brücke in der Stadt Salzburg.

Geschichte

Erste Brücke

1902 wurde die Erzherzog-Ludwig-Viktor-Brücke, auch Ludwig-Viktor-Brücke, erbaut, die nach Erzherzog Ludwig Viktor von Habsburg (* 1842; † 1919) benannt war, der damals im Schloss Kleßheim wohnte.

Der Entwurf der Brücke stammt von Professor I. Melan an der k. k. technischen Hochschule in Brünn. Baubeginn war der 14. Oktober 1901. Am 24. August 1902 fand die Eröffnung der Ludwig-Viktor-Brücke statt.[1][2]

Die Brücke hatte eine Länge von 102,80 Metern, war zwölf Meter breit und wurde in der Mitte von zwei Flusspfeilern getragen, die neun Meter unter Niedrigwasser fundamentiert und in ununterbrochener Tag- und Nachtarbeit errichtet worden waren. Die Eisenbrücke hatte ein Gewicht von etwa 426 Tonnen.[3] [4] [5]

Die Kosten der Errichtung betrugen 400 000 Kronen. Bauherr war die Stadtgemeinde Salzburg. Die Kosten wurden über ein Darlehen frei finanziert.[6]

Für die Überquerung wurde eine Maut eingehoben.[7][8][9]

Die Brücke war damals die fünfte Brücke über die Salzach in Salzburg.

Zweite Brücke

1965–1967 wurde ein vollständiger Neubau mit vier Fahrspuren, sowie Geh- und Radwegen, die heutige Lehener Brücke, errichtet und verkehrsrechtlich in die Wiener Straße (B1) eingebunden. Die Eröffnung der neuen Lehener Brücke war am 25. September 1967. Eigentümer ist nun die Republik Österreich. Die Lehener Brücke hat freitragend (ohne Flusspfeiler, zwei Stützpfeiler am Ufer) eine Spannweite von etwa 80 Metern und ist insgesamt etwa 125 Meter lang.

2012 ließ die Landesbaudirektion (als dafür zuständige Verwaltung) die auffälligen, peitschenförmig gestalteten Masten errichten, die die neuen energieeffizienten LED-Leuchtkörper tragen. Bürgermeister Heinz Schaden reagierte verärgert, die Bevölkerung war verwirrt.

2014 war die Fahrbahn der Lehener Brücke nach 30 Jahren sanierungsbedürftig. Die Stadtgemeinde und das Land Salzburg konnten sich über mehrere Monate hinweg nicht über die Kostentragung der desolaten Aufgänge einigen. Die Lehener Brücke wurde schließlich zwischen Juli und September um rund 800 000 Euro generalsaniert.

Daten

Rund 30 000 Fahrzeuge fahren täglich über die Lehener Brücke (2012).

Bilder

 Lehener Brücke – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki
 Lehener Brücke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Weblink

Quellen

  • Foto in Salzburg Vorstädte Album 1860 - 1930, Verlag für Photografie, Wien, 1998

Einzelnachweise

  1. ANNO, Salzburger Chronik, 21. August 1902, Seite 6
  2. ANNO, Salzburger Volksblatt, 25. August 1902, Seite 2
  3. ANNO, Salzburger Volksblatt, 17. August 1901, Seite 13
  4. ANNO, Der Bautechniker, 16. August 1901, Seite 15
  5. ANNO, Der Bautechniker, 23. August 1901, Seite 18
  6. ANNO, Grazer Volksblatt, 26. August 1902, Seite 7
  7. ANNO, Salzburger Chronik, 23. August 1901, Seite 3
  8. ANNO, Salzburger Volksblatt, 10. Juli 1902, Seite 11
  9. ANNO, Salzburger Volksblatt, 20. August 1902, Seite 10