Rauriser Goldschatz

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Der sog. Rauriser Goldschatz wurde 1958 bei Umbauarbeiten gefunden und weist auf die weitreichenden Handelsbeziehungen, die über die Saumpfade ermöglicht wurden, hin.

Fundumfang und Beschreibung

Es handelt sich um eine unbekannte Anzahl von venezianischen Goldmünzen, darunter venezianische Zechinen mit der Abbildung von Dogen aus dem 14. Jahrhundert. Die angegebene Anzahl der Münzen variiert zwischen mindestens 30 und gut 50 Stück.

Bedeutung des Fundes

Dieser Münzschatzfund und ist wie auch der Rauriser Münzschatzfund mit keltischen Münzen im weiteren Sinn im Zusammenhang mit den Passfunden im Bundesland Salzburg zu sehen.

Für Fritz Moosleitner, ehemals Salzburger Landesarchäologe, handelt es sich um ein überaus bedeutungsvolles Beweisstück für den umfangreichen, historischen Handel mit Venedig über den Saumweg durch das Seidlwinkltal, die Fuscher Wegscheide und das Hochtor (Tunnel). Eine wissenschaftliche Untersuchung des Fundgutes wäre daher von unschätzbarem Wert.

Fundumstände

1958 sollen zwei Maurer bei Umbauarbeiten im Sichlgut des Veitbauern, das sich genau bei der Einmündung des Seidlwinkltales ins Raurisertal im Ortsbereich von Wörth befindet, venezianische Goldmünzen gefunden haben. Sie seien danach „schön stad“ geblieben.

Etwa 1974 wurde im selben Anwesen im Keller Licht installiert und dabei erneut ungefähr 30 Münzen entdeckt, von denen man annimmt, dass die beiden Maurer sie übersehen oder verloren haben. Dieser Restfund wurde von den Bauersleuten geborgen.

Bei der genaueren Recherche durch Landesarchäologe Dr. Fritz Moosleitner im Jahr 1991, berichtete der Veitbauer, dass er die Goldstücke um ein paar Hunderter – es sei kein ganzer Tausender gewesen – dem damaligen Gendarmen Hans Wilding überlassen hat. Wilding bestätigte das, behauptete aber gleichzeitig, keine einzige Münze mehr zu besitzen. Er habe alle Münzen – an die genaue Zahl kann er sich nicht mehr erinnern – pflichtgemäß an die Volksschullehrerin Marianne Stüber weiter gegeben, die mit dem Aufbau des Rauriser Heimatmuseums betraut war.

Auf den Hinweis, dass im Museum nur eine einzige der gefundenen Münzen vorliegt, meinte Wilding, dass Frau Stüber möglicherweise die Münzen an den Pinzgauer Heimatforscher Josef Lahnsteiner weiter gegeben habe.

Der tatsächliche Verbleib der Münzen konnte bis heute nicht eruiert werden. Mittlerweile sind die meisten der damals beteiligten Personen verstorben und haben ihren Teil des Geheimnisses mit in das Grab genommen.

Quellen

  • Günther Schneider, Rauriser Goldschatz gibt viele Rätsel auf – Venezianische Dukaten sind verschollen, Salzburger Nachrichten, 31. Dezember 1991 S. 14