Pereira droht mit Rücktritt

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Der ab Sommer 2012 tätige Intendant Alexander Pereira drohte mit seinem Rücktritt wegen Differenzen für das Budget 2013.

Anlass

Bevor die ersten Salzburger Festspiele der Intendanz Alexander Pereiras begonnen haben, hing der Haussegen schief. In einem Gespräch mit den Salzburger Nachrichten drohte er gar mit Rücktritt, sollte das Budget 2013 nicht - wie von ihm gefordert - genehmigt werden. Außerdem verlangt er, dass die - seit Jahren eingefrorenen - Subventionen ab 2014 zumindest um die Rate der Lohnerhöhungen angehoben werden. "Dieser Streit wird entweder dazu führen, dass ich aufhöre, oder dass sie das zähneknirschend genehmigen", versichert Alexander Pereira. Im Kuratorium der Salzburger Festspiele sind u.a. Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller und ihr Stellvertreter, der Bürgermeister der Stadt Salzburg und Vertreter von Kultur- und Finanzministerium.

Dieser Streit begann, weil das Kuratorium bezweifelt hat, ob der von Pereira eingeschlagene Wachstumskurs gut ist. Der Kuratoriumsvorsitzende Wilfried Haslauer junior (ÖVP) hatte gesagt, der Intendant sei beauftragt, für 2013 das Budget von 64 Mill. auf 60 Mill. Euro zu stutzen. Nun schilderte Pereira, warum das weder sinnvoll noch möglich sei.

Bürgermeister Heinz Schaden zeigte sich wegen Pereiras Vorgangsweise empört und sagte auf APA-Anfrage, er lasse sich mit Sicherheit vom Intendanten nicht erpressen. "Diese Drohung, einfach alles hinzuschmeißen, weil es nicht genau nach seinem Willen geht, ist für mich absolut inakzeptabel. Auf diese Weise verstärkt Pereira nur meine Entschlossenheit, eine budgetäre Grenze zu setzen, die selbstverständlich auch einzuhalten ist", sagte Schaden. Verhandlungsspielraum gebe es für ihn absolut keinen mehr. Auch Landeshauptmann-Stellvertreter Wilfried Haslauer sagt, das Kuratorium der Salzburger Festspiele werde sich durch diese verbale Zuspitzung nicht unter Druck setzen lassen. Haslauer betonte weiter, dass Pereira die Intendanz auf Basis klarer gesetzlicher Strukturen übernommen habe. "Und das Kuratorium wird seine ebenso gesetzlichen Aufgaben wahrnehmen und die Arbeit der Intendanz kontrollieren. Auf der Basis 'friss, Vogel, oder stirb' wird man mit uns nicht reden können", so Haslauer. Kulturministerin Claudia Schmied (SPÖ) hatte dem Kuratorium der Festspiele zuvor den Rücken gestärkt. "Das Kuratorium nimmt seine Verantwortung wahr und handelt in dieser Sache mit Sorgfalt und in gegenseitiger Abstimmung", so Schmied auf APA-Anfrage. Die nächste Sitzung des Kuratoriums (26. Juli, Anm.) werde mit Sicherheit entscheidend sein, so die Ministerin, die sich um Deeskalation des Konfliktes und "verbale Abrüstung" bemüht zeigte.

Salzburgs Kulturreferent LHStv. David Brenner (SPÖ) stellte sich ebenso klar hinter das Kuratorium. Pereira habe für 2012 ein engagiertes, ausgeweitetes Programm vorgelegt, das spannende Produktionen enthalte. Aufgabe des Kuratoriums sei es, bei der von Pereira für 2013 geplanten neuerlichen Erweiterung zu achten, wie viel noch machbar wäre. "Nichts wäre schlimmer, später wieder eine Finanzierungsdebatte zu haben, weil eine Redimensionierung nötig ist." Grundsätzlich ortet Brenner "viel Emotion in der Diskussion".

Die FPÖ unterstützte indes Pereiras Kurs in einer Aussendung. Die Zusicherung des Intendanten, mit privaten Sponsorgeldern seine Vision der Salzburger Festspiele umzusetzen, sei zu begrüßen, sagte die freiheitliche Kultursprecherin Heidemarie Unterreiner.

Ergebnis

Das Kuratorium der Salzburger Festspiele hatte in seiner Sitzung am Donnerstag, den 26. Juli 2012, einen Tag vor der offiziellen Eröffnung der Salzburger Festspiele 2012, das Budget von Intendant Alexander Pereira in der Höhe von 60 Mio. Euro für 2013 einstimmig genehmigt.

Durch den Trick, das 2,6 Mio. Euro teure musikalisch-soziale Sonderprojekt "El Sistema" aus Venezuela aus dem regulären Budget auszugliedern, sowie den Ball der Salzburger Festspiele 2013 beim Verein der Freunde der Salzburger Festspiele anzusiedeln, konnte die vom Kuratorium gesetzte 60-Mio.-Euro-Budgetobergrenze von Pereira gehalten werden.

Geeinigt hatten sich das Kuratorium (politisch besetztes Aufsichtsgremium mit Vertretern der öffentlichen Geldgeber Bund, Land, Stadt und Fremdenverkehr, Anm.) und das Direktorium (Präsidentin und Intendant, Anm.) auch darauf, dass die Salzburger Festspiele keinesfalls - so wie von 2011 auf 2012 - weiter wachsen sollen. Im Gegenteil: Die Zahl der Veranstaltungen soll von 248 auf 200 und die Zahl der aufgelegten Karten von 265 000 auf 256 000 heruntergefahren werden. Und zwar inklusive der Veranstaltungen des Sonderprojektes "El Sistema", dessen Kosten zu Gänze durch Sponsoren wie der Liechtensteiner Hilti-Stiftung finanziert werden.

Deutlich erweitert werden soll das Kartenangebot hingegen bei den Pfingstfestspielen 2013. Wegen Cecilia Bartolis enormen Erfolges 2012 wird es 2013 statt 9 700 exakt 13 150 Karten geben.

Quellen