Münzschatzfunde

Aus Salzburgwiki
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Münzschatzfunde sind Hortfunde, die eine kleinere oder größere Anzahl von Münzen beinhalten.

Allgemeines

Schatzfunde, und hier besonders Münzschatzfunde, sind Thema in Märchen, Sagen und Seeräubergeschichten. Sie beflügeln aber auch die Fantasie der Menschen der Gegenwart und werden auch nicht selten geheim gehalten. Dabei sind Münzschatzfunde mehr ein Eldorado für die Wissenschaft als für den Finder und den Grundbesitzer, die nach österreichischem Recht je zur Hälfte Eigentümer eines wohlgemerkt immer meldepflichtigen Münschschatzfundes sind. Fundpunkt, Zusammensetzung und Alter des Fundgutes legen beredtes Zeugnis für geschichtliche Ereignisse ab und haben damit in der Regel bedeutend mehr Wert für Wissenschaft und Allgemeinheit als der Wert der Münzen an sich gesehen für den Einzelnen je haben könnte.

Allein aus dem heutigen Bundesland Oberösterreich kennt man bis dato etwa 250 Fundkomplexe, die den Zeitraum von etwa 2000 Jahren umspannen und nach grober Schätzung mehr als 150.000 Stück umfassen. Etwa 80 % dieses Fundgutes ist heute verstreut, im Handel verschollen und nur unzureichend dokumentiert.

Münzschatzfunde in Salzburg

Auch im Bundesland Salzburg gab es zahlreiche Münzschatzfunde, die die Prägungen der letzten zwei Jahrtausende umfassen. Hier werden exemplarisch zwei der bekannt gewordenen Münzschatzfunde auf Salzburger Boden, Heller und Pfennige betreffend, erwähnt. Es sind dies der Münzschatzfund von Pfarrwerfen und der Münzschatzfund von Zell am See.

Pfennig-Schatzfund von Zell am See

Der Münzschatzfund von Zell am See fällt in das Jahr 1925. Er beinhaltete mindestens 50 Stück. Der Vergrabungszeitpunkt war nach dem Jahr 1304. Von den noch nachverfolgbaren 50 Münzen stammten 30 bis 40 aus Schwäbisch-Hall, 4 aus der Münzstätte Lienz und 1 Pfennig aus Aquilea.

Heller-Schatzfund von Pfarrwerfen

Der Münzschatzfund von Pfarrwerfen erfolgte im Jahr 1957. Der Vergrabungszeitpunkt ist aufgrund der Münzprägungen nach dem Jahr 1368 anzusetzen. Der Inhalt des Fundes umfasste über 3400 Stück. Davon stammten aus Österreich 2753, aus Bayern 365, aus Passau 147, aus Steiermark-Kärnten 78, aus Salzburg 17, aus der Oberpfalz (?) 2 und aus dem süddeutsch-österreichischen Raum 4. Nicht bestimmbar war die Herkunft von weiteren 79 Münzen.

Bemerkenswertes

Bemerkenswert ist die Tatsache, dass in beiden Münzschatzfunden mit insgesamt rund 3500 Stück an Hellern und Pfennigen nur ganze 17 aus der Salzburger Münze mit der Münzstätte Salzburg stammen, während dem steirisch-kärntnerischen Raum, in dem u.a. auch die Münzstätte Friesach prägte, die ebenfalls zu Salzburg gehörte, immerhin 78 Münzen zugeordnet werden konnten. Die Münzstätte Laufen als erste Prägeanstalt des Erzbistums Salzburg war im Gegensatz zu den beiden vorher genannten nur kurzzeitig in Betrieb, wodurch Laufener Prägungen noch seltener anzutreffen sind.

Quellen

  • Der Münzschatzfund von Treubach, in Studien zur Kulturgeschichte in Oberösterreich, Folge 3, HG Oberösterreichisches Landesmuseum Linz, Linz, 1994
  • Studien zur Kulturgeschichte von Oberösterreich, Folge 17, HG von Christine Schwanzar und Gerhard Winkler, Archäologie und Landeskunde, Beiträge zur Tagung im Linzer Schlossmuseum 26. – 28. April 2007, Linz, 2007