Salzburger Chronik

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Die Salzburger Chronik war eine Tageszeitung, die von 1865 bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten am 11. März 1938 erschien. Ihre Ausrichtung war stets katholisch und konservativ.

Geschichte

Am 1. April 1865 erschien die erste Ausgabe der Salzburger Chronik. Gegründet wurde die Zeitung vom Regens des Borromäums, Johann Baptist Zimmermann. Erster Chefredakteur war der Druckereibesitzer Anton Pustet, in dessen Druckerei das Blatt auch hergestellt wurde. Die Auflage der ersten Jahre betrug 200 bis 300 Stück.

Am 2. Jänner 1867 erschien die erste Nummer der nun dreimal wöchentlich erscheinenden Salzburger Chronik.[1]

Ab 1882 erschien die Salzburger Chronik täglich außer Sonntag.

Ab 1. Jänner 1882 erschien sie dann als Tagblatt und gab außerdem eine populäre, billige Wochenausgabe heraus.[1]

Am 2. März 1887 erwarb der spätere Landeshauptmann Prälat Alois Winkler die Herausgeberschaft der Zeitung, die er bis zu seiner Wahl 1897 innehatte.

Am 16. Dezember 1908 übernahm der eben erst gegründete Salzburger Pressverein die Herausgabe der Zeitung. Am 1. Oktober 1910 wurde die Zaunrith'sche Buchdruckerei in der Bergstraße 12 gekauft, die Zeitung verließ den Pustet-Verlag. Während des Ersten Weltkrieges kam die Chronik gut über die Runden, wenngleich der Umfang teilweise reduziert werden musste.

Die Zwischenkriegsjahre waren für die Salzburger Chronik im Vergleich zu den anderen Zeitungen des Landes sehr erfolgreich. Ideologisch stand die Chronik fest auf kirchlichem Boden. Politisch hieß das: stark antisemitisch, nach wie vor antikapitalistisch, vor allem gegen das (jüdische) Finanzkapital und betont föderalistisch. Am 11. März 1938 kam dennoch das Aus, die Redakteure mussten aber für die Nationalsozialisten bis 13. August 1938 noch die neue Salzburger Zeitung herstellen.

Chefredakteure

Mehr als 15 verschiedene Chefredakteure scheinen im Laufe ihres Bestehens im Impressum der Chronik auf. Unter anderen:

1. Johann Nußbaumer von 1. April 1865 bis 31. Mai 1869
2. Alphons Hübner von 1. Juni 1869 bis 31. Dezember 1871
3. Joseph Schwer von 1. Jänner 1872 bis 1. November 1882)
4. Josef Huber von 3. November 1882 bis 1. November 1883
5. Anton Blattl von 3. November 1883 bis 1. Mai 1884
6. Ferdinand Hahner von 2. Mai 1884 bis 19. Juni 1895 und danach bis zu seinem Tod am 19. Jänner 1907 als Redakteur
7. Dr. Friedrich Wilhelm Helle von 22. März 1887 bis 31. Dezember 1890
8. Johann Hotter von 1. Jänner 1891 bis 9. März 1901
9. Franz Xaver Ledermüller von 10. März resp. 20. April 1901 bis 15. Dezember 1906
10 Franz Eckhardt (* 9. Dezember 1854) von 15. Dezember 1906 bis ?
und nicht ganz klar lt. Quelle ebenfalls Chefredakteur war
10. Karl Held, der bereits seit 1. Oktober 1905 leitender Redakteur war; Zitat Quelle: "Held zeichnete in der Zwischenzeit von 15. Oktober 1906 bis 1. April 1907 auch als verantwortlich..."

Friedrich Sommer (19171938) war dann ein Chefredakteur über einen längeren Zeitraum. Aktiver Chefredakteur in der Zwischenkriegszeit, wenngleich nicht im Impressum wiedergegeben, war der Priester Leonhard Steinwender, der am 11. März 1938 von den Nationalsozialisten verhaftet wurde und erst 1940 wieder aus dem Konzentrationslager frei kam.

Herausgeber

...

Beilagen

  • 1908–1915: Wochenblatt für den Bauern-, Gewerbe- und Arbeiterstand
  • 1882–1908: Wochenblatt für den Gewerbe- und Bauernstand
  • 18881889: Unterhaltungs-Blatt: illustrierte Gratis-Beilage
  • 1933–1938: Österreichische Woche

Weblink

  • ANNO, 50. Jahrgang "Salzburger Chronik" am 12. April 1914, mit einer Chronik und allen Redakteuren

Quellen

Einzelnachweis

  1. 1,0 1,1 Quelle ANNO, Salzburger Chronik, Ausgabe vom 2. Jänner 1925, Seite 4