Neujahr

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Dieser Artikel informiert über Bräuche und anderes rund um das Neujahr.

Einleitung

Nicht immer war Jahresbeginn der 1. Jänner. Unter dem römischen Kaiser Julius Cäsar begann das Jahr im März. Erinnerungen daran stecken in den Worten September ((lateinisch septem = sieben, der siebte Monat im römischen Kalender, [1] und Dec(z)ember (lateinisch decem = zehn, der zehnte Monat im römischen Kalender.[2]

In der Frühzeit der Christenheit wurde der Jahreswechsel am 25. Dezember als Geburtsfest Christus gefeiert. Erst im Zuge der Kalenderreformen im 16. (Gregorianische Kalenderreform 1582) und 17. Jahrhundert[3] wurde der Jahresbeginn auf den 1. Jänner gelegt.

Neujahr

"Wie der Anfang, so das Ganze" heißt es und daher waren Omen am Neujahrstag von besonderer Bedeutung. Wer konnte, ging gut essen und zog sein bestes Gewand an. Man war fröhlich und ließ es sich gut gehen. Auch war die erste Person, die man am Neujahrstag traf von Bedeutung. Daraus schloss man auf das Jahr. In manchen Orten war an diesem Tag Geflügelessen verboten, da mit ihnen das Glück wegflog.

In Salzburg hieß der Tag "Ebenweihtag" (weil er ebenso hoch geweiht war wie der Geburtstag Christi).

Bräuche

Lärmbräuche

Diese lassen sich im Alpenraum bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen. Böllerschießen und Knallen von Feuerwerkskörpern sollen böse Geister vertreiben (vergleiche dazu Raunächte).

Glückwünsche

Besonders in der Biedermeierzeit pflegte man elegante Glückwunschkarten. Allerdings war stets das Überbringen von Glückwünsche mit einem Trinkgeld an die Gratulanten verbunden, was wiederum nicht alle erfreute.

Früher war es auch üblich, Neujahrswünsche in Bargeld "abzulösen".[4]

Heinrich Bacher war von 1849 bis 1857 Souffeur am Salzburger Landestheater und schrieb neben anderen schriftstellerischen Dingen auch Neujahrswünsche.[5]

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gab es jahrzehntelang den Brauch der Telegrafisten Neujahrswünsche in Form von Gedichten zu veröffentlichen. Die Salzburger Telegrafisten selbst antworteten ihren Kollegen allerdings in Prosa-Glückwünschen.[6]

Beispiele früherer Glückwünsche

  • 31. Dezember 1918: Einen herzlichen Glückwunsch zum Jahreswechsel und eine bessere Zukunft in der neuen Republik wünschen allen ihren Mitgliedern und Parteigenossen folgende Verein: Für die Lokalorganisation Schwarzach Leopold Bruckner, für den Allg. Rechtschutz- und Gewerkschaftsverein Schwarzach Alois Brandstätter. Für die Frauenorganisation Schwarzach Frau Agnes Bruckner. Für den Touristenverein "Die Naturfreunde" Schwarzach Franz Fleischmann. Für den Abstinentenverein Schwarzach Martin Unterweger. Für den sozialdemokratischen Klub im Gemeinderate Schwarzach Leopold Bruckner.[7]
  • 31. Dezember 1946:
Die Sektionsleitung Badgastein [Anm.: Der Salzburger KPÖ] wünscht allen ihren Mitgliedern und Freunden ein recht gutes neues Jahr, das uns dem großen Ziel aller Werktätigen näherbringt: Der Errichtung des Sozialismus in Österreich.
Allen Sportlern Freunden und Lesern wünschen wir ein fröhliches und erfolgreiches Jahr 1947! Möge das neue Jahr auch weiter im Zeich der Aufwärtsbewegung des Arbeitersports stehen...[8]

Neujahrsanblasen

Das Neujahrsanblasen ist ein Brauch, der in der Flachgauer Gemeinde Schleedorf üblich ist.

Mehrere Gruppen der Trachtenmusikkapelle Schleedorf machen sich zwischen Weihnachten und Neujahr auf den Weg, um Schleedorfer Haushalte zu besuchen. Um 09 Uhr vormittags geht es los und zuletzt treffen sich alle Gruppen beim Wirt.

Gespielt werden Weihnachtslieder in unterschiedlicher Besetzung.

Geschichte

Früher gab es zwei "Klassen" bei der Musik: die Musiker der fürstlichen Salzburger Hofmusik und die Stadtpfeiferzünfte. Die Stadtpfeifer waren für die Turmbläserei, Kirchenmusik, das Spiel bei Hocheiten und bei Festen zuständig. Zu Neujahr führten die Stadtpfeifer Heische-Umgänge durch und besserten sich damit ihr Einkommen auf.

Wort

  • Prosit - ist lateinisch und bedeutet es möge gelingen

Quellen

Fußnoten

  1. siehe Wikipedia September
  2. siehe Wikipedia Dezember
  3. siehe Wikipedia Kalenderreform
  4. Quelle ANNO, Salzburger Zeitung, Ausgabe vom 21. Jänner 1858, Seite 2
  5. Quelle ANNO, Salzburger Chronik, Ausgabe vom 11. Dezember 1879, Seite 2
  6. Quelle ANNO, Salzburger Chronik, Ausgabe vom 3. Jänner 1938, Seite 6
  7. Quelle ANNO, Salzburger Wacht, Ausgabe vom 31. Dezember 1918, Seite 4
  8. Quelle ANNO, Salzburger Tagblatt, Ausgabe vom 31. Dezember 1946, Seite 4 und 5